Wahlverhalten

Nico, Samstag, 27.02.2016, 07:12 (vor 3636 Tagen)4159 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 27.02.2016, 07:28

Hallo Forum!

Am 8.02.2016 habe ich mir erlaubt, der Plattform Bewusst.tv eine kurze Mail im Bezug auf das bei uns diskutierte Wahlverhalten zu schicken. Der Betreiber der Plattform, Jo Conrad hat noch am selben Tag geantwortet, und ich habe diesen Gedankenaustausch mit einem kurzen Kommentar von mir versehen in unserer Forum gestellt.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=394222

In der ansonsten regelmäßig erscheinenden Sendung „Sprechstunde“, haben Jo Conrad und Dagmar Neubronna in der neuesten Ausgabe nun mit der Folge unter der Glückszahl „13“, ab ca. Minute 19:00, diese Fragestellung noch einmal behandelt.

https://www.youtube.com/watch?v=rZOj6DSf6JU

Gleichwohl ich die Arbeit von Jo Conrad sehr begrüße, und ich auch diese Sendung wieder sehr interessant fand, muss ich in dieser Frage nun einmal mehr darauf hinweisen, dass an der von mir vorgetragenen Argumentation weiter vorbeigeredet wird. So möchte ich hier noch einmal aufzeigen, was der Wähler bei seiner Wahlentscheidung doch zu bedenken hätte:

Es kann nämlich mit Fug und Recht gesagt werden, dass es letztlich eben doch die Schuld des Wählers ist, wie die bestehende Politik heute aussieht. Es ist und bleibt weiterhin so, dass die bestehende Regierung im Rahmen der nun mal gültigen Spielregeln gewählt wurde. Gemäß Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2013

fielen 2013 an Zweitstimmen

14.921.877 auf die CDU

und

11.252.215 auf die SPD

woraus sich die amtierende Regierung bildet. Wurden diese ca. 25 Millionen Wähler vielleicht gezwungen so zu wählen?

Die Wahlbeteiligung soll bei 71,5% gelegen haben, und so errechne ich, dass ca. 17,5 Millionen Wahlberechtigte der Wahl fern blieben, womit diese entsprechend dem Reglement faktisch die Regierung mit-gewählt haben. Wurden diese 17,5 Millionen People vielleicht mit Gewalt gehindert, ihre „Stimme abzugeben“? Und apropos, haben diese ihre Stimme deshalb nun etwa behalten? Vielleicht können sie diese Stimme mal irgendwo vorzeigen, damit ich einmal vergleichen kann, welche Stimme ich denn nicht mehr besitze, nachdem ich diese doch abgegeben habe?! Können sich die Nichtwähler heute vielleicht über ein günstigeres politisches Umfeld freuen, als die Wähler?

Die Wähler hatten es in der Hand, so wie sie es von Anfang an in der Hand hatten. Hätten die Wähler jede Regierung für ihre Wahllügen jedes mal abgestraft, dann würde es heute keine CDU, keine SPD, keine FDP und keine Grünen mehr geben. Jeder Politiker wüsste dann heute, dass er die Wähler nicht anlügen darf, weil er dann bei der nächsten Wahl gar nicht mehr anzutreten braucht. Wie konnte z.B. die CDU einmal mehr gewählt werden, obwohl sie mit Schäuble einen seinerzeit unter skandalösen Umständen aus seinem Amt geschiedene Person in ihre Parteiführung befördert – um nur eines von zahllosen möglichen Beispielen zu nennen? Die Wähler haben die Lügen immer wieder geduldet um sich neue Lügen auftischen zu lassen. Vielleicht wundern diese sich auch noch, dass die Lügen dabei immer dreister werden?!

Mir geht es dabei überhaupt nicht um eine Schuldzuweisung. Mir geht es einzig um die Feststellung, dass der Wähler es theoretisch auch hätte richtig machen können – und er hat es nur nicht richtig gemacht. Es ist freilich kein Zufall, dass der Wähler in die für ihn errichtete Falle auch getappt ist. Schließlich könnte er heute auch kaum „aufwachen“, wenn er zuvor nicht „geschlafen“ hätte. Natürlich wurde der Wähler nicht nur von den Politikern, sondern vor allem auch von den Medien belogen und manipuliert. Das bestehende Wahlrecht ist dabei vor allem angesichts der Sperrklauseln (5%-Hürde) völlig inakzeptabel.

Ja, der Wähler wurde unter Aufwendung einer Gehirnwäsche dazu gebracht schlecht zu wählen. Das aber ändert nichts daran, dass er eben entsprechend schlecht gewählt hat. Ein „Aufwachen“ soll nun also bedeuten, von nun an alles einfach noch schlechter zumachen?! Das ist schon kurios! Bei der bestehenden Konstellation sollte der „Aufgewachte“ angesichts der Sperrklauseln am ehesten AfD wählen, um die Gefahr zu bannen, dass die Stimme andernfalls nicht gezählt wird. Natürlich wäre zu hoffen, dass sich bei einer vielleicht doch noch durchgeführten Bundestagswahl in 2017 bereits neue Optionen bieten. Vielleicht setzten sich ja dann schon die s.g. Volksparteien für eine Abschaffung der Sperrklauseln ein, wenn ihnen selbst das Scheitern an diesen droht?!

Es ist nicht wirklich richtig, dass Wahlen nichts bewirken würden. Es ist vielmehr so, dass der Wähler in der Masse nur genau so wählt, wie er es sich von dem System einreden lässt. Es mag schon sein, dass das System die Wahlen abschaffen würde, würden sie plötzlich etwas zu bewirken drohen. Das wäre aber ein Sieg und würde den Zerfall des Systems nur noch beschleunigen.

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...


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