Hört das denn nie auf mit den albernen Verschwörungstheorien?
Hallo XERXES,
Ich versteh diese Aufgeregtheit nicht.
Die Stadtverwaltung betonte noch am Abend des 11.09.2001, dass man die Überlebenden und Leichen schnell für eine Identifizierung bergen wolle. Dachte ich mir: Hmmm, da scheinen aber 3000 Angehörigenseiten zumindest noch mal einen Blick auf ihre Liebsten werfen zu können. Bereits am Abend klebten ja tausende Gesichter auf Polaroids am Ground Zero. Nichts ungewöhnliches. Man fährt bei einem solchen Jahrhundertereignis halt mit einem Polaroid zum Ort des Geschehens, statt nicht zu wissen was man tun soll und aufgrund der Vollsperrungen Manhattens daheim abzuwarten, ob sich die Vermissten vielleicht noch melden. Man kennt die Schleichwege zum Ground Zero halt.
Nun ja, wie wir wissen, waren es am Ende 21.817 Leichenteile, die durch die New Yorker Gerichtsmedizin untersucht wurden. Hmmm, dachte ich mir. Wie sollen sich denn angesichts eines solchen Ereignisses 45.000 Schreibtische, mindestens 45.000 Stühle, 78.000 Telefone inkls. Mobilfunkgeräten, 20.000!!!!!! Meilen an Verkabelungen, 45.000 Computer, 45.000 Tastauturen, 45.000 Monitore, 3.000 Kopierer, 2.000 Klimaanlagen mit Lüftungsschächten, 20.000 Türen, 40.000 Türgriffe, 47.000 Deckenelemente mit darauf eingelassen Stahlmatten, oder aber z.B. die 450 Kühlschränke samt Inhalten fühlen?
Nein dachte ich mir, du musst trauern!
Von dieser unsagbaren Anzahl an Gebrauchsgegenständen bzw. ihren Einzelteilen aus Plastik, Aluminium etc. wurde schließlich auch gar nichts gefunden. Es ist also unnötig sich darüber Gedanken zu machen.
Letztendlich ist es die Frage ob man sich ein trauriges Lied zuende anhört und mit den Opfern leidet, oder ob man sich die Mühe macht, seine alten Erinnerungen aus der Aufenthaltszeit in New York wieder ins Bewusstsein zu rufen. Wenn ich mich an den Vorplatz des World Trade Centers erinnere, dann frage ich mich bis heute, weshalb Nicholas Cage im anschließenden Zuchtstreifen aus Hollywood behaupten durfte, dass tagtäglich 50.000 Menschen im World Trade Center arbeiteten. Den offiziellen Angaben nach kommen noch 80.000 tägliche Besucher der Zwillingstürme hinzu.
Wenn wir diese einmal zusammen rechnen, dann kommen wir - potzblitz - auf 130.000 Menschen. Angenommen das World Trade Center öffnete seine Pforten tagtäglich zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr Abends, würde dies bedeutet, dass 130.000 Menschen 720 Minuten Zeit haben, um sowohl in das Gebäude zu gelangen, als dieses auch am selben Tag wieder zu verlassen. Hotelunterkünfte gab es soweit ich es in Erinnerung habe keine in den Türmen. Würde man die Ankunft und Abreise der Menschen gleichmässig auf die 12 Stunden verteilen, dann müssten Pro Minute (!) 180 Menschen das Gebäude durch die oberirdischen und unterirdischen Eingänge betreten und (!) verlassen haben.
Das stelle man sich doch mal vor. Es käme somit in den Aufzügen und Treppenhäusern zu einem Durchstrom von 360 Menschen PRO MINUTE (raus & rein!). Wenn man nun bedenkt, dass 50.000 Bürohengste geregelte Arbeitszeiten haben und die 80.000 Menschen zum Zeitvertreib in das World Trade Center gekommen sind, dann dürfte man sich langsam eine Vorstellung davon machen, wie der Alltag in den Eingangs- und Ausgangsbereichen des World Trade Center ausgesehen hat.
Ich möchte an dieser Stelle nicht konkreter werden, sondern jedem seine Gedanken bezüglich des 11.09.2001 lassen. In komme auch gerade zu gut mit Kurt klar, als dass ich dazu mehr schreiben möchte. Vielleicht verschieben wir das auf den 11.09.2016.
Herzlichst,
Ashitaka
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