Sicherheitshalber noch der Direktlink zu dem Foto der Mahnveranstaltung DDR 1987 und drastische Bilder von 45

azur, Sonntag, 14.02.2016, 03:18 (vor 3653 Tagen) @ Plancius7126 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.02.2016, 03:28

Hallo Plancius,

hätte das Foto gleich direkt verlinken müssen (man musste bei dem zuvor gegeben Link durchklicken): http://www.mdr.de/damals/archiv/frauenkirche162_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg?version=4...

So ist es besser zu erkennen. Dies Andenken wurde aktiv betrieben, versetzt mit Friedenspropaganda (das war die stetige Predigt: Nie wieder Krieg! bis 89).

Die DDR liebte Massenveranstaltungen, wie solche Kundgebungen, an denen viele teilnehmen konnten. Schulen, Betriebe, Uni... Das war sicher auch von daher ein gern gesehener Anlass, die eigenen Predigt immer wieder in Erinnerung zu bringen. Wie beschrieben: Der Feind was ja klar - das waren die fiesen Anglo-Amerikaner, die dann auch Vietnam zu Sau machte (und Vietnam war in der DDR sehr beliebt), und Allende gekillt hatten (wo Victor Jarra die Zunge heraus gerissen wurde - Ergebnis: Chilenische Flüchtlinge waren sehr beliebt) und überhaupt der Atomerzfein, das MIK der USA (habe erst später gelernt, dass der Begriff MIK von einem US-Präsidenten stammen soll, der ihn in seiner berühmten TV-Abschiedsrede verwendete).

Vermutlich würde man in den DDR-Zeitung, die ja vor allem auch Ideologie-Bleiwüsten waren, zu allen Jahrestagen der Zerstörung des alten Dresdens und diesem Inferno Beiträge und Berichte von der Kundgebung finden.

Und so sehr man den Westen liebte, die Amis wurden schräg angesehen. Und den sinnlosen Bombenterror, wie es immer gesagt wurde, hat man verurteilt, die Opfer und die Zerstörung des unmenschlichen Feuersturms betrauert.

Vonnegut, der die Zerstörung Dresdens selbst miterleben musste, war in der DDR gern verlegte Westliteratur: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlachthof_5_oder_Der_Kinderkreuzzug

Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug. Übersetzt von Kurt Wagenseil. Verlag Volk und Welt, Berlin 1976. (DDR-Ausgabe)

Wobei: In der DDR wurden massenhaft Meisterwerke der Amis verlegt (nur Catch 22 hieß bei uns: "Der IKS-Haken"), andere, wie Orwell nicht.

Mit einem schrecklichen Bild will ich schließen - auf dieser Seite http://www.sachsen-erkunden.de/schlachthof-5-dresden/

Im Übrigens war in der DDR normal bei Dresden zu sagen, dass ja so viele Flüchtlings- und Lazaretttransporte durch die Stadt gegangen seien, womit die wirklichen Opferzahlen nicht erfasst werden konnten, diese aber viel, viel höher sein müssten, als offiziell bekannt.

Mir hat meine Mutter noch von den Schrecken des Bombenterros erzählt und viele, viele alte. Die erzählten immer, dass ja in Dresden die Toten geschichtet auf Eisenbahnschienen verbrannt werden mussten, weil es so sehr viele waren. Und dass man nicht wusste, wer die alle waren. Das habe ich mehr als einmal mit gesenkter Stimmer gesagt bekommen.

Man sehe selbst:

http://julius-hensel.ch/wp-content/uploads/2012/02/dresden-14-2-1945.jpeg

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/01/Bundesarchiv_Bild_183-08778-0001,_D...

https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/Titelbilder/ph003736.jpg

Hiervon: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/bombardierung-von-dr... )

Mit weiteren Links (in der Leiste rechts) Bombardierung Deutschlands:
http://www.rettet-unsere-heimat.de/0497b1a3f20bca303/0497b1a0bc0ed3c04/0497b1a0bd0a39e0...

Sehr drastische Bilder: http://www.altearmee.de/luftkrieg/ (leicht nach unten scrollen)

Sehe überhaupt keinen Grund, dies nicht immer wieder zu erinnern.

Ehrendes Gedenken allen Opfern.

Viele freundliche Grüße

azur


PS: Finde, das macht Hoffnung:

"Die Bürgerschaft wehrt sich

Und auch auf dem Heidefriedhof, der größten Kriegsgräberstätte der Stadt, soll der Opfer – nun aber ohne die Stadt – gedacht werden. "Nach einem musikalischen Auftakt werden wir gemeinsam zu den Gräbern der Luftkriegstoten gehen und dort weiße Rosen auf den Grabflächen ausstecken", kündigte der Initiator an. Anschließend werde der Superintendent am Aschegrab ein geistliches Wort sprechen.

Die Begründung müsste die Rathausparteien beschämen. "Es scheint ein Bedürfnis in der Bürgerschaft zu geben", heißt es da, und kritisch wird hinzugefügt: "Es wäre nicht nachvollziehbar gewesen, wenn nach Jahrzehnten auf einmal keine Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof mehr angeboten wird."

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article152180375/Die-Absage-des-Gedenkens-in-Dres...

PPS: Es gab in der DDR ein Buch Stanislaw Lems, in dem am Rande behauptet wird, die Atombomben seien für Berlin und Dresden vorgesehen gewesen:
Provokationen (Fiktive Rezensionen) (1981)

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ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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