Das stimmt so nicht ganz: Angloamerikanischer Bombenterror - Foto Großveranstaltung 1987 (ed. Education)

azur, Samstag, 13.02.2016, 21:44 (vor 3653 Tagen) @ Plancius6491 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.02.2016, 22:32

Hallo Planicus,

dass sich diese über die Jahre veränderte und heute viele kaum noch Interesse zeigten, ändert nichts daran, dass die DDR lange Zeit den "Angloamerikanischer Bombenterror" als Ursache verurteilte:
http://www.bombenkrieg.net/eine_halbe_million.htm

Und das so auch z. B. in Magdeburg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedenken_an_den_13._Februar_1945#DDR
(siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden#Rezeption )

Die Erinnerung der DDR arbeitete mit höheren Opferzahlen, als heute (in Magdeburg wurde gerade von der Lanzeszentrale für politische Bildung wieder nach unten korrigiert - die Welt hat das in beiden Fällen fast wortgleich begrüßt - hatte ich unlängst hier im Forum gebracht).

Es gab dazu Veranstaltungen, Broschüren, Artikel und Plakate.

Es wird nur nicht gern daran erinnert. Und solchen nur Vorschub leisten könnten: http://dr-olaf-rose.de/dresden-und-der-anglo-amerikanische-bombenterror/

Siehe auch hier: http://www.sed.stasiopferinfo.com/phpBB2/viewtopic.php?t=1500

Die Linie der DDR-Führung veränderte sich fortlaufend (man siehe die Haltung zu dem Ostgebieten usw.). Aber dass der überzogene, nicht umsonst bei den Briten selbst heiß debattierte und sehr bald völkerrechtliche geächtete Bombenterror, der nach Worten von A. Harris stets die Zivilbauten treffen sollten (Churchill und alle Experten rechneten mit 900.000 Toten = die Abwurftechnik war zudem so gewählt, dass auch Rettungsmanschaften geschädigt werden - alles hier unlängst und immer wieder im Forum) anglo-amerikanische Bombenterror wurde einhellig verurteilt. Nie hat die DDR die Opferzahlen ihrer auch späteren Gegner heruntergeredet, wie es nach der Wende einsetzte.

Die DDR hatte keine Probleme den Bombenterror zu ächten, denn wie gesagt waren die Gegner ja auch später Gegner. Es war auch kein Tabuthema, sondern eines, das man offen besprechen konnte, Das mag sich über die Jahre verändert haben, als Westbeziehungen taktische anders entwickelt wurden und Valuta der Fetisch schlecht hin wurden.

Ausführlicher und speziell auch zu Dresden;: "»Feinde der Nation«

Gedenken in der DDR

von Ivo Bozic

»Die Frauenkirche in Dresden, im Februar 1945 zerstört durch angloamerikanische Bomber – Ihre Ruine erinnert an Zehntausende Tote und mahnt die Lebenden zum Kampf gegen imperialistische Barbarei, für Glück und Frieden der Menschheit.« Dieses Schild prangte zu DDR-Zeiten an der Ruine der Frauenkirche. Die »Barbarei«, an die damit erinnert wurde, war nicht die Shoah und nicht der von Deutschland begonnene Weltkrieg, sondern die Befreiung Deutschlands vom Faschismus, zu der die wie auch immer im Einzelnen zu bewertende Bombardierung von Städten wie Hamburg und Dresden gehörte. Sicherlich gedachte man in der DDR immer auch der Opfer des Nationalsozialismus bzw. Faschismus, wie es hieß, und funktionalisierte die Gedenkfeiern gerne zu Manifestationen gegen den Krieg an sich oder gegen die Nato-Nachrüstung um, vor allem aber stand der 13. Februar – wie heute auch – für die Erinnerung an die Zerstörung Dresdens.

Es war normal, vom »angloamerikanischen Bombenterror« zu sprechen. Die »Angriffe« seien militärisch nicht notwendig gewesen und nicht zufällig habe es ein Gebiet getroffen, das zum Einflussbereich der Sowjetunion gehören sollte. Im Grunde griffen die »Angloamerikaner«, so die offizielle Lesart, in Dresden schon nicht mehr Nazideutschland an, sondern die Sowjetunion. DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl erklärte 1952, das »unsinnige Verbrechen« habe nur das Vordringen der Roten Armee erschweren sollen..."

http://jungle-world.com/artikel/2005/06/14584.html


So gewaltig wurde das 1987 begangen: "Vor der zum Mahnmal auserkorenen Ruine fanden zu DDR-Zeiten Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Bombenangriffe statt. (im Bild: Kundgebung am 13.02.1987 in Dresden.) Seit Anfang der 1980er-Jahre wurde die zerstörte Kirche zudem zum Symbol der DDR-Friedensbewegung. Ab 1982 versammelten sich junge Menschen mit Kerzen an der Ruine."

Kannte einen DDR-Schriftsteller, der beim Öffnen der Keller in Dresden dabei gewesen ist. Darüber wurde gesprochen, anders als über Themen, wie Ostgebiete oder Verbrechen der Russen.

Viele freundliche Grüße

azur


Edit: hatte ja unten Bernd Zeller empfohlen, der auch in der Huffington Post eine eigene Rubrik hat.

Zu diesem Thema passend: http://www.helgolaender-vorbote.de/upload/zeller-irak-krieg-rhetorik.jpg

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