Was hat zur ideologischen Wende bei den Ost-LINKEN geführt?

Plancius, Mittwoch, 10.02.2016, 19:20 (vor 3650 Tagen)3588 Views

Die LINKE ist nach wie vor eine ostdeutsch dominierte Partei und im Osten dominieren nach wie vor ehemalige SED-Kader in der Altersgruppe 55+ die Partei. Im Westen sind die Mitglieder eher enttäuschte Sozis und ehemalige WASGler. Ich konnte die Fusion von WASG und LINKE in 2006 nicht nachvollziehen, weil der ideologische Graben zwischen Ost und West eigentlich unüberbrückbar schien.

Während die West-LINKE wirklich links ist, konnte die LINKE-Basis im Osten auch ideologisch mit der NPD am Tisch sitzen. Sind Multikulti, Förderung der Immigration und die Abschaffung Deutschlands konstituierende, nicht verhandelbare Elemente linker Parteipolitik, so ist die Parteibasis der Ost-LINKEN sehr stark nationalistisch eingestellt. Sicher auch noch ein Erbe aus SED-Zeiten. Ich kenne aus ehemaliger kommunalpolitischer Arbeit viele Ost-LINKE. Bei ihnen stand ganz oben auf der Agenda ihrer parteipolitischen Arbeit, dass sie die ostdeutschen Städte davor bewahren wollten, dass dort die multikulturelle Bereicherung wie im Westen um sich greift. In vielen Gesprächen wurde mir mitgeteilt, wie sie den Zustand der westdeutschen Städte als Horror empfanden.

Nun scheint sich das Blatt jedoch gewendet zu haben. Auch im Osten treten die Mitglieder der LINKEN auf Einwohnerversammlungen zu „Flüchtlings“unterkünften als vehemente Befürworter der kulturellen Bereicherung und Vernichtung der deutschen Identität auf.

Ich habe hierfür keine Erklärung. Was hat den Meinungsumschwung diesbezüglich beflügelt? Wie konnte die Minderheit der West-LINKEN die Mehrheit der Ost-LINKEN ideologisch vereinnahmen?

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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.


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