kleine Aufklärung!
Hallo Stokk !
Danke für den Link.
Nun dämmert es auch immer mehr Eliten, was da möglicherweise auf sie zukommt.
Möglicherweise hat der Begriff „Ultima ratio“ ein paar Schläfrige aufgeschreckt. ![[[euklid]]](images/smilies/euklid.gif)
Das sind die typischen Absetzbewegungen der Höflinge, wenn sie merken, daß der König immer unsicherer zum Thron stapft und der Wind sich längst gedreht hat.
Ich möchte aber eine andere Gelegenheit nutzen, um mal ein paar Dinge richtig zu stellen, weil da seit Jahren recht viel Unsinn im Umlauf ist.
Liebe Wessis, jetzt spricht ein Ex-Ossi, der zum Wossi mutierte.
In den Kommentaren des Beitrages stellt ein @Wanda folgende Fragen, die ich gerne beantworten möchte.
Bei Frau Merkel hätte die Journaille sowieso noch einiges zu untersuchen:
- sie war eindeutig bei den jungen Pionieren und der FDJ...
Quelle: http://www.dw.com/de/kommentar-merkels-waterloo/a-19026370
Ganz schlimme Vergehen, die unbedingt mit einer zehnjährigen Haftstrafe zu ahnden sind. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Die jungen Pioniere und die FDJ sind vergleichbar mit den Pimpfen der Nazis, einer gesamtstaatlichen Veranstaltung, um Kinder und Jugendliche auf eine gemeinsame ideologische Spur zu bringen.
Schätzungsweise waren über 90 % oder mehr Kinder und Jugendliche Mitglieder bei den Pionieren und der FDJ.
Wer nicht anecken oder ausgegrenzt werden wollte, schickte seine Kinder dahin.
Als Kind empfand man anfänglich fast ein wenig Stolz, weil man für eine neue Gemeinschaft „geadelt“ wurde. Als aber die Ideologie die Erlebniswelt (Wanderungen, Sport) zu überfrachten begann, spürte man schnell, daß es eine notwendige Pflicht war, die zu absolvieren war.
In der FDJ wußte man schon wohin die Reise ging und das einzige Positive daran war, daß der Kindermantel an der Garderobe abgegeben und der für junge Erwachsene entgegen genommen wurde .
In beiden Organisationen konnte man sich mehr oder weniger engagieren.
Die Kinder aus den NVA-Familien waren sehr bemüht, die mit regelmäßigen Westbesuchen etwas weniger. ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Dieser Zwiespalt bestimmte auch die Realität der FDJ und verhärtete eher die Fronten ohne allerdings wirklich zu einem Problem zu werden.
- sie musste wie alle Akademiker Kenntnisse des Marxismus-Leninismus erbringen und tat das mit einer Arbeit unter dem Titel "was ist sozialistische Lebensweise". Wäre interessant, welche Thesen sie da schriftlich niederlegte und was sie darunter verstand. ...
Das waren Pflichtübungen, wenn man weiter kommen wollte.
Auch hier gab es wieder sehr viele Differenzierung beim Engagement.
Und was man darunter verstand, kann vieldeutig sein.
Die Überzeugten haben den Schwachsinn ehrlich geglaubt. Die Bedrängten haben mitgemacht aber mit ziemlicher Unlust.
- es gibt gravierende Widersprüche zu ihrer FDJ-Tätigkeit: sie selbst behauptet als Kulturreferentin gearbeitet zu haben, während Zeitzeugen angaben, sie sei für "Agitation und Propaganda" zuständig gewesen. Wer hat nun Recht?
Beide. ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Denn es war im Prinzip dasselbe – eine der wenigen Wahrheiten die mal aus dem Mund einer Katrin Göring-Eckardt kamen.
Kulturarbeit war halt Kultur gespickt mit roter Sauce.
Der Wandzeitungsredakteur der Jungen Pioniere durfte ein Brett im A1 Format zu einer politischen oder kulturellen Thematik mit Texten, Symbolen und Bildern gestalten.
In der FDJ reichte das von Kontakten zu Jugendtourist und Disco bis hin zu Treffen mit Patenbrigaden und Veranstaltungen mit russischen Soldaten.
Es ist lächerlich hier etwas hinein zu geheimsen.
Und das sage ich als amtlich bestätigter Verschwörungstheoretiker. ![[[lach]]](images/smilies/lach.gif)
- sie konnte 1986 mit Billigung der DDR-Staatsorgane in die Bundesrepublik (also des Klassenfeindes) reisen. Wie ist dieses äusserst seltene Privileg zu erklären?
Jetzt beginnt es haarig zu werden.
Ja, es ging tatsächlich, denn nach dem Strauß-Kredit und der „Gorbi-Mania“ bewegte sich etwas in der DDR. Für mehr Klarheit wären u.a. die familiären Bindungen zu untersuchen.
Zu dieser Zeit konnten nur 150 Prozentige fahren oder Leute, die verheiratet waren und Kinder hatten, also sehr gute Gründe wieder zurück zu kommen.
Da Angela Merkel 1982 geschieden wurde, 1984 Herrn Sauer kennenlernte und eine Ehe zwischen beiden erst 1998 geschlossen wurde und Frau Merkel kinderlos ist, wäre das ein Indiz für ein besonderes Vertrauen seitens der Staatsorgane.
Das ist aber nur ein zarter Hinweis, nicht mehr.
- und abschliessend: Merkel engagierte sich weder in der zivilen- noch in der kirchlichen Opposition der damaligen DDR, was ihr viele Dissidenten heute noch als zumindest Mitläuferin vorwerfen...
Das ist recht gut mit der These des „roten Kasner“ in Deckung zu bringen.
Ein Pfarrer der besonders gute Kontakte zur SED pflegte, hatte offenbar nicht nur die Aufgabe das Evangelium zu predigen.
Es verstärkt den Verdacht, daß sich Angela Merkel damals näher am System hielt, als wirklich nötig gewesen wäre.
Fazit: Zwischen viel Normalität verbirgt sich wenig Brisantes. Oppositionell war sie mit absoluter Sicherheit nicht. Sie stützte eher das System als die es schwächte.
Am Ende macht es immer die Summe aller Summanden.
Die wirklichen Bringer wie Stasi-Zuarbeit sind bislang nicht zu erhellen, aber ich habe keine Sorge, daß nach dem Merkel-Sturz und der Absicht das Land weiter zu destabilisieren, genau so etwas „urplötzlich“ gefunden werden wird.
Noch ein letztes Wort zu den 10 % die nicht Pioniere oder FDJ’ler wurden.
Das waren auch die, die den Mut hatten Ausreiseanträge zu stellen, als es wirklich richtig gefährlich war. Sie übten echte Opposition und hatten oftmals ein sehr schweres Schicksal zu tragen.
Wenn es mal wirklich einen echten Grund gäbe ein WAHRHAFTIGES Denkmal zu errichten für Mut und Tapferkeit, dann müßte es diesen Menschen gewidmet werden, die sich nicht anpaßten, die auch bereit waren mehr oder weniger große Opfer zu bringen.
Einen neuen Ort und neues Material dafür bräuchte man überhaupt nicht.
Es gibt genügend alte Denkmale denn schon längst nicht mehr gedacht werden braucht.
mfG
nereus