Problemdiagnose: Du hast einfach zu viel freie Zeit
Ich bestellte von einem in Deutschland ansässigen Verlag ein Buch. Dieses
Buch sollte mir in Rumänien zugestellt werden. Das ist nicht geschehen, -
niemand weiss , wo das Buch geblieben ist. Danach bestellte ich nochmals
zu einer Adresse in Nürnberg, wo meine Freunde wohnen. Da sich mein Sohn
am Wochenende dort aufhält, sollte er das Buch nach der Anlieferung in
Empfang nehmen und dann zu mir nach Rumänien bringen. Soweit, so gut.Der Ablauf im Detail (alle Benachrichtigungen per Mail):
-Ich bekam die Versandanzeige des Verlages am 13. 1. d.J. mit richtig
angegebener Zustellanschrift.-Ich bekam die Zustellankündigung der DHL am 14.1. mit dem schönen Text:
Hallo lieber Kunde, wir haben gute Nachrichten: Ihr Paket ist bald da. (Die
Adresse stimmte).-Ich bekam die Unzustellbarkeitsbenachrichtigung der DHL am 15.1. mit den
Worten: Hallo lieber Kunde, leider konnten wir Sie unter der angegebenen
Adresse nicht finden. Wir versuchen es weiter. Sollte die Zustellung nicht
gelingen, müssen wir Ihr Paket leider an den Absender zurück senden.-Bei der Nachforschung per Mail erhielt ich als Suchergebnis die
Information: Status vom Fr, 15.01.2016 12:28 - Der Empfänger ist
unbekannt. Nächster Schritt - Die weitere Behandlung der Sendung wird
geprüft.Nun zu meiner Tätigkeit, die ich dem Verlag anschließend per Mail
mitgeteilt habe:Mail v. 15.1.2015:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Anlage erhalten Sie vier Kopien des mir zugegangenen
Schriftverkehrs über die Lieferung des erneut bestellten Buches. Nachdem
ich um die Mittagszeit die letzte Nachricht von DHL heute erhalten habe,
setzte ich mich sofort telefonisch mit dem Kundendienstservice in
Verbindung. Der Sachbearbeiter bedauerte, keinen Einfluß darauf zu haben,
was mit dem Paket weiter passiert, - es geht automatisch an den Absender
zurück. Die darin enthaltene Aussage, "Wir versuchen es weiter." ist also
nur Makulatur.Ich wies den Sachbearbeiter darauf hin, dass die Adresse absolut richtig
sei. Mein Appell, das Paket doch bei der nur wenige Meter entfernten
DHL-Postfiliale in der .......straße zu hinterlegen, fand genauso kein
Gehör, - es wurde mir immer wieder entgegnet, dass das Paket bereits
zurück zum Versandort unterwegs sei. Das war genau um 13 Uhr 11 (deutscher
Zeit, ich habe von Rumänien aus um 14 Uhr 11 angerufen), also 43 Minuten
nach der Nachricht über die erfolglose Zustellung. Die Telefongespräche
bei DHL werden aufgezeichnet.Zu diesem Zeitpunkt muss das Lieferfahrzeug noch in der Nähe gewesen
sein, - eine telefonische Benachrichtigung von Seiten der DHL-Logistik an
den Fahrer schloß man kategorisch aus.Nun ist das bereits der zweite Versuch, über eine Zustellung Ihres
Verlages an ein Buch zu kommen. Die erste Lieferung, die nach Rumänien
gelangen sollte, hat nicht geklappt, weshalb das Buch auch nicht bezahlt
wurde. Bei der zweiten Lieferung bezahlte ich im Voraus, zumal ich davon
ausging, dass eine Lieferung innerhalb von Deutschland problemlos sei.Warum der Fahrer nicht ausgeliefert hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Es
ist nach meiner telefonischen Unterredung mit dem Kundendienstservice davon
auszugehen, dass es ich um einen Beschäftigten gehandelt hat, der der
deutschen Sprache nicht besonders mächtig ist.Nun ist mein Sohn mittlerweile in Nürnberg angekommen, und sollte das
Buch nach Rumänien mitnehmen. Er wird am kommenden Sonntag abend von
Nürnberg wegfahren.Mail v. 17.1.2015:
Sehr geehrte Damen und Herren,
bezugnehmend auf mein Mail vom 15.1.2016 möchte ich folgendes ergänzen:Durch gewisse Rückfragen bei den Leuten, wo das Buch ankommen sollte, hat
sich folgendes herausgestellt:Ein Zeuge hat beobachtet, wie ein Lieferfahrzeug der DHL um ca. 12 Uhr an
einer Einfahrt in die .........straße vergeblich eine Parkmöglichkeit
gesucht hat. Das war ca. 10 Hausnummern von der Lieferanschrift entfernt.
Dazu muss man wissen, dass die ...........straße eine stark befahrene
Durchgangsstraße mit meist besetzten Parkplätzen am Straßenrand ist, die
gerade am Freitag stark frequentiert ist. Das DHL-Lieferfahrzeug konnte
keinen Parkplatz ausfindig machen und natürlich nicht in der
.........straße vor dem Haus Nr. xxx selbst stehen bleiben, da in diesem
Fall eine Fahrspur blockiert worden wäre, was einen erheblichen
Verkehrsstau ausgelöst hätte.Diese Suche dauerte ca. 5 - 10 Minuten, dann fuhr das Fahrzeug weiter. Das
also bedeutet, dass es gar keine Irritation bei der Anschrift gegeben hat,
- der Fahrer ist ja nicht einmal ausgestiegen und bis zum Haus Nr. xxx
gegangen. Offensichtlich hätte er das Fahrzeug weiter entfernt parken und
dann einen längeren Weg zurücklegen müssen. Das war der Grund, warum das
Paket nicht angeliefert wurde.Auf Wunsch werde ich diese mir telefonisch gemachte Zeugenaussage
schriftlich verlangen und Ihnen zusenden. Da für mich fest steht, dass es
eindeutig ein Fehlverhalten des Fahreres der DHL war, so denke ich, dass
man diese Firma dazu verpflichten könne, das Paket nun zu mir direkt -
für Ihren Verlag und für mich kostenfrei - anzuliefern.Meine Anschrift in Rumänien lautet: ..........
In diesem Falle würde ich aber die Fa. DHL dazu verpflichten, das Paket
gegen Unterschrift innerhalb der üblichen Geschäftszeiten (Mo - Fr 8 Uhr
- 16 Uhr) anzuliefern.Ich denke, ich kann mir dazu jeglichen Kommentar ersparen, - die Fakten
sprechen für sich. Würde mich nur interessieren, ob Sie bereits mehrmals
derlei Vorfälle bemerkt haben.Mit freundlichen Grüßen
Helmut, wenn man sich den ganzen Sermon ansieht (darum habe ich ihn stehenlassen), dann liegt die Diagnose auf der Hand:
Du hast einfach zu viel freie Zeit.
Warum schickst du an den Zusteller nicht eine Mail/Brief (Kopie an den Verlag)
Sgdh, das von mir bestellte Buch wurde nicht an die (Adresse) ausgeliefert.
Dadurch ist mir ein Schaden von xxx,xx € (3-stelliger Betrag) entstanden.
Bitte teilen Sie mir mit, an welche Stelle in Ihrem Hause ich mich wenden muss, um mir den Schaden erstatten zu lassen.
Mehr schreibst du nicht, und dann warte mal ab.
Hintergrund:
Durch die Nennung eines Schadens in 3-stelliger Höhe ist derdiedas Sachbearbeiter, der deinen Brief, Mail in die Hand bekommt, mit Sicherheit überfordert.
Also wird ersiees sich an den Gruppenleiter wenden, also hast du schon mal dessen (teurere) Arbeitszeit ebenfalls in Anspruch genommen, und so lange der Gruppenleiter und der Sachbearbeiter deinen Brief/Mail bearbeiten, um schließlich festzustellen, dass das ihre Entscheidungskompetenz übersteigt, können sie keine anderen Fälle erledigen.
Also wird der Gruppenleiter den Abteilungsleiter ansprechen, folglich geht die Zeit des Gruppenleiters und die noch teurere des Abteilungsleiters mit drauf.
Der befindet sich wahrscheinlich in einem Callcenter, vermutlich werden sie dann die Leitung des Callcenters einschalten, und die wird auf die Idee kommen, dass der Fall den Rahmen des Dienst- oder Werkvertrags des Callcenters mit dem Postzusteller übersteigt, und folglich werden sie deinen Fall dem Zustellunternehmen direkt vorlegen.
Usw.
Grundregel: Niemals versuchen, selber rauszufinden, wer bei dem Dienstleistungsunternehmen für das Manko verantwortlich ist, sondern die Beschwerde immer so gestallten, dass sich die höherrangige Ebene damit beschäftigen muss.
Nicht deine Zeit aufwenden, sondern die Zeit des Unternehmens!
Mein Kommentar fürs DGF: Sind das Einzelfälle oder ist das bereits
die Auswirkung der neuen qualifizierten Facharbeiter aus anderen Ländern?
Bin nun gespannt, wie es weitergeht und was letztlich herauskommt.
Dem sie 8,50 €/Std. bezahlen, wobei sie wahrscheinlich 7,50 € von irgendeiner Behörde erstattet bekommen.
Gruß Mephistopheles
--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc