Dann muß ich mal ins Detail gehen,

helmut-1, Siebenbürgen, Samstag, 26.12.2015, 08:28 (vor 3695 Tagen) @ Hannes3987 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 26.12.2015, 13:35

was z.B. das Schweine Schlachten betrifft. Du sagst, dass Du das von der Kinderzeit her noch kennst. Ich auch. Da war es tatsächlich so, wie Du es beschrieben hast.

Ich hab das verfeinert:
Das Schwein wird am Vortag vom Bauern geholt und bleibt in meinem Viehanhänger. Da drinnen liegt es auf dem Stroh, bekommt am Vorabend nichts mehr zu fressen, sondern nur mehr Wasser. Während ich das Wasser gebe, gehe ich mit der Kleidung, die ich auch am nächsten Tag beim Schlachten anhabe, in den Anhänger hinein und rede beruhigend auf das Tier ein, da es mich ja nicht kennt. Dann kraule ich das Tier hinterm Ohr oder am Hals. Dauert - je nach Tier - in der Regel so bis zu einer halben Stunde, dann bin ich vom Tier aus akzeptiert.

Der Anhänger kommt unter das Vordach im Hof, - wenn's sehr kalt ist, dann wird er noch mit einer Plane zugedeckt. Am nächsten Morgen, bevor noch das Wasser anfängt, im Kessel zu kochen, dann wird der Anhänger etwas nach vorne geschoben, wo er während des Schlachtvorganges bleibt und arretiert. Wieder gehe ich zum Schwein und kraule es hinterm Ohr.

Dann nehme ich mein Bolzenschussgerät (ohne Munition) und lege das dem Tier vorsichtig auf die Stirn, resp. an die Stelle, wo es (später mit Munition) angesetzt wird. Das mache ich mehrmals, bis ich den Eindruck habe, dass das Tier dem Gerät keine Bedeutung mehr gibt. In der Zwischenzeit hat man neben dem Anhänger das Stechmesser und den Topf zum Auffangen des Blutes vorbereitet, auch die Munition.

Wenn dann das Wasser kocht, gebe ich die Patrone in das Bolzenschussgerät, setze es an, und während ich mit einer Hand noch hinterm Ohr kraule (nicht mich, sondern das Schwein [[lach]] ), drücke ich ab. Punktgenau. Das Schwein fällt um, weil es betäubt ist. Dann nehme ich das Messer, schneide beide Blutstränge an der Halswirbelsäule durch (also Vene und Arterie), und das Tier blutet aus, bevor es wieder zu Bewusstsein kommt.

Warum sage ich "beide" Blutstränge. Da gibt so Obergescheite, die meinen, wenn das Schwein nicht bei vollem Bewusstsein ausblutet, dann blutet es nicht vollständig aus. Alles Blödsinn. Man muß nur das Stechmesser quer halten, dann auf dem bestimmten Punkt zwischen Hals und Brustkorb einstechen, um dann mit der Spitze bis zum Ende der Halswirbelsäule schräg hinaufzustechen. Dann bewegt man das Messer quer nach links und rechts, bis das Blut mit starkem Strahl herauskommt. Denn dann hat man eben beide Stränge erwischt, und dann blutet es genauso aus wie auch bei Bewusstsein.

Der Vorteil ist auf zwei Ebenen:
Das Schwein weiß tatsächlich bis zum letzten Moment nicht, was mit ihm passiert, es "quiekt" auch nicht, sondern grunzt allenfalls zufrieden vor sich hin. Also von der humanen Tiertötung her - nach meiner Auffassung - die optimale Lösung.

Dadurch aber entwickelt das Schwein weder Adrenalin, oder durch das Herumlaufen noch Milchsäure in den Muskeln, und das wiederum bewirkt, dass das Fleisch eine längere Haltbarkeit hat, bis 12 Monate. Wenn es einen Tag abliegt, und dann vakuumverpackt direkt in -24° schock-eingefroren wird, dann hat es am letzten Tag des Gefrierdauer absolut keinen Aromaverlust im Vergleich zum Anfang. Haben wir x-mal ausprobiert.

Allerdings muss das Tier auch natürlich gefüttert worden sein, und nicht mit irgendwelchen Konzentraten hochgepuscht. Das ist natürlich auch ein wichtiges Kriterium bei der Fleischqualität. Dann geht das Steak beim Braten noch auseinander und schnurrt nicht zusammen, wie bei den Supermarkt-Dingern.


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