Danke für die Mahnung, ich weiß, aber ...
... heute zum Beispiel, mein Sohn (Kurzbesuch mittags) wollte Karnickel, Vorderläufchen, warum nicht ...
Ich habe also letzte Woche bestimmt 10 Minuten bei Kaufland gegrübelt, ob ich die winzig klein beschriftete Packung "P. R. of China" nehmen sollte, da aus deutschen Landen nur noch ganze Tiere da waren usw. Ich nahm endlich die chinesischen. Ich habe heute die Klöße dazu selber gerieben, aus unseren Gartenkartoffeln. Die Familie war begeistert, wie immer, denn ich koche täglich frisch (Tatsache! Ich koche täglich nach Feierabend - OK, oft Eintopf vom Vortage, es gibt Ausnahmen, klar!) und ich kann das auch.
Mein Sohn ist vorhin wieder weg, mit seinen Kumpels ins Kino, Krieg der Sterne angucken
Normalerweise esse ich kaum noch Fleisch, weder von hier noch vom polnischen Öko-Hof. Ich will sagen, ganz ohne Sünde leben, das geht nicht: Soll ich zu Weihnachten ein Fass aufmachen? Weil der Film m. E. Dreck ist und die Karnickel aus China auch?
Ich habe gestern bis halb Drei den Kartoffelsalat gefertigt, die Beize für die China-Ware, Baum war fertig usw, und dann im Bett nochmal im Tablet kurz das Gelbe aufgerufen, man leistet sich ja sonst nix. Ich könnte den Kartoffelsalat auch kaufen, oder? Ich tu's aber nicht, niemals, ich tu' was ich kann. Ich kenne 'ne Menge Leute, insbes. "Ladies", die einerseits stolz darauf sind, nicht kochen zu können, aber mir ein Ohr abkauen über "Ernährungsumstellung". Und mir erzählen, sie hätten gar keine Zeit fürs Kochen oder gar Kartoffel-Anbau ("Winterreifen selber wechseln tu ich mir nicht an" usw.)
Ich mache mir selber Stress? OK, dazu: Vorgestern im Baumarkt, Zusammenhang ist egal, jedenfalls eine Verkäuferin, antwortete auf meine quasi Klage, dass ich am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Verwandten essen gehen würde, aber viel lieber ganz in Ruhe endlich mal Zuhause bliebe, wegen des Kassenschluss-Stresses und allen diesen doofen "Zwängen" zum Jahreswechsel: "Ich wäre froh, wenn ich noch Verwandte in der Nähe hätte, und seit dem Umzug wegen meinem Manne haben wir nicht einmal mehr Freunde, nicht einen einzigen mehr, alles eingeschlafen ...".
Übrigens, zu "Das Schwein weiß bis zur letzten Sekunde nicht, dass es den Löffel abgibt.": Schon als Kind war ich beim Schlachten dabei. Ich habe das anders in Erinnerung. Die Sau spürte in jedem Falle, dass der Hofgang nicht koscher war, der Typ mit der Leiter war ihr suspekt, der sie zum Waschhaus drängte, sonst hätten sie nicht stets so herzerweichend gequiekt, bis zum Schuss ...
Schuld an der ganzen Tragödie sind aber nicht die Hausfrauen, oder? Aber Schuldgefühle haben sie inzwischen, unsere Frauen. Denkmal: "Schuld" ist ein Hebel. Schuldgefühle auch.
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Eine Hand für den Mann und eine Hand für das Schiff.