Wir schaffen das!
Aus einfachen Gründen, über die schon hinreichernd gesprochen wurde:
1) Demografie: Es fehlen die überschüssigen Söhne. 40/50/60 Jährige
oder gar Frauen stürmen keine gegnerischen Schützengräben. Das machen
nur Jungspunde, und die gibt es hier nicht in der erforderlichen Anzahl.2) Infrastruktur: Die ist in keiner Weise kriegstauglich. Wenige gezielte
Bomben, und es liegt alles lahm: Stromnetz, ausgasende Atomkraftwerke,
Gifte aus der Großchemie. Ohne Strom keine Kommunikation mehr, ohne
Internet keine staatliche und wirtschaftliche Organisation mehr möglich.3) Kriegswirtschaft: Wir könnten eine Armee noch nicht mal ernähren oder
unterhalten, ohne Nachschub aus Brasilien, China und vom Golf.Usw, usw.
Deine These: Europa kann keinen Weltkrieg führen...
...hast Du stringent und sauber begründet.
Wobei ich die These präzisieren würde: "Es liegt nicht im Interesse von Europa einen Weltkrieg zu führen, weil..."
Das Problem dabei: Es gibt da eine Volkswirtschaft, die zu über 50 Prozent aus Kriegswirtschaft und begleitenden Diensten aufgebaut ist, die eine weltweite Hegemonialpolitik betreibt und die als Hegemon davon profitiert, wenn es an den Rändern des Imperiums chaotisch zugeht. Auch auf der Ebene des Weltleitwährungssystems als sicherer Hafen und dem Motto, dass sich doch bitte alle außerhalb des Homelands die Köpfe einschlagen sollen.
Das ergibt sich auch aus klar formulierten Herrschaftsansprüchen:
Amerikanischer Exzeptionalismus
Full-Spectrum-Dominance
Project for the New American Century (PNAC)
Joint Vision 2020
Und da es zum Kriegführen reicht, wenn ein Akteur es will, vor allem wenn dieser jemand geübt ist in False-Flag-Angriffen und so herbeigelogenen Bündnisfällen...
...bin ich geneigt auf die Frage nach der Führbarkeit eines Weltkrieges trotz der inneren Logik Deiner Argumentation zu antworten:
"Wir schaffen das!" (Bob der Baumeister & Angela Merkel)