Ergänzung: Youtube-Link anstelle Facebook-Link
Das berührt.
(ich habe mal beim Videolink noch einen dazugefügt.)
Kostan
Klar stellt sich die berechtigte Frage, was dieses Thema hier zu suchen
hat, - wo man sich über Politik und Wirtschaft unterhält.Ich denke, es hat auch hier was zu suchen. In dieser Zeit, nicht wissend,
was sie uns bringt, in einer Zeit, die uns seit der 2. Hälfte des
vergangenen Jahrhunderts nach einem anfänglichen Aufwärtstrend von
Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer mehr abverlangt, eine Zeit, die uns alle ins
Hamsterrad hineinpresst, damit wir erst gar nicht zum Nachdenken kommen, in
dieser Zeit, wo wir im Hinterkopf Angst vor der Zukunft verspüren, in
dieser Zeit haben wir lange schon vergessen, dass „weniger“ oft
„mehr“ sein kann.Advent war vom christlichen Sinn her die Zeit der Erwartung. Worauf man
wartet, das war die Geburt des Erlösers. Nun haben sich mittlerweile
viele schon von der christlichen Tradition abgewandt, - aus den
unterschiedlichsten Gründen. Beim Einen lässt es die Zeit nicht zu, beim
Andern war's die Kritik am Verhalten der Kirche, beim Dritten war's die
Änderung seiner persönlichen Überzeugung, - usw.In Anbetracht der täglichen Ereignisse in Europa wäre es gut, wenn sich
wenigstens diejenigen, die irgendwann mal christlich getauft wurden, der
Werte besinnen, die früher einmal das Fundament unserer Gesellschaft
gebildet haben. Ob man das aus tiefster religiöser Überzeugung tut oder
einfach aus dem Grund, um in einer vom Islam zunehmend beeinflussten
Gesellschaft zu demonstrieren, dass man da andere Ansichten vertritt, - die
Bandbreite ist groß und bleibt jedem selbst überlassen.Aber zum Beginn des Advents kommen noch andere Überlegungen hinzu.
Gerade den selbständig Tätigen erscheint diese Zeit wie eine Art von
„count-down“. Man unterliegt dem vermeintlichen Zwang, noch dies oder
das unbedingt vor Weihnachten erledigen zu müssen. Das wiederum bewirkt
letztendlich, dass man sich regelmäßig mit hängender Zunge und
schweißgebadet am Heiligen Abend unter den Weihnachtsbaum setzt.Jahr für Jahr habe ich mir vorgenommen, dieses Kesseltreiben für mich
und meine Familie zu beenden. Das letzte Jahr ist es mir gelungen, schon
drei Tage vor dem Weihnachtsfest den berühmten Schlüssel herumzudrehen;
- ich wertete das als persönlichen Erfolg. Dieses Jahr beginne ich
bereits jetzt damit, zu sortieren, was ich wirklich, um Schaden für den
Betrieb und die Familie abzuwenden, im Dezember noch erledigen muss und
was ich auch getrost in den Januar verschieben kann.Leider gehöre ich nicht zu der Art von Menschen, die bereits Wochen vor
Weihnachten den Weihnachtsbaum zuhause aufstellen und denselben spätestens
zum Jahresende wieder entfernen. Für mich und meine Familie existiert
noch die alte Tradition meiner Kindheit, dass die Weihnachtstanne ein bis
zwei Tage vor Weihnachten frisch geschlagen und am 24. Dezember geschmückt
wird. Dafür steht aber dieses Symbol der Weihnachtszeit sechs Wochen lang
bis zum 2. Februar. Gut, diese Möglichkeit hat nicht jeder.Aber Advent und Weihnachten bedeutet für mich auch noch etwas anderes.
Meine Kinder sind erwachsen, nur der Jüngste lebt noch bei uns. Deshalb
haben wir schon seit mehreren Jahren damit begonnen, die
Weihnachtsausgaben spürbar herunterzuschrauben. Klar geht das in
Familien, wo man kleine Kinder hat, wenn überhaupt, dann nur bedeutend
schwieriger als bei Erwachsenen. Auch mir ist es schwergefallen, gegen
diese Einbildung anzukämpfen, dass man sich erbärmlich fühlt, wenn man
für den nächsten Angehörigen zu Weihnachten kein Geschenk besorgt hat.
Aber ich denke, dass wir es in diesem Jahr schaffen werden, ohne die
üblichen Geschenke auszukommen,- und damit meine ich die Waren, die man
anfassen kann. Irgendwie bin ich draufgekommen, dass es ganz andere
Geschenke gibt, die man eben nicht anfassen kann, und die viel mehr Gewicht
im Leben haben.Um das besser zu verdeutlichen, zwei links für einschlägige Videos. Das
erste ist eine rumänische Produktion, - aber es ist mit englischen
Untertiteln versehen:https://www.facebook.com/asociatiasocialart/videos/1197351300291837/
oder
https://www.youtube.com/watch?v=LG8azH0hda0
Das zweite ist ein bekanntes Lied von Udo Jürgens:https://www.youtube.com/watch?v=kUAGVr1HceM
Wenn man sich diese beiden Videos angesehen hat, dann weiß man genau, was
ich meine und warum ich das so meine, was ich anschließend sage. Einer der
kostbarsten Faktoren in unserem Leben ist die Zeit. Insbesonders die Zeit,
die man sich für andere nimmt, die einem wichtig sind. Spät, aber
vielleicht doch nicht zu spät, habe ich das begriffen.Ich werde also dieses Jahr in keine Geschäfte laufen, um irgendwas zu
kaufen, das man sowieso nicht braucht und das bestenfalls in irgendeiner
Schublade landet. Aber auch das, was man braucht und sowieso angeschafft
hätte, wie der typische neue Staubsauger zu Weihnachten für die Frau des
Hauses, - auch das wird ausfallen. Meine Familie wird das – gemäß
unserer Absprache – genauso tun.Aber ich werde mir bedeutend mehr Zeit für die Familie nehmen. Meine
Frau werde ich gerade in dem unterstützen, was in der Weihnachtszeit
vermehrt anfällt, in der Küche und im Haus, damit nicht alles auf ihren
Schultern liegt. Damit wir auch Zeit für uns haben und zusammen das
unternehmen können, was ihr gefällt. Mit meinem Jüngsten werde ich mich
sicher mehr als in den vergangenen Jahren zum Schifahren einfinden, -
hoffentlich spielt das Wetter mit. Von der Schwiegermutter werde ich mir
das alte Gelaber anhören, das ich schon in- und auswendig kenne, und
trotzdem einen freundlichen Blick aufsetzen.Natürlich habe ich da kein gutes „Geschäft“ gemacht, wenn man das
von der finanziellen Seite aus betrachten will. Die vorgenannten
Freizeitaktivitäten kosten ja um einiges mehr, als es ein raffiniert
ausgesuchtes Geschenk in einem Diskount-Laden kosten würde. Aber die
„Zeit“ ist nun mal ein teurer Faktor, und die daraus resultierende
„Zufriedenheit“ ist einfach unbezahlbar.