Nachtrag: Inszenierte Trauer
Es klingt vielleicht etwas zynisch. Aber die inszenierte Trauer ist schon sehr auffällig. Überall sehe ich perfekte Blumensträuße und die selben Kerzen.
Ohne Organisationsplan funktioniert das nicht. Immer wenn ich selbst in der Stadt versuche einige "Trauernde" zu finden, die über Twitter und Facebook gejagt werden, dann komme ich entweder zu früh oder zu spät. Das Theater beschränkt sich meistens auf einige Minuten bis Stunden.
1 Stunde vor dem Event und 1 Stunde danach, sieht man nichts, nur Passanten. Das ist doch komisch???
Als vor zwei Wochen die russische Linienmaschine abstürzte, da gab es kaum derart gut organisierte weltweite Volkstrauer. Ja, einige vereinzelte Blumen, die gab es. Aber die waren unterschiedlich eingepackt und verschiedener Qualität. Nicht so photogen, wie gestern vor den französischen Konsulaten und Botschaften.
Der Russenflieger interessierte die westliche Werbegesellschaft nach 10 Minuten kaum noch jemand. Selbst im Gelben wurde ich kritisiert, weil ich schon Minuten nach dem Absturz, einen Anschlag vermutet habe.
Vor einigen russischen Botschaften in der Welt fanden sogar Demos gegen Putin statt. Von menschlicher Anteilnahme kaum eine Spur.
Die natürliche Form des Menschen ist nun einmal, dass er nicht unbedingt in der Masse trauert.
Was soll also diese künstliche Trauer für die Pariser Opfer, zumal die wenigsten überhaupt einen Franzosen kennen dürften.
Verständnis und Anteilnahme OK aber Trauer empfinde ich hier wirklich nicht, genauso wenig wie für ertrunkene Flüchtlinge.
Gruss
Piter