wegen Gaby Weber
Hallo azur!
Du schreibst zu Gaby Weber: Man, das scheint eines der Probleme zu sein: Selbst die Kritischen wollen nicht wahrhaben, was da läuft (vermutlich trauen sie sich weder frei zu denken, noch zu sprechen, weil man sich ja so unmöglich machen könnte).
Ja, ich sehe das ähnlich, aber die Gründe dürften zweigeteilt sein.
Wer, wie Frau Weber, im stickigen Sumpf watet, weiß um die Gefahr plötzlich von einer knochigen Hand ergriffen und hinunter gezogen zu werden.
Man tut also gut daran es nicht zu übertreiben.
Bei Recherche bist Du von Deinen Quellen abhängig und die darf man auch nicht überstrapazieren. Ebenso will später ein Verlag für das Recherchierte gefunden werden.
Man kann eben nicht alles schreiben, was man weiß oder auch nur vermutet.
Was geht und was nicht geht, sehen wir bei Akif und in viel üblerer Form bei Alexandra Bader aus Wien, welche die Netzwerke versuchte offenzulegen, ohne jedoch am Heiligen Gral zu rütteln.
Die Kunst des Lesers besteht nun darin dem Ungesagten/Ungeschriebenen Leben einzuhauchen. Das geht dann nur duch Dokumente und Schriften zum gleichen Zeitraum, aber dann ggf. von einer anderen "Fraktion".
Dennoch wird man nie ALLES erfahren, weil eben auch ALLES NIEMALS veröffentlicht wird, so daß immer ein Stück Unsicherheit verbleibt.
Als ich z.B. nach Martin Bormann "fahndete" - den ich für eine äußerst zwielichtige Figur in der Nähe Hitlers halte - blieb ich irgendwann im Dreck stecken. Wenn er 45 verstarb, bleibt alles danach diffus.
Wenn nicht, muß das danach Geschriebene auch nicht immer stimmen.
Alle scheinbaren Geländer entpuppen sich beim Ergreifen als Gummiseil, welches in alle Richtungen pendeln kann.
Andererseits ist auch die Prägung der Leute zu berücksichtigen.
Von Hause aus links und dennoch kritisch.
Wie soll z.B. eine Katharina König von den Linken begreifen, daß die NSU eine Staatsaffäre ist, die nur über das grundsätzlich böse und mafiöse NWO-Geflecht zu erhellen ist?
Für die kritischen Linken ist der NSU ein noch fruchtbarer Schoß des Dritten Reiches, der sich in der BRD erhalten hat.
Man leugnet die Querverbindungen und Übereinstimmungen des Backgrounds von Rot und Braun, weil man dann der eigenen Überzeugung abschwören müßte.
Alles was man bislang glaubte, bräche krachend zusammen, denn man stünde dann direkt neben denen, die dafür teilweise einen hohen Preis bezahlten.
Also, der Gesunde hielte sich inmitten der Lepra- und Ebola-Kranken auf.
Wer will das schon freiwillig und dauerhaft?
Wenn die Eichmann-Akten bis heute nahezu komplett geschwärzt sind, dann muß man keine Professur erlangt haben, um zu erahnen, was da notwendigerweise geschwärzt werden mußte.
Es geht um die Heilige Kuh, die bis heute BEDINGUNGSLOS angebetet wird und angebetet werden muß.
Wenn ich dann höre, was Bibi zum Thema kürzlich von sich gab und dann Ken Jebsen mit voller Absicht und Empörungsmiene dazwischen grätscht, wird doch das ganze Drama ersichtlich.
Im Prinzip stehen beide auf der gleichen Bühne des Zirkus „Ad Absurdum“, wobei ich für Ken inständig hoffe, daß er kein bezahlter Flusenfilter des Systems ist.
Noch vertraue ich ihm und gehe davon aus, daß er seinen maximalen Aktionsradius kennt.
mfG
nereus