ARD-Hassel: Herr Schäuble, sind sie loyal der Kanzlerin gegenüber? Schäuble: Signal an die Welt: Wir können nicht mehr! (ed)

azur, Montag, 09.11.2015, 01:08 (vor 3740 Tagen) @ uluwatu5277 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 09.11.2015, 02:03

Hallo uluwatu,

es lag ja in der Luft und vielfach wurde gesagt, dass sehr viel von Schäuble abhinge.

Dem wird von Tagesschau-massiv-für-"Flüchtlinge"-Hassel, die in letzter Zeit mehrfach als besonders (dümmliche und hetzerische) aggressive Kanzlerinnen-(Bertelsmann)-Propagandistin auffiel, ein gehöriges Interview abgenommen: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-130785.html - in allem sehenswert (Video 4 min 10 - Veröffentlichung 18:45).

Eingebunden in http://www.tagesschau.de/inland/bab-fluechtlinge-107.html

Darin schwenkt er direkt auf die Linie der Besorgten um. Als Finanzminister müsste er dafür reichlich eigene Gründe haben.

Er fordert ein klares Signal an die Welt, dass Deutschlands Möglichkeiten zur Hilfe begrenzt sind.

Tina kann ihn nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht mit inquisitorischer Frage (der letzte Dienst an der Wunder-Kanzlerin) und mit Drohungen, dass "wir" dann schuld an Ertrunkenen und weiteren schlimmen Fluchten seien. War das das entscheidende Gefecht in dieser Sache?

Sollte es die Lager Thomas-Horst gegen Peter-Angela geben, könnte Schäuble der Ersatzkandidat und das Zünglein an der Waage sein (Frau v. d. L. hat verkünden lassen, dass die BW rechtlich nicht für Grenzsicherung einsetzbar wäre).

Spannend.

Wie eng es überall ist, hört man von überall. Hier geht es um Sporthallenbelegungen (auch das war ja nach dem "ARD-Fakten-Check-Flüchtlinge", neben den gefälschten Syrerpässen, gar kein Problem) und den wachsenden Unmut (man lese auch unten den Kasten):

"Zack, die Turnhalle nehmen wir - da kommt Unmut auf" | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2015/11/landessportbund-berl...

(Böger ist übrigens ehemaliger Senator und SPD).

Nun wird es kaum noch mit dem Thema Pegida und 9. November kaschieren lassen (wie in dem Zusammenhang zu hören, ist der Platz, auf dem Pegida öfter die Veranstaltungen abhält, zu NS-Zeiten der Adolf-Hitler-Platz gewesen. Das hätte vermutlich keiner gewusst, ehe nicht die Pegidagegner daran erinnert hätten - siehe bei Interesse beim mdr): Es wird vermutlich schon bald zu einem deutlicherem Kurswechsel kommen (im Grunde zeigte sich das seit Freitag , als erst der vom Innenminister verkündete neue Ansatzes eilends aus dem Kanzleramt dementiert wurde, um kurz darauf überall Rückendeckung für dessen richtige und notwendige Einschätzung melden zu müssen), schon weil eben immer klarer wird, dass Möglichkeiten nun einmal begrenzt sind, hinsichtlich Unterbringung, Versorgung usw.

Vielleicht wird sich die Merkel einfach wieder anpassen... Und mal sehen wie das Singal an außen aussehen wird, welches viele verlangen und das Schäuble will.

Viele freundliche Grüße

azur


PS: der ARD ist es gleich einen zweiten, porminent platzierten TS.de-Artikel wert, um den Innenminister anzuklagen: http://www.tagesschau.de/inland/kommentar-de-maiziere-101.html

Darin riecht es schon ziemlich nach Palastrevolte.

Die SPD hatte der Absenkung des Status von Flüchtlingen, die nicht direkt aus dem Kriegsgebiet kommen, selbst in den Koalitions-Gesprächen zugestimmt. Und die BK soll unterwegs in Afrika sein ( http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/08/merkel-will-in-afrika-fuer-einwan... ), und Peter, noch so ein Könner, muss Stallwache halten. Was soll da schon schief gehen...

"Altmaiers Machtwort

Kanzleramtsminister und Flüchtlingskoordinator Peter Altmaier (CDU) hatte zuvor im Deutschlandfunk das Thema für beendet erklärt: "Das war eine Diskussion vorgestern, am Freitag, die inzwischen auch schon wieder beigelegt ist", sagte Altmaier. CDU, CSU und SPD hätten gemeinsam eine "kurze Phase der Irritation" überwunden. Die Verfahren für die Syrer würden weiterhin so behandelt wie bisher."
aus der o. g. http://www.tagesschau.de/inland/bab-fluechtlinge-107.html
Ob man das für voll nehmen kann? so unverbindlich gegenüber der Gegner der Merkellinie, ist das nur ein schwaches Zeichen der Not.


Edit: irgendwo wird wieder mit den Vertriebenen nach dem 2. Wk argumentiert und dabei auf einen aktuellen, sehr interessanten Artikel zu diesem Thema verwiesen:

07.11.2015: »Hier kann keiner mehr unterkommen« (Tageszeitung junge Welt) -
http://www.jungewelt.de/2015/11-07/054.php

Es ist natürlich ein völlig anderer Sachverhalt, die damalige Flucht. Aber es verrät viel, wie Zangseinquartierungen ablaufen. Z. B., dass Einquartierungen vor allem bei Nichtbegüterten vorgenommen wurden. Dagegen hatten jene mit guten Beziehungen, und oft mit viel Raum, keine aufzunehmen. Dagegen geht eine Reporterin, die für eine Zeitschrift, die für Vertriebene erstellt wurde, in viele Winkel des Landes reiste, hartnäckig angeschrieben:

"Wir besitzen die Unverfrorenheit, den Herrn Bürgermeister mit unseren Fragen bis in sein Bad hinein zu verfolgen.« Dort muss er der empörten Reporterin Rede und Antwort stehen. Aus heutiger Sicht können er und seine Gemeinde einem allerdings fast leid tun. Sangerhausen hatte damals 79.000 Einwohner und sollte 36.000 Flüchtlinge aufnehmen. Aber: »Gemessen an anderen Kreisen der Provinz Sachsen ist Sangerhausen weit unterbelegt.«³

Dort in der Nähe leitete meine Großmutter väterlicherseits dann ein Waisen-Heim und mein Ex-Schwiegervater kam in die Gegend als halbtotes Flüchtlingskind aus Sudentendeutschland. Das berührt mich daher besonders.

Weiter:

„Das Dezemberheft enthält eine Reportage über Konflikte zwischen Umsiedlern und denjenigen, die sie als Untermieter von Amts wegen aufnehmen mussten. Manche versuchten, sich durch Abriss von Wänden oder andere Beschädigungen der eigenen Wohnung vor Einquartierungen zu drücken. Andere mobbten ihre unfreiwilligen Gäste durch das Kappen von Stromleitungen. Das Flüchtlingspaar Wippler in Bitterfeld bekam keine Kohlen, weil es sich am Abladen nicht beteiligte. Herr Wippler war aber zu 70 Prozent kriegsgeschädigt, seine Frau hatte »durch Bombeneinwirkung eine steife Hand«. Untermieter und Vermieter waren so zerstritten, dass der Dezernent für Wohnungswesen eine Umquartierung plante. »Wer aber soll umquartiert werden? Der Umsiedler natürlich (…). Und wenn es das nächste Mal wieder nicht glattgeht, soll die Familie in eine Baracke gebracht werden.Wir glauben, nicht richtig gehört zu haben. Wir stellten fest, dass Wippler in seinem früheren Quartier nur ein Zimmer bewohnen durfte, obwohl ihm zwei Räume zugewiesen waren. Ist es seine Schuld, dass der Hauptmieter so querköpfig war? Ist es seine Schuld, dass der Hausbesitzer Reichelt seine Zimmer zwar an alliierte Offiziere, nicht aber an unbemittelte Umsiedler vermieten will? Wir sind dafür, den Hausbesitzer Reichelt aus seiner behüteten Umgebung zu reißen und in eine Baracke zu stecken.«

Weil die Flüchtlinge im Lager das Leben draußen nicht kennen, glaubten sie nicht, dass es dort »viel weniger zu essen gibt. Sie spekulieren auf das – in gewissem Sinne unangebrachte – Mitleid der Zivilbevölkerung. Der hohe Eisenzaun, längs der Straße zur Stadt, ist ständig von Heimkehrern umlagert, die die Vorübergehenden anbetteln oder mit ihnen Geschäfte machen. Woher sie die Tauschwaren nehmen? Manche bieten die Schlafdecken ihrer Kameraden an, die sie soeben gestohlen haben. Die eigene Decke müssen sie bei der Entlassung vorweisen, sonst bekommen sie ihre Papiere nicht.«

Es geht auch um Handel mit und Verlust von Ausweis-Papieren.

Klar, dass das kaum zum Vergleich taugt, denn es waren Landsleute, die Deutsch sprachen und weit weniger Hindernisse aufweisen, um arbeiten gehen zu können.

Schluss: "Das Einstellen der Zeitschrift wurde damit begründet, dass im Jahr 1949 die Phase der »restlosen Beendigung der Umsiedlung und auch der Rückführung der Kriegsgefangenen« zu Ende ginge. Obwohl noch immer »aus Engstirnigkeit, oft auch aus reaktionärer Feindseligkeit geborene Schwierigkeiten den Prozess der Assimilation« behinderten, wären die Umsiedler jetzt »Teile der Kampfgemeinschaft unserer demokratisch-antifaschistischen Ordnung«, weshalb sich eine »Spezialzeitung« erübrige. Nun werde das gesamte »Presse- und Zeitschriftenwesen dieses allgemeinen Kampfes auch ihre Presse«. Die Medien in der im Oktober 1949 gegründeten DDR setzten die kritisch-konkrete Berichterstattung über die schwierige Integration der Flüchtlinge in der schonungslosen Offenheit, wie sie Elfriede Brüning in der Neuen Heimat begonnen hatte, nicht fort. Nur in der Literatur tauchte das zum Tabu gewordene Thema gelegentlich noch auf.“

Wir hatten ja dieses Thema der Vertriebene, speziell auch in der DDR, hier schon desöfteren, lange vor dem Thema Massenflucht nach Deutschland.

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.