Noch ein ergänzender Nachtrag

helmut-1, Siebenbürgen, Mittwoch, 14.10.2015, 06:47 (vor 3758 Tagen) @ aliter1237 Views

Zum 6er im Lotto. Klar gibts Symptome, die der Arzt erkennen kann, aber die müssen doch im Gesamtzusammenhang gesehen werden, da ja die Gefahr einer falschen Zuordnung besteht. Am gefährlichsten ist es, wenn zwei oder gar mehrere Dinge zusammenkommen, dann den richtigen Hebel anzusetzen. Ohne gründliche Anamnese ist das fast unmöglich und verleitet zu Fehldiagnosen.

Genau das war mein Leben lang das Stichwort für mich in der Medizin: Seit ich bewußt denken kann, so beginnend mit etwa 16 Jahren, habe ich mich immer dann, wenn ich hinter dem Sarg eines guten Bekannten, Familienmitgliedes oder Freundes getrabt bin, für den Verlauf der Entwicklung interessiert, die letztlich zum Ableben des Betreffenden geführt hat. Bei genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass bei 80 % der Anfang des ganzen Übels in einer Fehldiagnose dese Hausarztes lag. Als man dann bei so manchem auf den richtigen Weg eingeschwenkt ist, - wars meistens zu spät.

Wobei ich da nicht vordergründig dem Hausarzt die Schuld gebe, auch der Mensch, der nicht in der Lage ist, die richtigen Beobachtungen weiterzugeben, hat da seinen Anteil dran. Deswegen waren die besten Hausärzte oftmals die legendären Landärzte, die mit gewisser Regelmäßigkeit bei den Bauersleuten vorbeischauten, - manchmal auch nur, um einen Schnaps zu trinken. Aber der konnte dann eher erkennen, dass das Magengeschwür bei der Bäuerin nicht von falscher Ernährung herrührte, sondern davon, weil der Herr des Hauses regelmäßig fremd geht.

Ich kenne so ziemlich die meisten Heilpflanzen, - auch die Gefährlichkeit von manchen, - sei es Colchizin oder Digitalis. Aber die überwiegende Zahl der Mediziner hat keine Ahnung über die Gefährlichkeit des Zusammenwirkens der Pharma-Chemie. Damit meine ich, dass man zwei oder drei (und manchmal eine ganze Komposition) verschiedene Tabletten verschreibt und sich ganz bequem nur darauf verläßt, was da an Kontraindikationen vermerkt ist. Was da alles dazukommt, wenn das eine Mittel zusammen mit dem anderen und noch dazu mit einem dritten eingenommen wird, - da schwimmen die meisten. Aber es wird ignoriert. Der Patient bleibt dann das Versuchskaninchen.


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