Kostenanalyse

helmut-1, Siebenbürgen, Mittwoch, 14.10.2015, 00:29 (vor 3758 Tagen) @ aliter1463 Views

Zu Beginn einmal vielen Dank für die umfassende Auskunft. So was habe ich mir erhofft, - Antwort von jemand, der weiß, was Sache ist. Womöglich berufsmäßig.

Jetzt gleich zu den Aussagen:

Die Sache mit den 1000 € habe ich aus dem Net.

http://www.spitzbarts-gesundheitspraxis.de/vitalstoffe-blutwerte/blutwerte/grosses-blut...

Unter der Rubrik: Sie haben dann zwei Möglichkeiten - im letzten Absatz unten rechts.

Jetzt habe ich da anscheinend zu einem Extremwert gegriffen. Nach nochmaligem Nachsehen werden in gewissen Gesundheitsforen auch bedeutend niedrigere Preise genannt.

Beim ersten schnellen Durchlesen der Antwort war ich der Meinung, dass die Kassenvergütungen eben unter aller Sau sind, dass sich aber die Honorierung bei Privatpatienten anders darstellt. Nun aber habe ich die Stelle entdeckt, wo auch von Preisen für Privatpatienten bei einem umfassenden Blutbild von deutlich unter 100 € die Rede ist.

Das wundert mich zwar, - wäre aber begrüßenswert, wenn es so wäre. Ich weiß nur, dass die Labors und medizinisch-technischen Einrichtungen wie Röntgen, CT und MR im Westen immer satt abgerechnet werden (oder wurden?).

Ganz abgesehen von den Zahntechnikern. Wenn ich mich daran erinnere, was meine Zähne damals in RO gekostet haben, - da wäre schon die Zuzahlung in D teurer gekommen als der Gesamtpreis für alles, - natürlich mit westlichen Materialien. Hab die Beißerle auch noch nach mehr als 10 Jahren und bin damit zufrieden, - man kann also nicht von geringerer Qualität sprechen.

Zum Glück habe ich persönlich ja keinen Bedarf an irgendwelchen Leistungen, - dafür aber meine Frau. Daher kenne ich die Preise so im Groben. CT in der Röhre so 30 - 40 €, MR mit Kontrastmittel (Kopf) ca. 100 €. Als ich Probleme am linken Bein hatte (Schwellung) und wissen wollte, ob da was am Knochen ist oder eher die Körperflüssigkeit nicht zurückgeführt wird, dann ließ ich Fuß und Unterschenkel röntgen und gleichzeitig eine Doppler-Untersuchung machen. Summa summarum 25 €. Das schloß die Besprechung des Ergebnisses mit dem Röntgenfacharzt mit ein.

Die Preise in der Türkei kenne ich nicht, - mag schon sein, dass das da wesentlich höher ist. Bei denen boomt ja auch die Wirtschaft, - im Gegensatz zur EU.

Worauf ich aber hauptsächlich hinauswollte, ist zweierlei:

Zum einen die Hochpreispolitik in D für alles, was mit Medizin zu tun hat, im Vergleich zu anderen Staaten. Nun mag sich das geändert haben, meine diesbezüglichen Erfahrungen sind ja auch schon 15 - 20 Jahre her. Wenn die Preise für medizinische Dienstleistungen hier in RO weitaus günstiger sind (oder waren?), dann wird das auch damit zusammenhängen, dass von der Pharmaindustrie sowie der med.techn. Industrie das selbe Gerät in Deutschland zu einem weitaus höheren Preis angeboten wird als z.B. in RO.

Bei Medikamenten ist es nicht anders. Das habe ich z.B. bei einem Hustenmittel auf pflanzlicher Basis gemerkt, das früher aus dem Hause Nattermann kam. Das selbe Präparat kostete in der Apotheke in RO nur ein Drittel im Vergleich zu den Apotheken in D.

Zum anderen die Art und Weise der Verschreibung bei verschiedenen Krankheiten, die man wesentlich "sanfter", dafür aber nachhaltiger heilen kann. Wie ich aus der Antwort entnehme, hätte sich das auch geändert, - es wäre ja gut. Ich erinnere mich an meine Tochter als 9-jähriges Mädchen, die in den Armbeugen eine nässelnden Ausschlag hatte, was man "Neurodermitis" nannte.

Der Kinderarzt verschrieb permanent Cortisonsalbe. Damit war ich nicht einverstanden. Ich pflückte frische Ringelblumen, nahm mir einen Träger (frisch ausgelassenes Schweineschmalz), zerhackte die Pflanzen klein, vermischte sie mit dem Schmalz und trug das über Nacht auf die befallenen Stellen auf, die ich danach bandagierte. Nach einer Woche war es weg. Aber nur die Symptome, - das war mir schon klar.

Also mußte ich die Ursache finden. Ich ahnte schon, dass der Auslöser für diese Beschwerden wonders liegen muss. Damals - vor mehr als 30 Jahren - hatte ich keinen PC, kein Programm, - aber dass die Antwort nur in einer umfassenden Anamnese liegen kann, war mir schon klar. Da machte ich eine Tabelle. Mehrere Spalten, horizontal und vertikal. Ich notierte dreimal am Tag Wetter und Temperatur, welche Kleidung das Kind trug, die Tätigkeit (z.B. Sport), und pennibel die Nahrung, - natürlich auch die Getränke und die Dinge "zwischendurch".

Nach knapp 20 Tagen bemerkte ich die Häufung, - immer nach Süßigkeiten mit dem raffinierten Zucker. Dann ließ ich das weg, - schwierig genug, einem Kind die Süßigkeiten zu verbieten, - und die Neurodermitis kam nicht wieder. Allerdings das Kind kam auch nicht wieder - und zwar zum Cortison-verschreibenden Kinderarzt.

Das sind die Erinnerungen, aus denen ich meine Meinung rekrutiere. Wenn sich das mittlerweile geändert hat, - dann nur weiter so. Wenn die Kassensätze aber so weit unten liegen, dann frage ich mich, wie denn das mit der Zeit für eine umfassende Anamnese gehen soll, die der Arzt ja zusammen mit dem Patienten erstellen muß,- da 95 % der Patienten ja kaum in der Lage sind, sich selbst zu beobachten. Bei diesen Honorarsätzen muss der Arzt ja die 10-Minuten-Peitsche in der Hand haben, wenn er nicht innerhalb kurzer Zeit Konkurs anmelden will. Und wie will der Arzt ohne Anamnese eine sichere Diagnose stellen? Wie ein 6er im Lotto?


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