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Hallo Ashitaka,
Ich bin mir bei deinem Beitrag nicht sicher, mit Verzweiflungsmodus und
Angstporno, ob du das ernst meinst oder ironisch.
Das ist kein Spass. Es macht mich fassungslos, wie still die SPD ist. Sei dir darüber klar, wie stark die links-liberale Presse ist, wie der eigentliche Skandal (Seehofer droht mit Notwehr des Freistaats Bayern) aber gar nicht aufgegriffen wird (SENDEPAUSE). Auf mich wirken die Stellungnahmen der SPD wie Kosmetik, als sei die Entscheidung bereits klar, dass wir einen großflächigen Einsatz der Bundeswehr für den Aufbau und die Sicherung der Transitzonen an den Außengrenzen erleben werden. Ich betrachte die bisherige Zurückhaltung Berlins (Auch der Auftritt Merkels bei Anne Will) als ein taktisches Spielchen. Bei solch gravierenden Eingriffen, die es in der Nachkriegsgeschichte noch nicht gegeben hat, kann der Bund niemals mit Lösungsansätzen vorpreschen. Jetzt, wo die Ländern um Hilfe schreien, wo in Bayern ein versorgungstechnisches Chaos herrscht und sich die Situation deutlich zuspitzt ist es eine andere Entscheidungslage, kann man sich auch maßgeblich einmischen (Bayern hat es so gewollt!). Und die SPD bringt sich für die anschließende Zeit meiner Meinung nach nur noch in Stellung. Die werden dem am Ende zustimmen, auch wenn sie anschließend wieder behaupten werden, dass man doch auf sie hätte hören sollen und die Prüfung an den EU-Außengrenzen hätte richtig organisieren müssen.
In Deutschland kann ich mir aber nicht vorstellen, dass wir (man) es
geschehen lässt, dass Tausende durch das Wetter sterben, erfrieren. Siehe
obige Zahlen: Es gibt in Deutschland 30 Mio. Haushalte, und wenn 3. Mio.
Leute in Zelten oder auf der Straßen ohne Schutz sind, dann wird halt in
jeden 10. Haushalt rechnerisch 1 Person eingewiesen.
Das möchte ich erleben, wie Bundeskanzlerin Merkel dem deutschen Volk erklärt, dass Zwangsaufnahmen von Flüchtlingen bevorstehen. Ich weiß, dass dies in Anbetracht einer vorhandenen Notsituation funktionieren wird. Zuvor muss aber ein solches Spannungsfeld geschaffen werden, dass Deutschland gefühlt im inneren Krieg steht und die Bundespolitik stressbedingt bitte nicht mit der Ablehnung von Hilfszwängen belastet werden soll. All die Fantasien des geförderten Wohnungsbau, der Unterbringung in Baumärkten und sonst was für Lagerregalen, werden platzen. Platzen, weil es bürokratisch und paktisch Jahre dauern wird, eh sich der neue Wohnraum den Bedürftigen anbieten wird. Mit den Containern ist jetzt schon Ende (preislich sowieso).
Das kann nicht ein wirklich großes Drama sein. Wenn draußen strenger
Frost droht, werden auch Leute, die der ganzen Sache äußerst kritisch
gegenüberstehen wie viele hier, sagen: Na, dann komm halt rein, du arme
Sau, hier ist ne Luftmatraze im Heizungskeller.Und warum soll es allgemeine Versorgungsmängel geben. Hier im Land werden
täglich 80 Mio. gefüttert, da reißen 3 Mio. mehr keine Lücken in die
Fleischtheken.
Es geht um die Grenzregionen. Du glaubst doch nicht, dass die Verteilung auf einmal wieder funktioniert, dass mit hier und da 100 mehr Beamten aus Finanzverwaltungen etc. auf einmal die 3-5 fache Anzahl an zu verteilenden Flüchtlingen aus Süddeutschland koordiniert wird. Das Problem sind keine 80 Millionen Bundesbürger oder die Fläche. Theoretisch kein Problem. Nur fehlen praktisch vertrauliche Ansätze, die den Einreisen im Süden des Landes gerecht werden. Der Stau im Süden ist die Gefahr.
(Und wenn in jedem 10. Haushalt EINER unterkommt, wird der auch viel
schneller verstehen, dass man von Bratwurst und Bier sattwerden kann und
dass die meisten Leute in Deutschland zwar Helau kennen, Halal aber eher
nicht.)
Die Ausgangssituation ist mit den Wanderungen nach dem zweiten Weltkrieg nicht vergleichbar. Das klingt theoretisch toll. Praktisch kann ich mir das "derzeit" aber aufgrund der noch vorhandenen "Abschiebung auf die Politik" nicht im Ansatz vorstellen. Ich hoffe du verstehst mich, eine Bevölkerung muss auf sowas mental vorbereitet werden. Es brauch Ausnahmezustände, die man auch spürt. Die Willkommenskultur war eine Party, von der man anschließend nach Hause ging. Es brauch das gegenteil von "Wir schaffen das!". Die Bundesregierung muss sich aufgabentechnisch auf Zeiten vorbereiten, in denen deine Gedanken offen ausgesprochen werden können. Das wird unter den derzeitigen Bedingungen kein Zuckerschlecken, wenn deutschen Familien die Aufnahme von Fremden staatlich vorgeschrieben wird oder gar die Idee von Abgeordneten der Regierung in den Mund genommen wird.
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.