Nunja

azur, Freitag, 09.10.2015, 22:22 (vor 3762 Tagen) @ Zarathustra2063 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 09.10.2015, 22:27

Danke Zara,

das ist sicher zu gutem Teil so:

die Meinungs-"forschungen" sind so wichtig, dass sie längst
instrumentalisiert werden. Das überlässt man gewiss nicht jedem.


Es gibt einen Wettbewerb unter Meinungsforschern. Wer zu weit daneben
liegt verglichen mit den Wahlen, der erleidet einen Reputationseinbruch.

Liegt auf der Hand.

Nur das ist ja nicht die einzige Fragestellung. Dazwischen werden eine Menge Ergebnisse präsentiert, die nicht so überprüft werden, wie bei Wahlen.

Dass die Branche es mittlerweile sehr gut beherrscht, ist bekannt. Die Methodik von Datenermittlung und -auswertung ist in den letzen 50 Jahren ausgereift. Und allein in der Marketingforschung wird natürlich das Beste geboten, um den Auftraggeber z. B. Wege zu weisen, wie er Produkte und Paletten anbieten zu können, mit denen er mehr Geld verdient usw.

Aber mit der Verfeinerung der Methodik und der reichlichen Erfahrung wie man Ergebnisse präsentieren kann, sind auch die Mittel für tendenziöse Machwerke ausgereift.

In der Rechtssoziologie geht es viel um Statistik. Unser Professor hat uns dabei viele Feinheite gezeigt, und auch, wie man durch z. B. die Gestaltung von Fragstellungen, Antwortalternativen und Rückläufe die Ergebnisse signifikant beeinflussen kann.

Das beginnt durchaus schon bei der Auswahl der Befragten (Respräsentativität ist nicht so oft gegeben, wie angenommen wird) und endet bei der Interpretation. Wie also z. B. einzelne Frageergebnisse in Korrellation gebracht werden oder nicht.

Da gibt es schon eine ganze Reihe von Möglichkeiten zu tricksen.

Übrigens wirken anerkannt auch Wahlumfragen auf Wählerentscheidungen und das wurde auch nicht selten benutzt. Etwa, wenn Wähler Furcht haben, dass ihre Stimme wegen der Prozenthürde verlohren geht usw.

(Es soll ja sogar schon zu Wahlmanipulationen gekommen sein. Und wer weiß, was sich noch so alles abspielt)

>

Neutral sind sie kaum: "Neulich aus dem Handelsblattticker:
"Forsa-Chef Güllner erklärt den AfD-Aufstieg
„Seehofer hat Ausländerfeindlichkeit salonfähig gemacht“

Wer den Deutschlandtrend nur etwas genauer anschaut, also z. B. wie

etwas

erfragt und wie die Ergebnisse so kombiniert werden, dass es passt, der
kann dem kaum noch trauen.


Hier gibt es Leute, die zwar das System (Staatskollektivismus)
grundsätzlich befürworten, aber allem misstrauen, was das System
produziert.
Nenne ich Schizophrenie.

Kannst Du ja machen und ich fühle mich da nicht angesprochen. Das ändert vor allem nichts an dem von mir Gesagten.

Du sprichst doch gern von der Staatsmafia. Eine Mafia ist nicht eben dafür bekannt, dass sie sich immer an Regeln hält. Vielmehr arbeitet sie im Verborgenen mit allen Mitteln um ihr Ziel zu erreich.

Wenn der von mit verlinkte Professor für Politologie Patzelt sagt, es
bestünde ein riesen Riss zwischen öffentlichen Diskurs und

Bevölkerung,

dann sicher nicht auf Grund der Hurra-Umfrageergebnisse.


Merkel ist nicht nur in den Umfragen die Allerbeliebteste im Schwarm,
sondern auch bei den Wählern anlässlich der Wahlen. Aber ich weiss, die
unzähligen Staats- und Systemapologeten misstrauen auch den Wahlen. Das
ist alles nur noch Realsatire, was hier in Sachen 'Kritik' abgeht.

Diese Umfrageergenisse können wir derzeit nicht überprüfen.

In den letzten Umfragen wurde überall ausgewiesen, dass sie Verluste hinnehmen musste, vor allem, wo es um ihre Person geht.

Höre um mich rum von etlichen, die mir ungefragt erzählen, dass man nun NPD oder AfD wählen müsse, und was man alles mal gewählt hätte, warum und was man nicht mehr wählen würde. Dass die Merkel weg müsse.

Das ist derzeit anders als je zuvor. Das mag nicht mit dem Stand in der Masse übereinstimmen, aber zumindest wird nicht umsonst überall die Befürchtung artikuliert, es würden eben diese Parteien von dem Flüchtlingssdrama profitieren. Die letzte Wahl in Össtereich fiel ja auch in der Richtung aus.

Wobei es eben auch noch nicht heißt, dass alle Wähler, die andere Parteien wählen, als die eben genannten, für die derzeitige Zuwanderungspolitik Merkels wären.

In den letzten Tagen, ja Stunden dreht sich der Wind in den MSM zudem immer rascher. Eben wurde noch ausgedehnt so getan, als hätte die Merkel in der Fernsehschow die Mengen beruhigt, nein sogar begeistert, nun wird überall davon gesprochen, dass seitdem die Beunruhigung zugenommen hätte. Den Tag über wurde so getan, als sei Seehofer der Verrückte, unwichtige Hinterwäldler, nun meldet sich eilends Altmaier und sagt, man würde sich verständigen (die Berichterrstattung und Kommentierung des Innenministertreffens versuchte zwar sogar Bayerns Argumentation zu verspotten, dass sie die Mehrheit der frisch Zugewanderten aufgenommen hätten, durch, und da haben wir es mal wieder vorgeführt bekommen: Zahlenspielchen, die sich ebenso eristisch veranstalten lassen, wie mit anderen Worten, und nun beeilt sich Altmaier zu verkünden, die Bayern seien besonders belastet und hätten mit Abstand die größte Belastung zu ertragen. Sie sind halt getriebene von den Umständen.

Man denke an den wichtigen Unterschied, den Max Weber, dessen Meisterwerk für jeden Staatskritiker und Scharfsinnigen eine wahre Fundgrube ist, herausarbeitete: Lässt sich Politik vom Gefühl oder von Folgeabschätzungen leiten.

Webers Wirtschaft und Gesellschaft ist natürlich nach wie vor ein Standardwerk - zeitlos und brilliant).

PS: Danke sehr für Deine anteilnehmende Wort neulich. Denke immer noch
über die diskutierte Sache nach, denn es soll ja gründlich ausfallen.


Ja, Gesundheit ist wichtiger, als recht zu behalten.

Da hast Du nur zu recht - sehr gut gesagt.

Und am Ende wird es sich ja zeigen, wie es läuft.


Grüsse, Zara

Hast Du mal Tschechow gelesen oder gesehen? Übrigens nicht nur ein grandioser Beobachter und großer Dichter, sondern auch Arzt, der unermüdlich und meist kostenlos Menschen half : https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Pawlowitsch_Tschechow

Sein Herangehen an Tolstoi ist nur ein Teil seiner Geschichte.

Könnte mir vorstellen, dass Du seine Stücke mögen würdest und, dass Du ihn längst kennst.

Viele freundliche Grüße

azur

--
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(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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