Passiver Widerstand, Teil 2
Warum sollte jemand, der jahrzehntelang in die Krankenkasse einbezahlt hat, nicht mal was davon haben? So für den Anfang mal 14 Tage Krankschreibung wegen Burn-Out. Und dann gleich nochmal 6 Wochen hinterher.
Klar könnte man jetzt sagen: Das ist unfair den anderen Beitragszahlern gegenüber. Aber mindestens genau so unfair ist es, wenn pro Jahr eine Million Menschen (nächstes Jahr eher mehr), die nie auch nur einen Cent in die Krankenversicherung einbezahlt haben, kostenlos mitversichert werden.
Das mit dem Burn-Out ist übrigens einfacher als man denkt. Da hat sich mittlerweile eine richtige Industrie gebildet (nicht ganz unähnlich der Zuwanderungsindustrie
). Ein Arbeitskollege (und guter Freund) hat mir erzählt, welche Erfahrungen er da gemacht hat. Da stellen sich einem die Fußnägel auf. Er hatte einfach keinen Bock mehr und wollte den Sommer über eine schöne Zeit. Also zu einer dieser auf Burn-Out spezialisierten Artzpraxen gefahren und sich untersuchen lassen. Vorher hat er im Internet recherchiert, was es bei Burn-Out alles für Symptome gibt (Schlafstörungen, Panikattacken, Durchfall, usw.). Das dann der Ärztin so erzählt. Das Ergebnis war: Erst mal 14 Tage Krankschreibung (Sie wörtlich: "Was halten sie davon, wenn ich sie erst mal 14 Tage krank schreibe?". Er: (innerlich grinsend) "Ja wenn es sein muss"). Überweisung zum Psychologen mit Empfehlung zu welchen genau (die hatten ihre Praxen zufällig im selben Haus wie die Burn-Out Praxis). Plus Überweisung für 8 Stunden Physiotherapie (Sport ist gut bei Depression
) zu einer an die Burn-Out Praxis angeschlossenen Physiotherapie-Praxis (gleich über die Straße). Als mein Freund (der sehr sportlich ist) meinte, er würde eh viel Sport machen, sagte die Ärztin: "Ach, die Krankenkassen zahlen das. Das sollten wir schon in Anspruch nehmen".
"Eine richtige Mafia ist das" meinte mein Freund.