vieles ist möglich

nereus, Dienstag, 18.08.2015, 07:47 (vor 3810 Tagen) @ CrisisMaven4430 Views

Hallo CM!

Danke für die nachgelieferte Info.

Du schreibst: Im Uebrigen weiss man es aber noch nicht einmal, was genau da explodierte, denn: Ammoniumnitrat wird zu Gas (Wasserdampf, Stickstoff, Ammoniak, ein paar nitrose Gase usw.) - es laesst sich nach der Explosion nicht mehr nachweisen.
Dass es Ammoniumnitrat war, ist m.E. eine vielleicht begruendete, aber nicht bewiesene Vermutung.

So ganz unklar scheint es mittlerweile aber nicht mehr zu sein, siehe hier:

Die gefährlichen Chemikalien bei den Explosionen in einem Lagerhaus in Tianjin konnten identifiziert werden.
Wie das Tianjiner Amt für Sicherheitsüberwachung bekannt gab, hätten sich die gefährlichen Chemikalien, die die Explosionen verursachten, hauptsächlich in der Lade- und Ankunftszone des Lagerhauses befunden. Die Chemikalien seien identifiziert worden. Demnach seien unter anderem
Natriumchlorat, Kaliumnitrat, Cyclohexylamin und Cyannatrium für die Explosionen verantwortlich gewesen.

Quelle: http://german.china.org.cn/china/2015-08/16/content_36320614.htm

Dass eine solche Explosion fremde Geheimdienste auf den Plan rief und bis heute Zweifelsfragen bleiben, ist daher nicht verwunderlich.

Eben, ausschließen sollte man so etwas grundsätzlich nicht, wenn man den Blick in alle Richtungen frei haben will.
Es wäre schließlich nicht die erste verheerende Explosion, die von Nachrichtendiensten gesteuert wurde.

Eine der Fragen ist, wie die Firma Ruihai International Logistics CoLtd eine so große Menge an gefährlichen Chemikalien im Lagerhaus lagern konnte, einige davon sogar außerhalb der Halle. Southern Metropolis Daily hat berichtet, dass die Firma 700 Tonnen hochgiftiges Natriumcyanid außerhalb der Halle lagerte, als sich die Explosion ereignete. „Die erste Frage ist, wie es der Firma erlaubt werden konnte, eine so große Menge giftiger Chemikalien zu lagern“, sagte Dong Wengeng, ein Professor für Sicherheitsarchitektur an der Hebei University of Science and Technology.

Der Zeitungsbericht sagte, die Firma hätte die Erlaubnis für die Einlagerung von ungefähr 10 Tonnen Natriumcyanid gehabt. Die Webseite der Firma sagte, man könne Lagermöglichkeiten für sechs Kategorien an gefährlichen Chemikalien anbieten. Nach Ansicht von Experten für Chemie ist der Mix an Chemikalien in dem Lagerhaus hochgradig unprofessionell. „Man kann niemals sechs unterschiedliche Kategorien an Chemikalien in derselben Einrichtung unterbringen, da sie bei einer Vermischung eine Explosion ergeben könnten“, sagte Dong. „Es macht die Arbeiten für die Feuerwehrleute auch extrem schwierig. Im Falle eines Feuers können einige Stoffe bei Kontakt mit Wasser explosionsartig reagieren. Man müsste diese also mit Trockenpulver löschen, was wiederum andere Stoffe zur Explosion bringen kann.“

Quelle: http://german.china.org.cn/china/2015-08/17/content_36328238.htm

Offenbar ist es also auch in China nicht üblich so fahrlässig mit Explosivstoffen umzugehen.
Daher sind also verschiedene Szenarien denkbar.

Totaler Leichtsinn bei Ruhai Logistic wegen Unkenntnis oder Geldgier.

Ein anonymer Insider der Tianjiner Stadtplanungsbehörde sagte, dass Tianjin die chemische Industrie in den letzten Jahren zu stark entwickelt hätte, was eine Abweichung vom ursprünglichen Plan dargestellt habe, berichtete die National Business Daily.

Quelle: http://german.people.com.cn/n/2015/0815/c209052-8936661.html

Eine Umschreibung für Kohle machen um jeden Preis.
Andererseits kann ein Dienst solch bösen Lücken nutzen, um ein Zeichen zu setzen.

Zunächst geriet der durch die Explosionen verletzte und sich in Polizeigewahrsam befindende Chef des Logistikunternehmens, Zhi Feng, in den Fokus der Diskussionen. Ihm wurden wegen seines in China seltenen Familiennamens verwandtschaftliche Beziehungen mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Tianjin, Zhi Shenghua, nachgesagt. In China mehren sich jedoch die Gerüchte, wonach Zhi Feng nur ein kleiner Fisch in den Verstrickungen rund um Ruihai Logistics sei. Es gibt gar Vermutungen, mit den Explosionen hätten die Täter Spuren verwischen wollen. Um welche es sich dabei genau handelt, bleibt wie so vieles im Verborgenen.

Jenseits der Spekulationen um Zhi Feng sorgt nun die Gesellschafterstruktur von Ruihai Logistics für Stirnrunzeln. Offiziell hat das Unternehmen mit Li Liang und Shu Zheng zwei Teilhaber; Li hält 55% der Anteile, Shu die restlichen 45%. Von Letzterem ist ein Interview aufgetaucht, in dem er gesteht, er halte die Anteile nur für einen Freund, dessen Namen er nicht nennen wolle. Der Unbekannte habe die Identität des 32-jährigen Shu benötigt, um Ruihai Logistics registrieren zu lassen. Er selbst sei beim Staat angestellt, fügte Shu zu seiner Entlastung an, und habe nie für das Logistikunternehmen gearbeitet oder Verträge unterzeichnet. Allein diese Verschwiegenheit und die Rolle des Staatsbediensteten Shu, die Anteile von Ruihai Logistics nur zum Schein zu halten, werfen Spekulationen über die Person auf, die hinter den Machenschaften steht.

Quelle: http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-dubiosen-machenschaften-in-tianjin-...

Wie gesagt, vieles ist denkbar.

mfG
nereus


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.