Hallo Nereus (mT)

DT, Montag, 17.08.2015, 15:15 (vor 3811 Tagen) @ nereus5155 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 15:22

CM hat sicherlich recht, daß es sich damals im Jahr 1921 um ein Gemisch von Ammoniumsulfat und Ammoniumnitrat (sogn. Ammonsulfatsalpeter) gehandelt hat. Bei einer Beimischung von 45% Sulfat dachten die Chemiker der BASF, daß es
ungefährlich sei, ihn mit Dynamit zu lockern, weil sie vorher eine Versuchsreihe angestellt hatten. Das wird auch in den verschiedenen Artikeln,
die oben verlinkt sind, zitiert. Ich habe auf den Bildern von damals keine 4000 Tonnen übriger Dünger mehr gesehen, aber wer weiß schon, aus was der Wall um den Krater bestand.

Was mich vor einigen Jahren im Rahmen von Atombombentests gewundert hat, wie beständig Erde ist, wenn es um den Schutz von Bunkern geht.

Hier eine Tabelle, welche Sprengkraft welche Kraterdurchmesser erzeugt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Explosionskrater

Sprengkraft: 20 kt 100 kt 500 kt 4,5 Mt
Bombentyp: Typ Nagasaki-Bombe GB/USA Trident II GUS SS-25, SS-27 China DF-5a
Zielpunktabweichung: mehrere Kilometer 90 m 350 m 500 m
Kraterdurchmesser: 45 m 73 m 118 m 228 m
Bunker zerstört: 56 m 91 m 147 m 285 m

Allerdings wird dann auch hier zitiert:
"Diese Werte für den Kraterdurchmesser gelten für die Detonation auf trockenem und festem Untergrund, wobei der größte Teil der Energie oberirdisch als Luftdruckwelle und Wärmestrahlung abgegeben wird (Prinzip des geringsten Widerstands); unterirdische Explosionen führen zu weitaus größeren Kratern. So ist einer der größten Explosionskrater der Krater des Sedan-Experiments der Operation Plowshare vom 6. Juli 1962 auf dem Nevada-Testgelände. Die Sprengung war Teil eines Programms zur friedlichen Nutzung von Atomwaffen für Erdbewegungsarbeiten.

[image]
Sedan-Explosionskrater in Nevada (1962)

Der Sprengkopf hatte eine Sprengkraft von 104 kt und wurde als Untergrunddetonation in 193 m Tiefe gezündet. Die Explosion bewegte 12 Millionen t Erdreich, verursachte ein künstliches Erdbeben der Stärke 4,75 auf der Richter-Skala und hinterließ einen hochradioaktiv kontaminierten Krater mit 390 m Durchmesser und einer Tiefe von 97 m, also wesentlich größer als der Tabellenwert. Ähnliches gilt auch für Impaktkrater."

Edward Teller und andere wollten ja Atomexplosionen benutzen, um Arbeiten zB beim Kanalbau (Suez, Panama etc) oder in Tagebauen effizienter zu machen. 104 kT IN 193m TIEFE führten zu einem Krater von 390 m Durchmesser und 97m Tiefe. In Tianjin war sicherlich eine oberirdische Detonation im Spiel, für die die oberen Tabellenwerten gelten. Bei 118m Kraterdurchmesser und 147 m tiefe Zerstörung eines Bunkers waren 500 kT nötig.

In Zürcher Tagesanzeiger werden heute 21 Tonnen (keine kT) TNT für Tianjin angegeben, was mir sicherlich als zu wenig erscheint, wenn man bedenkt, daß
1921 bei der BASF ein Äquivalent von 2 kT im Spiel war, um einen ähnlich großen Krater zu erzeugen.

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/21-tonnen-tnt-explosive-energie-im-vergleich/story/2...

DT


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