Wir koennen nur raten, aber es fuehrt nur in begrenztem Umfang zur "Wahrheit" ...
Bei einer Beimischung von 45% Sulfat dachten die Chemiker der BASF, daß es ungefährlich sei, ihn mit Dynamit zu lockern, weil sie vorher eine Versuchsreihe angestellt hatten.
Ja, aber, wie das so mit Laborversuchen ist, sind sie nur bedingt uebertragbar auf die Realitaet. So koennen z.B. Verunreinigungen in der Realitaet katalytisch wirken, etwa Stiefelabrieb, die man im Labor nicht mit beigemengt und daher nicht untersucht hat (das ist ein fiktives Beispiel, so etwas kommt aber immer wieder vor).
Was mich vor einigen Jahren im Rahmen von Atombombentests gewundert hat, wie beständig Erde ist, wenn es um den Schutz von Bunkern geht.
Atombomben wirken vor allem durch den erzeugten "Wind", und der wirft Gebaeude um. Einen Bunker von aussen mit Kernwaffen anzugreifen, ist eine ganz andere Nummer und erfordert u.U. die hundert- bis tausendfache Sprengkraft, die noetig waere, normale Buerohaeuser oder Wohnhaeuser dem Erdboden gleichzumachen. Direkt unter der Hiroshima-Bombe blieb ja eine Gebaeude nahezu unversehrt - aus eben diesem Grunde. Haette es nur 50 m seitlich versetzt gestanden, waere es zerstoert worden.
"Diese Werte für den Kraterdurchmesser
Solche Tabellen sind m.E. wenig einschlaegig fuer, wie in Tjanjin, "ungeplante" nicht "arrangierte" Explosionen.
Im Zürcher Tagesanzeiger werden heute 21 Tonnen (keine kT) TNT für Tianjin angegeben, was mir sicherlich als zu wenig erscheint, wenn man bedenkt, daß 1921 bei der BASF ein Äquivalent von 2 kT im Spiel war, um einen ähnlich großen Krater zu erzeugen.
Ja, die Diskrepanzen kommen eben daher, ob der Sprengstoff "ideal" positioniert ist. In Oppau konnte der Grossteil des Sprengstoffes nicht an der Kraterwirkung teilnehmen, jedoch sehr wohl den "Sturm" erzeugen (s.o., Atombomben), der alle umliegenden Gebaeude zerstoerte und in Muenchen und Frankfurt noch zu hoeren war.
Drum ist auch bei journalistischen "Ermittlungen" hier Vorsicht geboten.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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