Zwangsunterbringung
Man sollte sich dieser Tage selbst dabei beobachten, was die Flüchtlingsströme mit einem machen. Das Thema geht auch an mir, als klar zu erkennendes Schlitzauge, nicht vorbei. Da ich eigentlich nur Anzug trage, komme ich ganz gut durch den deutschen Alltag. Ich werde, wenn überhaupt, auch nur als gefährlich, aber ja im Grunde diszipliniert wahrgenommen, weniger als Krimineller bzw. Zombie. Hatte da eine ganz interessante Diskussion mit einem befreundeten Journalisten eines Tagesblättchens (so eines, das der Rentner immer liest) letzte Woche, in der wir uns mal in die verschiedenen Wahrnehmungen vertieften.
Bisher ist alles ganz spannend, noch ganz prickelnd und aufregend. An den Bahnhöfen, Autobahnen, Tankstellen sitzen sie, auf Stadtfesten begegnet man ihnen, vor den Rathäusern, in den Parks, am Straßenrand und in den Zeltunterkünften. Düsseldorf plant 12 Containerstandorte und bis nach Münster hoch alles paletti.
Solange man nicht rechnet.
Ganz tief im Inneren "genießt" der Deutsche seine Willkommensstellung und Fähigkeit, dass er sich derzeit noch selbst ein Urteil bilden darf, dass er auch selbst bestimmen kann, ob er dem Thema seine Aufmerksamkeit schenkt. Die Beteiligten ahnen schon, was Berlin und auch die Länder längst wissen: Es gibt keinen Plan für die tatsächlichen Zahlen.
Die Wahrnehmung wird sich so beginnend ab Mitte September bis Mitte/Ende November "radikal" geändert haben. Die einzige finanziell und humanitär machbare Form der Unterbringung von Millionen Flüchtlingen steht nämlich unmittelbar vor ihrer medialen Verfütterung.
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.