Dass die radioaktiven Auswirkungen von Atombomben und Kernkraftwerken nicht vergleichbar sind, wurde hier schon vor Jahren ..
... ausfuehrlichst beschrieben.
Der Unsinn ist offenbar trotz akribischer Dokumentation nicht totzukriegen.
Bei einer Atombombe geht der Grossteil der an Materie gebundenen Radioaktivitaet (Radionuklide, Staeube), mit dem Atompilz aufgrund der grossen Hitzeentwicklung in die Stratosphaere.
Dort bleibt sie dann lange, lange Zeit und kommt als "Fallout" nur langsam, langsam wieder herunter. Bis dorthin sind zudem die kurzlebigeren Radionuklide zerfallen und ... die Flaeche, auf der das niederregnet ist, wie Ozean und ein Grossteil des Festlandes, unbesiedelt.
Atomkraftwerke jedoch haben -bei heute ueblichen Baugroessen- das ca. viertausendfache radioaktive Inventar einer Hiroshima-Atombombe.
Und dieses tritt, wenn es austritt, bodennah aus.
Nehmen wir mal an:
A) Es handelt sich um das viertausendfache Gefaehrdungspotential gegenueber einer "kleinen" Atombombe (hinsichtlich der Verstrahlung, nicht natuerlich der Sprengkraft - aber von der merkt man nach einer Stunde spaetestens nichts mehr, von Tschernobyl und Fukushima und Harrisburg merkt man dagegen heute noch was).
B) Setzen wir Stratosphaeren-Eintrag gegenueber bodennaher Verteilung mit einem Faktor hundert (sicherlich weit zu niedrig gegriffen!) an.
C) Setzen wir den Faktor "weltweite langsame Verteilung" gegenueber "Verteilung in besiedelten Gebieten" (dort stehen Kraftwerke halt immer, wegen der Naehe zum Verbraucher) ebenfalls mit dem Faktor hundert an (auch das um zwei, drei Zehnerpotenzen wohl zu konservativ!)
Dann ergibt sich eine einfache, konservative, die Gefahren eines Atomkraftwerkes also unterschaetzende, Rechnung[/link]:
Gegenueber einer Hiroshima-Uran-Bombe hat ein heutiges 1.300 MegaWatt-Atomkraftwerk (ca. 4.000 MegaWatt thermische Leistung)
[das 4000fache Inventar, das sich bodennah 100fach konzentrierter verteilt, bei 100fach groesserer Chance, einen Menschen zu treffen, der radioaktiv dadurch verseucht werden kann]
Oder 4.000 x 100 x 100 = etwa das 40.000.000fache oder in Worten vierzigmillionenfache radioaktive Verseuchungspotential eines durchschnittlichen Kernkraftwerks gegenueber der erwaehnten Hiroshima-Bombe.
Das hat schon was. Und es ist konservativ unterschaetzt!
Das koennte und wuerde passieren, wenn man ein gerade voll in Betrieb befindliches 1.300 MW-Kernkraftwerk mit konventioneller Bewaffnung in die Luft jagte, so dass sich sein gesamtes Inventar bodennah ueber hunderte Kilometer Umkreis verteilte.
Zum Glueck ist das bisher nicht passiert. Koennte aber jederzeit. Technisch moeglich ist es nunmal. (Von anderen Gefahren, die statt eines gleich alle Atomkraftwerke destabilisieren, ganz zu schweigen.)
In hunderten Kilometern Umkreis gibt es dann, je nach Besiedlungsdichte, z.B. Deutschland (Hamburg, Frankfurt/M.) hunderttausende "Sofort"-Tote (Stunden bis Wochen) sowie Millionen Strahlenkranke mit sofort fuehlbaren Symptomen wie auch Krebsarten, die sonst nicht aufgetreten waeren, und die sich ueber Jahre und Jahrzehnte erst einstellen. Die genetischen Auswirkungen erleben ihren Hoehepunkt u.U. nochmal hunderte Jahre spaeter, wenn rezessiv vererbte Schaedigungen sich erstmals rekombinieren in einem Kind-Genom; heute abschaetzbar ist das nicht wirklich.
Das Gebiet wird unbewohnbar und ist landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar.
Dieses Extrem-Szenario, das in den Sicherheits"berechnungen" nicht berechnet und nicht abgebildet wird, weil es "zu selten" auftraete, ist realistisch, aber bisher noch nicht aufgetreten. Dass es nicht eingepreist wird, hat damit zu tun, dass Kernkraft sonst niemals zivil nutzbar waere.
Darum wollten die Elektrizitaets-Konzerne keine Atomkraft!
Es gibt jedoch keine andere Technologie, bei der ein entsprechendes Extrem-Szenario auch nur annaehernd vorstellbar waere.
Selbst nach einem Atomkrieg in militaerisch "sinnvollem" Umfang (also Bombardement, nur um den Gegner zu vernichten, nicht, um die Landschaft zusaetzlich "umzupfluegen"), waere das Gelaende hinterher wieder nutzbar, wenn auch sicherlich nicht gerade die hoechsten Immobilienpreise zu erzielen waeren. Aber das waere eher ein psychologisches Problem. In Kerala/Indien wohnen schliesslich auch schon immer Menschen.
Ich frage mich nur: wie kann es sein, daß man nach 29 Jahren in Tschernobyl rumspazieren kann und dort keine Monster sieht, die Tiefseeungehauern ähneln.
Gerade hast Du Hollywood gegeisselt, jetzt kommst Du mit demselben Schwachsinn?! Es entwickeln sich NIE "Monster". (Fast) alle kuenstlich induzierten Mutationen fuehren zum Absterben des Organismus, meist schon im Mutterleib bzw. Ei.
Auch die Gentechnik nutzt gerade keine (kaum) Mutationen - sie baut anderswo bewaehrte Gensequenzen in Tiere und Pflanzen ein!
Da Tiere sich anders verhalten als Menschen (mit gewissen Ausnahmen), d.h. Nachwuchs, der sich nicht selbst erhalten kann, verhungern lassen oder selbst wieder auffressen, "sieht" man logischerweise in Tschernobyls Umgebung nichts. Schon gar nicht aus Deutschland und 2.000 km Entfernung. Oh Manno.
Das heisst bei Weitem nicht, dass man dort ungestraft Landwirtschaft treiben koennte, ohne missgebildete Kinder zu bekommen.
Die Bäume sehen aus wie bei uns, die Sträucher, die Blumen, auch die Tauben, die wir aufgrund ihrer Fortpflanzungsfreudigkeit oft als Plage ansehen, sehen genauso aus wie bei uns.
Koenntest Du mal den Link zu Deinem Reisebericht posten? Mit Fotos und so?
Wie oben erlaeutert, tun sie das - aus der Ferne. Dass sich dort Veraenderungen eingestellt haben, ist im Uebrigen gut dokumentiert.
Hiroshima und Nagasaki wurden beide nach dem Krieg wieder aufgebaut. Hiroshima hat heut knapp 1,2 Mio Einwohner und Nagasaki ca 430.000. Und alle sehen natürlich aus wie Nachfahren des Glöckner von Notre Dame, oder?
Genau. Wie erlaeutert. Kann es sein, dass Du Dich mit diesem Thema bisher nie wissenschaftlich auseinandergesetzt hast?
Ich will die Gefahren nicht verharmlosen,
Sieht entweder ganz danach aus, oder es ist nicht eines Deiner Wissensgebiete.
aber apokalyptisches Denken ist was für Psychologen und keine solide Begründung für eine "Energiewende".
So ist es. Suchst Du jetzt einen Psychologen auf? Oder war das nur rhetorisch gemeint?
Und ich sehe keinerlei Grund, den Japanern charakterliche Defizite ob ihrer Haltung zur Atomenergie vorzuhalten, sondern viel eher, sich selber gelegentlich den Spiegel vorzuhalten.
Gerne geschehen ...
Daß im Ausland viel von der "german Angst" geredet wird, sollte einem auch zu denken geben.
Ja, denn die Deutschen haben "es" erfunden. Ist einfach nur Wissensvorsprung, nicht Angst. Und bei den anderen Wissensdefizit, nicht Mut. Und die militaerischen Gruende nicht uebersehen, die fuer Deutschland gar nicht gelten (sollten).
Und der Sachverstand ist immer noch ueberwiegend deutschsprachig.
[Edit: ach ja, den Normalbetrieb hatte ich dabei ganz vergessen ...]
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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