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Die Diskussion beginnt sich in Sekundäreffekten zu verzetteln. Analysieren wir doch das Hauptproblem, wie von Leser 23 beschrieben, genauer:
Sehr schwierig, hier klar und vor allem eindeutig zu analysieren. Hab erst mal länger nachgedacht, bevor ich da was dazu sage.
Generell halte ich die Amis nicht für gewieft genug, um wie beim Schach im Rösselsprung über drei Ecken zu denken. Sich im Irak zu engagieren, danach in anderen arabischen Ländern, um bereits vorher zu wissen, dass dann eine kleine Völkerwanderung Richtung Europa stattfindet, und darauf zu spekulieren, - ich weiß nicht.
Ich halte es eher für realistisch, dass die Amis unter dem Schutzschild der Nato für die sogenannte „Dämokratie“ eingetreten sind, in Wirklichkeit aber nur die Hand auf die Rohstoffressourcen legen wollten, vor allem aufs Öl. Ob sie schon vorher wußten, dass sie mit Fracking nur die Butter aufs Brot kriegen, wenn sie die Weltmarktpreise in den Keller bringen, - und wie sie das am besten anstellen sollten, - das gehört auch in den Bereich der Spekulation. Ist aber nicht abwegig. Schließlich war das Thema Fracking sowie das Ziel der Unabhängigkeit vom Öl schon vor Saddam auf der Tagesordnung, zumindest intern.
Dazu kommt die ständige Angst im Hinterkopf, der Russe könnte ihnen die Wurst vom Teller ziehen, - z.B. bei den Arabern oder den Iranern. Möglicherweise spielt auch das eine Rolle, sich da in Arabien zu engagieren, um dem Russen den Saft abzudrehen.
Wenn eine Rechnung nicht aufgegangen ist, dann ist es die, dass die Amis von den jeweiligen arabischen Völkern als „Retter“ und „Befreier“ hochgepriesen werden. Im Gegenteil. Sie haben überwiegend verbrannte Erde hinterlassen und Chaos dazu. Der Araber gibts schon aus religiösen Gründen sowie aufgrund seiner Mentialität nicht zu, dass auch er bei der Kacke seinen Anteil dran hat, - er gibt die Schuld komplett den Amis. Dadurch kann er auch alles rechtfertigen, was „danach“ kommt.
Nun haben die Amis den Salat. In manchen Staaten haben sie ein paar Ölsprudler unter Kontrolle, - aber zu welchem Preis? Tag und Nacht bewachen, andauernd mit Anschlägen rechnen? In Afghanistan gehts noch, - da machen sie noch das Geschäft mit dem Mohn. Aber wie lange noch?
Langer Rede – kurzer Sinn: Außer Spesen nichts gewesen. Der Ami würde kaum zigtausende Tote in seiner Armee riskieren, wenn er damit in dritter Linie Europa eins auf die Eier hauen wollte. Das kann er sich schon politisch nicht leisten.
Denke eher, dass der Ami erkannt hat, dass er bei den Arabern und in Afghanistan politische Scheisse produziert hat, - wobei genügend Särge nach Hause geschickt wurden. Das muss irgendwie in trockene Tücher kommen, sonst geht der Schuß politisch nach hinten los. Dazu die ständige Angst vor der Konkurrenz des Russen. Klar würde dem Ami eine Achse Berlin-Moskau verdammt sauer aufstoßen.
Da kam ihm die Sache mit der Ukraine äußerst gelegen. Wie er es geschafft hat, das Gemerkel und vor allem Hollande dabei auf seine Seite zu ziehen, - es ist schon bewundernswert. Obwohl dabei die NSA-Spionage andauernd die Suppe versalzt. Da aber hilft ein probates Mittel: Man belegt denjenigen, der da über irgendwas Peinliches nachdenkt, mit allen möglichen anderen Problemen, dann kommt das erstere automatisch in den Hintergrund.
Der Sekundäreffekt mit den Flüchtlingen aus den arabischen Ländern, sowie die Inszenierung mit IS, das ist da gerade recht gekommen. So schafft man es, aus Niederlagen politischen Profit zu schlagen.
Interessant nur, dass man fast alle europäischen Regierungen, - insbesonders die Nato-Partner, dabei so brav auf Kurs bekommt. Ein Bravourstück sondersgleichen, - aber es funktioniert anscheinend. Niemand kommt auf die Idee, den Amis die Asylanten,die sie als Sekundäreffekt selbst produziert haben, aufs Aug zu drücken. Die bleiben schön brav in Europa und richten wunschgemäß Chaos an.
Tja, - das sind so meine Gedanken dazu. Das kann alles natürlich ganz anders sein, - ich denke halt mal in dieser Richtung. Bin halt auch kein Politwissenschaftler, sondern ein einfacher Mensch vom Bau.