Nicht ursächlich für die derzeitigen Ereignisse
Hi pigbonds,
die derzeitige Entwicklung in Syrien hat meiner Meinung nach nicht direkt etwas mit Heinsohns Youth Bulge oder der Bekämpfung eines solchen zu tun. Die hohen Geburtenzahlen der Vorkriegsjahre haben aber indirekt klar Einfluss auf die wie auch immer gearteten Widerstände der beteiligten Parteien, auf die immer größer werdenden Flüchtlingsströme.
Ich sehe die Ursachen des Syrienkrieges, so wie ebenso im Nachbarland Irak, in Ägypten und Libyen in seit langer Zeit geplanten Strategien der NATO-Staaten, sowie auch der beteiligten Gegenparteien (Russland ft. syrische Armee und weitere Parteien (vordergründig militärischen - hintergründlich finanziellen). Die Söldner, die nun schon über 2 Jahre lang über die Türkei nach Syrien importiert wurden und sich nun IS entlang des Euphrats schimpfen, ihnen würde sofort die Luft abgeschnitten werden, wenn die Grenzen zur Türkei dicht wären. Das ist auch der wahre Grund der türkischen Angriffe. Nicht die Kurden sind eine Gefahr, sondern der Verlust des Portals in Richtung Syrien. Die Pufferzone im Norden ist der gegenwärtige Dreh- und Angelpunkt dieses Konflikts (Nachschubkonvois, Importe der Söldner). Ich seh es ähnlich wie Chossudovsky, nur mit dem Unterschied, dass dieser Konflikt für alle Seiten weiterhin ein hervorragendes Investment ist, nicht nur für die USA/NATO. Staatendenken ist Vergangenheit, wenn man diese Konflikte begreifen will. Von Saudi Arabien bis Moskau hängen irrsinnige Kreditvergaben an diesem Konflikt (militärindustriell, militärisch, militärstrategisch, Söldnermarkt). Meiner Meinung nach geht es nur darum, einen Flächenbrand in Nordafrika um Europa gedreht zu entfachen, der über Jahre bis Jahrzehnte hinweg Aufschuldungspotential bietet. Man muss die Konflikte unserer Zeit aus rein finanzieller Sicht denken. Aus finanzieller Sicht sind sie mittel- bis langfristig unumgänglich.
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Dass die Zustrombewegungen von Flüchtlingen in die EU-Staaten weiter zunehmen werden, ist nicht unbedingt vorprogrammiert. Denn wir sollten auch eine ruckartige Veränderung der politischen Landschaft Europas in Betracht ziehen ("Papa, ich geh jetzt Steine auf die werfen! Seit ihr auch später dabei?"). Der Konflikt wird medial zu 100 % nicht vor den Toren der EU halt machen. Der Marke IS, hinter der sich wie gesagt zahlreiche lokale Konflikte und teils über Jahrzehnte aufgepumpte religiöse Spannungsfelder verstecken (siehe meine treffenden Hinweise von vor 4 Jahren zur zukünftigen Entwicklung im Irak) wird man es vielleicht sehr bald zu verdanken haben, dass sich Europa inmitten seiner Turbulenzen militärisch und grenztechnisch gegen eine Gefahr verteidigen wird, die man über eigene Investments in den Regionen selbst mit heraufbeschwört hat. In dem Oststaatenkonflikt der EU (noch auf die Ukraine beschränkt) hat man eine wunderbare Ergänzungsstrategie gefunden, damit von IWF über Brüssel, Washington und Moskau die Einflussnahme mittels irrsinniger Kreditvergaben wachsen kann. Wer hier in Staatsgrenzen denkt, wird den Konflikt meiner Meinung nach nie verstehen, der glaubt auch noch daran, dass hinter dem 2. Weltkrieg keine tieferen finanziellen Notwendigkeiten aller beteiligten Seiten standen.
Ich denke, dass die auch hier bereits durch typische Werbefachleute angestimmten Spannungen und Spaltungen in naher Zukunft außer Kontrolle geraten werden. Das Volk wird gerade brachial darauf eingestimmt. An Stehtischen der letzten Tage merkte man wie stark bereits jetzt der Ruf nach Ausgrenzung ist. Wir werden einen medialen Krieg erleben, der auf ein paar Gewalttaten (ähnlich wie Tunesien) aufgesetzt wird, die Europa in Angst & Schrecken versetzen werden. Die totale Dämonisierung aller Muslime/Andersgläubiger und der Ruf nach Geschlossenheit wird folgen. Und die Antwort wird innenpolitisch wie außenpolitisch (militärisch) folgen. Wenn zudem erst der Ukrainekonflikt sein noch im Stall gehaltenes Potential entfaltet, wird sich Europa aus Sicht seiner Investoren gewaltige Schritte voran bewegen. Mit Flüchtlingen ist dann sehr schnell Feierabend!
Grüße,
Ashitaka
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