Könnte von mir sein
Hallo Hasso,
bei Deinen Beschreibungen habe ich mich sofort wiedergefunden, so ist (war) es halt bei der Luftwaffe (ähnlicher Jahrgang).
Der längste Marsch, den ich je mitmachte (mit sehr leichtem Gepäck), war 5 km lang und dann gabs auch mal nen kurzen Orientierungsmarsch, der in einem Kompaniefest mit reichlich Spanferkeln überm Grill und viel Getränken irgendwo in einem von anderen zuvor aufgestelltem Zeltlager stattfand. Zurück war freigestellt, ob mit Bus oder zu Fuß zurück zur Kaserne - habe natürlich den Bus genommen.
- Und ich habe gut 10 % zugenommen während der Bundeswehrzeit/Luftwaffe.
Es gab ein paar Auslandsaufenthalte, immer mit sehr viel Freizeit und, und, und, aber auch dort gab es nichts zu Kämpfen, dafür lernte ich ich Eßgewohnheiten von Amis und Tommys kennen.
Also eines habe ich bestimmt nicht gelernt, zu kämpfen. Eigentlich war es nur die totale Langeweile wegen Nichtstun, Rumsitzen. Auch auf ein wenig Ordnung wurde nur währrend der Grundausbildung geachtet, danach nie wieder.
Ich hatte übrigens mal nachgerechnet. Ich war während der Bundeswehrzeit zu 4/7 zuhause und zu 3/7 im Dienst, also konkret: von 21 Monaten war ich effektiv 9 Monate für die Bundeswehr "tätig" und bekam noch viel Knete dafür, aufgrund der vielen Zulagen (habe bis heute nicht verstanden, wofür eigentlich) hatte ich netto immer mehr als mein Brutto-Grundgehalt.
Bei meinem Job bin ich meistens zum 2. Frühstück aufgestanden, also so gegen 9 Uhr/9:30 Uhr, hab ein wenig getan, danach bei gutem Wetter auf den Südseiten der Bunker (mit gepflegtem Rasen) gesonnt, oder ein wenig Tennis gespielt, wenn es heiß war, hatten wir auch einen sehr breiten langen Graben geflutet, in dem wir schwimmen konnten usw. usw.
Wenn ich ehrlich bin, ich habe mich richtig gefreut, wenn es mal irgend etwas Sinnvolles zu tun gab.
Komischerweise habe ich nie so wenig Alkohol getrunken wie während der Bundeswehrzeit.
- Und ich kann mir nicht vorstellen, daß es heute bei dem Haufen anders ist, schließlich hatten auch die langgedienten Offiziere und Feldwebel sehr unter Langeweile zu leiden.
- Ich war übrigens topfit, haßte aber langweilige Ausdauer-Sportarten, also so etwas wie ein 5000-Meter-Lauf. Jedenfalls sollten wir beim Sport mal so etwas machen. Nach gut 100 m habe ich den abgebrochen wegen Lustlosigkeit - übrigens ohne Folgen, das wurde akzeptiert. - das nur zum Thema Leistung bei der Bundeswehr.
Gruß Dieter