Kleiner Einspuch zur "4%" Umsatzsteuer ... die Belastung aus 4% USt war damals z.T. hoeher als die spaeteren 11% MWSt ...
und alle Steuern wurden bezahlt, z.B. 4% Umsatzsteuer.
Ja, aber das war damals sie sog. "Allphasenumsatzsteuer" (vgl. Konzeptionen der Umsatzbesteuerung). Auf jeden Verkaufsvorgang wurden 4% erhoben.
Also:
1) Raiffeisengenossenschaft kauft Saatgut = +4%
2) Bauer kauft Saatgut von Raiffeisen = + 4%
3) Bauer verkauft an ... Muehle/Molkerei = +4%
4) Molkerei verkauft an Suedmilch = +4%
5) Suedmilch verkauft an Lebensmittelmarkt = + 4%
6) Lebensmittelmarkt an Endverbraucher = + 4%
Dies fuehrte zu einer Verzerrung des Wirtschaftslebens, da es fuer einen vertikal integrierten Konzern Wettbewerbsvorteile ergab, denn bei seinen einzelnen (d.h. internen!) Weiterverarbeitungsstufen fielen ja keine Steuern an. Letztlich behinderte dies auch massiv die gesamtgesellschaftliche Arbeitsteilung.
Auch kann ein solcher Konzern dann nicht den Zulieferer wechseln - der ist er ja selbst, d.h. auch bei voruebergehendem Wettbewerbsvorteil zu einem weniger vertikal integrierten Konkurrenten krankten diese Konstruktionen an eben denselben Problemen wie die sowjetrussischen Kombinate.
Die Reform mit der Mehrwertsteuer mit Vorsteuerabzug war also fuer viele Bereiche anfangs eine Steuererleichterung!
Ansonsten stimmt der Rest Deiner Argumentation, ja ich behaupte sogar, es sind nicht "nur" zwei Drittel, sondern eher vier Fuenftel Staatsquote.
Bei ungefaehr 100% ist dann Schluss. Und die werden wir bald erreichen.
Ob die Deutschen daraus was lernen, darf bezweifelt werden. Wir werden genuegend Krugmaenner auf den Wahlzetteln finden, die uns erklaeren, dass nur ein Negativzins von minus 6 Prozent kombiniert mit 106% Staatsquote die Endloesung seien. Wobei sie sich selbst aus den 106% alimentieren werden.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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