Quelle: EU-Richtlinie - Welt: 42 h Realität (betriebliche Mitbestimmung gilt auch als Experiment der Briten im besetzen D)

azur, Samstag, 25.07.2015, 18:06 (vor 3832 Tagen) @ Dieter2762 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 25.07.2015, 18:30

Hallo DT,

die Quelle ist in einer Fußnote (18 des Wiki-Artikels) zu dem zitierten Text:
Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Euro-Lex - European Union, 18. November 2003, abgerufen am 12. Mai 2015 (PDF 118 kB, englisch).
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2003:299:0009:0019:de:PDF

Das wird auch angegeben, aber ist schon vor 04: http://www.welt.de/print-welt/article329752/42-Stunden-Woche-ist-Realitaet.html

Das deutsche Arbeitsrecht, ist sehr zersplittert und nicht ansatzweise kodifiziert:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kodifikation
(es gab da, wie beim z. B. Staatshaftungsrecht, Versuche das zu reformieren, vor allem auch das Arbeitsrecht zu kodfizieren - so nach der berühmten sogenannten Montan*)- oder Biedenkopfkommission: https://de.wikipedia.org/wiki/Biedenkopf-Kommission
http://www.boeckler.de/pdf/bb_zusammenfassung_BiKo_deutsch.pdf

Das Deutsche Recht: Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/arbzg/gesamt.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitszeitgesetz
(es gibt dann noch z. B. das BGB, Regelungen wie z. B. https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesurlaubsgesetz
- siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht_%28Deutschland%29
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht_der_Kirchen )

Habe ja nichts anderes gesagt, nämlich, dass das doch schon heute flexibel gehandhabt wird (und auch früher gab es z. B. jahreszeitlich bedingte Stoßzeiten usw.) und massig Überstundenkonten existieren.

Am Ende ist es ja auch eine Frage der Vertragsfreiheit und der Tarifparteien.

Aber der Gesetzgeber kann eben, wie bei Mindestlohn (und, ist die Wirtschaft nun schon daran gescheitert, wie etliche immer wieder dreist behaupteten? [[zwinker]] [[freude]] - war den Oligarchen und ihren Verbänden sicher recht und sparte bis dahin Geld), gesetzlich flankieren. Und das ist auch gut so, wenn man bedenkt, wie hier früher Arbeitskräfte ausgebeutet wurden: 6 Tage = 12 Stunden, meist ab 14 Jahren usw. - mit sehr wenig Urlaub und Arbeitsschutz, stellenweise mit Baby unterm Werktisch).

Es soll übrigens 3 Entwürfe für ein kodifiziertes Arbeitsrecht geben bzw. gegeben haben,die neben anderen Großvorhaben, als zu politisch heikel in den sogenannten Schubladen schmoren (die rührten auch die superwilden Grünen und die Verräterpartei SPD, mit dem Genossen der Bosse, nicht an).

Viele freundliche Grüße

azur


PS: weil sich Labourpartei und Konservative in GB nicht einigen konnten, das war in etwa nach dem Ende des WKII, beschloss man den befristeten Versuch der betrieblichen Mitbestimmung im besetzten Deutschland, besonders in der Montan-Industrie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Montanindustrie
Davon wird aber heute nicht mehr gern gesprochen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mitbestimmungsgesetz#Historische_Entwicklung
https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_die_Mitbestimmung_der_Arbeitnehmer_in_de...

"Das Kontrollratsgesetz Nr. 22 vom 10. April 1946..."
https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a741-mitbestimmung-ein-gu... (Seite 19 - es geht über 417 Seiten rund ums Thema)

"Bereits im März 1947 hatte die britische Militärregierung in ihrer Besatzungszone die paritätische Mitbestimmung in der Eisen– und Stahlindustrie eingeführt. Die IG Metall hoffte, dieses Modell auch in der Bundesrepublik sichern zu können."
http://www.dgb.de/uber-uns/bewegte-zeiten/60-jahre-dgb/1949-1958/kampf-um-die-mitbestim...

Adenauer, Unternehmen und Gewerkschaften
Zur Einigung über die Montanmitbestimmung 1950/51 (in der pdf. Seite 70 ff, im Original Seite 288 ff.):
http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1985_2.pdf

"Günstig war, dass es den Gewerkschaften im Ruhrgebiet unter den Besatzungsmächten gelungen war, eine Praxis zu etablieren, die dem späteren Gesetz schon verblüffend ähnlich war. Mit ihren Zugeständnissen hatte die Kapitalseite weitergehende Forderungen der Gewerkschaften nach Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien verhindert. Zudem haben sie damit drohende Demontagen abgewehrt."
http://www.igmetall.de/60-jahre-montanmitbestimmung-7640.htm


Nach Ablauf der Frist, sollte durch die Biedenkopfkommission ermittelt werden, wie sich die betriebliche Mitbestimmung auswirkt. Man war erstaunt über die klaren Ergebnisse, die positiv waren. Vielfach zog die Belegeschaft viel besser mit, die Aufsichtsräte (wo die in der Regel die Arbeitnehmervertreter einen großen Teil der gewerkschaftsnahen Boeckler-Stiftung ihr Aufsichtsratgelder zu spenden haben) waren besser informiert und es gab weniger Streiks, also mehr Ruhe.

Das wurde auch international viel beachtet und führte zu ähnlichen Einrichtungen und Ideen anderen Ortes, auch in den VSA.

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