Fundamentales Missverständnis Prognosen
Hallo Volker,
ich fürchte, hier herrscht obiges Missverständnis. Kursprognosen sind mitnichten sowas wie ein Wetterbericht, denn im Gegensatz zum Wetter sind die Kursbewegungen nicht vorhersehbar, Hoch- und Tiefdruckgebiete hingegen sieht man kommen.
Bei Prognosen über Preisreihen, besonders nach Elliott oder Technischer Analyse, geht es um Mustererkennung und um Wahrscheinlichkeiten. Es ist weder möglich, noch das Ziel, etwa den Kursverlauf vom EUR/USD laufend vorherzusagen.
Was möglich ist, ist bestimmte Muster (wieder)zuerkennen, auf die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Kursentwicklung folgt - und nur darauf wird gesetzt.Die Bestimmung der Wahrscheinlichkeit stützt sich auf das statistische und/oder anekdotische Material, über das der Prognostiker verfügt, die Mustererkennung hängt von seinem diesbezüglichen Talent ab.
Drittens muss derjenige noch im Umgang mit den entsprechenden Finanzprodukten versiert sein, sollen die Prognosen in Börsenhandel umgesetzt werden.
Es gibt viele Leute, die vom Börsenhandel leben, bei denen die Trefferquote kleiner als 50% ist, der Profit erwächst aus dem günstigen Chance-Risiko-Verhältnis. Deshalb ist das Eintreffen oder Nichteintreffen von Prognosen allein kein tauglicher Maßstab zur Beurteilung der Qualität derselben - die Zukunft bleibt unvorhersehbar.
Deshalb an dieser Stelle mein Dank an alle, die hier mutig Prognosen abgeben. Kritik am Prognostizieren an sich empfinde ich als höchst unangebracht.