Harren wir der Dinge, die bald aus Frankreich zu uns herüberwehen

Leser68, Samstag, 18.07.2015, 11:43 (vor 3839 Tagen) @ CrisisMaven4440 Views


Ohne die Zahlen zu kennen, duerfte dabei je nach Sonneneinstrahlung
schubweise mehr elektrische Energie eingespeist werden, als der
normalen Spitzenbelastung frueher durch reinen Verbrauch entsprach.
@smiths74 hat
es schon vor langer Zeit gut beschrieben, warum das Konzept nichts
taugt
.

Das ist allerdings auch ein interessanter Gedanke.

Das steht auch so in dem Artikel über die Bremer Ausfälle:
Das sagt der Experte: Arnim von Gleich glaubt nicht, dass die Außentemperaturen etwas mit den Kurzschlüssen zu tun haben. Viel öfter komme es vor, dass in Umspannhäuschen ein Tier zwischen die Pole gerate und für eine Störung sorge, sagt der Professor im Bereich Stabilität von Energiesystemen an der Universität Bremen. Er bestätigt jedoch, dass Erdbewegungen zu Rissen in der Ummantelung von Kabeln und somit zu Kurzschlüssen führen können. Eine andere Ursache könnten starke Schwankungen der Stromspannung sein, die beim Einspeisen von Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen entstehen.

So gut durchgelesen hatte ich den Artikel heute früh gar nicht mehr. Im Artikel der Badischen Zeitung dagegen wissen die Experten angeblich nicht, was es sein könnte:

5. Juli 2015: Müllheim, Badenweiler und Schweighof
In Müllheim, Badenweiler und Schweighof kommt es kurz vor 18 Uhr zu einem Stromausfall. Nach rund 40 Minuten ist der größte Teil der Innenstadt Müllheims wieder am Netz. Ursache für den Ausfall sind vier defekte Kabel in Müllheim. Auch in Bad Krozingen ereignet sich fast gleichzeitig ein Stromausfall. Ob die Häufung von Stromausfällen auch mit Hitze zusammenhängt, können die Experten nicht sagen.

3. Die Förderung ist völlig überzogen, und verursacht riesige Fehlallokationen. Landwirte bauen schon Scheunen, (die sie nach eigenem Bekunden gar nicht brauchen), nur um PV-Module darauf zu installieren, sitzen aber in einem komplett unsanierten Wohnhaus.

Hier in der Eifel habe ich solche Minimalgebäude für die Platzierung von PV-Modulen schon öfters gesehen. Die stehen z.T. einfach so, ohne irgendwelche sonstigen benachbarten Gebäude herum. Es gibt in der Nähe meines Wohnortes aber auch drei Windkraftanlagen, eine davon mit abmontiertem und am Boden abgelegten Rotor (vermutlich schon mindestens ein Jahr), die einfach so stillstehen, seit längerem schon. Ein Spaziergänger meinte, dass dies wegen zuviel anderer Windkraft sei.

Zitate aus smiths74 Beitrag:

Es fehlen auch Höchstspannungsnetze von Ost nach West (Thüringer Wald), da in Brandenburg extrem viel Windleistung installiert ist, die dort aber gar niemand braucht!

9. Wir sollten den Fokus auf Speichertechnologien legen! Da ist das technische Nadelöhr! Keine Energiewende ohne Speichertechnik!!!

Ich schreibe mir schon seit Jahren im Internet die Finger wund, dass es dafür eine einfache Lösung gibt, aber irgendwie sind einfache Lösungen nicht gefragt - k.A. warum nicht. Weil in Deutschland alles immer kompliziert sein muss?

Es wäre weder nötig Nord-Süd-Trassen zu bauen, noch Ost-West-Trassen, höchstens kurze Trassen im Osten von den Windparks nach Berlin zum Beispiel. Die Lösung heißt Heizpatronen. Das sind quasi Tauchsieder die in Warmwasserspeicher eingebaut werden können. Diese Tauchsieder werden mit einem Empfänger-Modul für Rundsteuertechnik ausgestattet, so wie seit Jahrzehnten die Elektrospeicherheizungen. Die Energieversorger können dann, wenn es wieder einmal jede Menge Windstrom oder PV-Strom gibt, kombiniert natürlich mit Hilfe einer ausgeklügelten Regelungstechnik, mit Hilfe eines Funksignals in den, nahe bei den Windparks gelegenen, Haushalten die Heizpatronen einschalten.
Solche Heizpatronen werden heute schon als Notheizsystem in manche Heizanlagen eingebaut. Die kosten nicht die Welt, genauso wenig wie das nachträgliche Herstellen eines Loches in den Warmwasserspeicher. Man könnte das Ganze ja auch fördern, also sich die unsinnigen Ausgaben für den großen Trassenausbau sparen und dafür die lokalen bzw. regionalen Stromnetze für den Transport des EE-Stroms zu den Haushalten fit machen und den Einbau von Heizpatronen unterstützen.

So werden mehrere Fliegen mit einer Klappe erledigt:
Überschüssiger Strom aus Erneuerbaren Energien geht nicht verloren, die Netze werden deutlich entlastet und außerdem spart man jede Menge Heizkosten und Energieimporte (Erdgas und Erdöl). Das wäre doch die Lösung, um sich von Russland unabhängig zu machen, wenn dies denn wirklich politisch gewollt wäre.
Ein Politiker aus den neuen Ländern hatte diese Lösung auch schon mal in einem Interview oder so erwähnt, aber das wurde damals glaube ich entweder ignoriert oder mit irgend einem windigen Argument abgeschmettert.

Übrigens Herr Willenbacher, der Ex-Chef von juwi, hat das in seinem Buch "Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin" auch beschrieben. Er hätte allerdings wohl besser jeglichen Hinweis auf unsere Staatschefin weggelassen, dann wäre er heute noch Chef von juwi - ist meine Meinung.


Ist diese
'Kindersterblichkeit'nach der Inbetriebnahme überwunden, kann davon
ausgegangen werden, dass erst zum Ende der Lebensdauer gehäuft Ausfälle
auftreten werden (Badewannenkurve) ..."[/i]
(Ausbau
elektrischer Netze mit Kabel oder Freileitung unter besonderer
Berücksichtigung der Einspeisung Erneuerbarer Energien
).

Tja diese Badewannenkurve ist auch bei den alten französischen AKWs der Knackpunkt. Dieses nicht ganz unbedeutende Phänomen ist natürlich besonders problematisch bei einer so gefährlichen Technik. Schauen wir mal ob wir die Zeit bis zur Abschaltung des letzten französischen Reaktors etwa im Jahr 2039, falls es mit dem gerade stattfindenden Bau des Reaktors in Flamanville (s. den Artikel der Badischen Zeitung unten) doch nichts wird.
Das ist aber alles nichts gegen den Wahnsinn, den die USA vorhaben: Dort sollen viele Reaktoren, nach einer Entscheidung von vor ein paar Jahren, insgesamt 60 (sechzig!) Jahre laufen. Den Begriff Badewannenkurven habe die dortigen Ingenieure und Professoren aus ihren Büchern wohl nachträglich gestrichen bekommen.


Für Sie als Anhänger der fossilen Energien habe ich noch eine schlechte Nachricht (noch ein Artikel aus der Badischen Zeitung):


Atomkraft im Niedergang
Die erneuerbaren Energien überflügeln in immer mehr Ländern die Kernkraft.
Der Trend hat nicht nur die großen Volkswirtschaften erfasst. Auch in weiteren Ländern tragen Windkraft, Sonne und Biomasse heute mehr zum Strommix bei als die Kernspaltung – in Brasilien, Indien, Mexiko, den Niederlanden und Spanien. In der Summe repräsentieren diese acht Länder mit Ökostrom-Überhang drei Milliarden Menschen, und damit fast 45 Prozent der Weltbevölkerung. Der Anteil der Atomkraft an der Weltstromproduktion liegt nun im dritten Jahr unter elf Prozent; Mitte der 90er-Jahre hatte der Wert noch bei mehr als 17 Prozent gelegen.
...
Weltweit sind laut dem neuen Statusreport 62 Reaktoren im Bau. Das sind fünf weniger als ein Jahr zuvor. Im vergangenen Jahr wurden drei Projekte neu gestartet, im Vergleich zu 15 im Jahr 2010. In 10 der 14 Länder, in denen Reaktoren gebaut werden, seien alle Projekte inzwischen gegenüber den Planungen verspätet, viele davon um Jahre, heißt es in dem gut 200 Seiten starken Bericht.

http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/atomkraft-im-niedergang--107920117.html


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