Noch ein Exkurs in die Denkurgründe des Seins - Doch ich wünsche mir ABC!

Blum, D, Dienstag, 14.07.2015, 21:58 (vor 3842 Tagen) @ nemo4117 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.07.2015, 22:05

Warum ist das so? Weil ALLES, was man uns seit GEBURT an auf unsere
Hard-Disk als Programme aufspielte, schlichtweg LÜGE ist.


Keine Zustimmung.
1.) Du weißt das nicht, aber hast so eine Intuition, ok, aber das Sein
ist ein Geheimnis.
2.) Logikproblem. Wenn "Lüge" und "Aufspieler" dann braucht es einen
Lügengeber und eine personale Absichtseinheit. Das allerdings ist

schon

eine wahre transzendente Frage, wenn Du von einem Teufel als Urgrund
ausgehst. Es könnte ja auch andersherum sein ...

Hallo Blum,

hier muss ich Hopi recht geben, dass die fundamentalen Dinge, die uns
beigebracht
wurden Unfug sind. Das ist nicht zuletzt dem materialistischen Zeitalter
geschuldet,
das immer noch unser Denken bestimmt. Angefangen bei Darwin, bis hin zu
allen möglichen Dogmen, die als wissenschaftlich erwiesen gelten, bei
genauerer
Betrachtung jedoch lediglich Theorien und Weltbilder sind, die man glauben
muss.

Je nach Definition der Fundamentals wirst Du Recht haben. Mir wurde jedenfalls beigebracht, nicht jeden Unfug zu glauben und das, was als gesichert gilt, anzuzweifeln. Wahrscheinlich hatte ich genügend demütige Lehrer. Die konnten auch mal Fragen lehren, die weiterhin offen sind, Z. B. und was soll vor dem Urknall gewesen sein? Warum sind wir überhaupt? Niemand konnte erklären, wieso Darwin ein frommer Christ war und somit kein Gegenmodell liefern wollte, sondern forschen. Dass seine Grundlage zur Ersatzreligion wurde, möchte ich ihm nicht anlasten. Auch Adam Smith war kein Raubtierkapitalist und hätte Monopole und das Zuspitzen der Pyramiden nicht gut geheißen. Er verstand sich in erster Linie als dem Stoizismus nahen Ethiker.

Natürlich würde ich mich schwertun, wenn ich als Biologe auf einen Lehrstuhl wollte und sagen würde, dass die biologischen "Schöpfungsgeschichte" möglicherweise anders gelaufen sein könnte. Doch kam ich nicht in diese Bredouille.

Wer keine Birkis trug und Schlabberkleidung, hatte auch keinen Zutritt zum inneren Kreis der Friedensbewegung. Es gibt eben auch komische Eintrittsbarrieren.

Ich muss nichts glauben, bin nicht im IS-Gebiet, bin dankbar dafür, bin noch nicht hart an die Grenzen der Freiheit gestoßen.

Zu Beginn dieses materialistischen Zeitalters, das meiner Meinung nach
lediglich
eine Gegenposition zur Religion darstellt, erschienen interessante Bücher
von
inspirierenden Menschen, die keinesfalls die Dogmen der Wissenschaft
glaubten.
Darunter Helena Blavatsky und Peter Ouspensky, die Gründer von
Denkschulen
waren, in denen das Denken gelehrt wurde und nicht irgendwelche
sogenannten
wissenschaftlichen Thesen.

Auch in den auf ihr fussenden Nachwuchsorganisationen menschelt es und es gibt totalitäre, denkverbietende, wenn teilweise auch ungeschriebene Regeln.

Sie war eine Frau, die aus der Box herausbrach und sich eine Jüngerschaft aufbaute. Sicher eine interessante Persönlichkeit, doch ihr Charisma wird einige eben auch "blind" glauben haben lassen, dass nun alles so sei, wie sie es erfahren und verstanden habe von den alten Mönchen des Ostens.

Ein Grundsatz dieser Denkschulen war:


Falsus in uno, falsus in omnibus. (Irrtum in einem, Irrtum in allem)

Damit wollte man ausdrücken, dass wenn der Grundgedanke oder die Grund-
annahme einer Sache falsch ist, folglich auch alle weiteren
Schlussfolgerungen,
die daraus entstehen, ebenfalls falsch sein müssen. Zum Beispiel geht
unser
aufgeklärtes Weltbild bis heute davon aus, dass Bewusstsein im Gehirn
entsteht,
also ein rein biologisches Phänomen ist. Folglich stirbt das Bewusstsein
nach dem
Tod. Folglich ist Spiritualität eine rein biologische, materielle
Angelegenheit.
Folglich leben wir in einem Universum, das nach rein mechanischen Gesetzen

funktioniert.

Diese ganze Erkenntniskette ist falsch, sobald man von einer anderen
Annahme
ausgeht, z.B. dass erst Bewusstheit (intelligente Materie) das Universum
schafft.
Nur haben wir keine Worte und keine Vorstellung davon, was genau
intelligente
Materie ist.

Wir wissen es nicht. Unsere Wissenschaftler tun jedoch so,

als wüssten
sie um das Geheimnis des Lebens. Das ist vollkommen absurd. Der Beweis, so
wie
praktisch alle anderen Beweise, die auf Darwins Theorie beruhen, fehlen
bis heute.

Ich habe bereits in den 80-er Jahren von einem Physiker einen Vortrag gehört, in dem er sagte, dass man das nicht weiss und eher so tun wird, als wäre das Materieninnere dem Gedanken näher als einem Ding. Soweit ich mich erinnere, zitierte er den Beginn des ersten Johannesevangeliums, in dem es heißt, am Anfang war das Wort.

Wenn nun verschiedene Wissenschaftler, z. B. Mathematiker und Physiker, ihren Glauben als Bestandteil ihres Menschseins begreifen, so meine ich, dass die Welt nicht so einseitig schiefliegt, wie Du sagst. Es gibt auch Menschen, die sich ihrer Grenzen klar sind, auch wenn sie fachlich besonders gut drauf sind.

Wenn Bewusstheit eine biologische Ursache hat, dann müsste man sie auch
erzeugen können, da ja nun alle materiellen Stoffe und chemischen
Verbindungen,
die dazu nötig wären, auf der Erde vorhanden sind. Aber bisher hat noch
niemand
Leben erzeugt, außer eben durch Fortpflanzung.

Das Leben ist ein Mysterium und wir tun tun so als wüssten wir bescheid.
Darin
besteht die Idiotie des menschlichen Denkens.

Wir haben uns selbst belogen und aufgehört nach dem Mysterium zu
forschen.
Selbstbetrug ist auch Lüge. Vielleicht sogar die Schlimmste, weil sie uns
in
einem Zustand der Unwissenheit vorgaukelt, dass wir intelligent wären.
[[zwinker]]

Gruß
nemo

Im Grossen und Ganzen stimme ich Dir zu. Doch dürfen und können wir ja entscheiden, was wir behalten und vorher sollten wir halt mal ein paar Thesen lernen. Meine Ausbildungszeit bot Raum für Diskurs und Widersprüche aushalten. Aktuell können wir weiterforschen und uns auseinandersetzen. Die Absolutheit ist, was ich kritisiere bei Dir und Hopi. Argumente und Erfahrungen dürfen für sich sprechen.

Den Blick weit halten, das ist eine Frage der Übung und eine der Bescheidenheit. Es gibt sie, bei jungen und alten Menschen, auch hier und in meiner Umgebung, auch in gewisser Weise zufällig. Nicht viele, aber auch solche, die das für sich ganz unabhängig und alleine tun.

Sonntags sind mehr Menschen in den christlichen Kirchen als beim Fussball. Es wird da glücklicherweise nur nicht so dramatisch berichtet.

Auch wenn Du vielleicht glaubst, dass die falsch liegen, sie scheinen zumindest zu demonstrieren, dass die Welt nicht nur so platt ist wie einem das forschende und materialistische und technische Umfeld im Alltag präsentiert.

So, jetzt bin ich für mich selbst ganz optimistisch geworden. Ich wünsche Dir dasselbe, nemo.[[top]]

Blum

--
It's not what you don't know that gets you into trouble, it's what you know that just ain't so that gets you into trouble. (Satchel Paige)


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