Achtung: Ein Volksbegehren ist keine Volksabstimmung + meine Meinung zur Kronen-Zeitung
wird in Österreich ein Volksbegehren für
einen EU-Austritt aufgestellt.https://www.youtube.com/watch?v=GAKeld4iANY
Mich würde interessieren wie das in Österreich im Mainstream aufgenommen
wird. Claus Kleber schweigt ja in Deutschland zum Thema. Wird das im ORF
diskutiert (vor Mitternacht?).
Im obigen Video der Pressekonferenz wird ja erwähnt, man habe Krone und
ORF häufig angeschrieben, aber sei erfolgreich ignoriert worden.
Soweit ich es mitbekommen habe, haben in Österreich die meisten Medien davon berichtet - zwar nur am Rande, aber immerhin und auch die FPÖ hat ihre Sympathie mit dem Volksbegehrens kundgetan. Das ist mehr als man erwarten kann, da ein Volksbegehren jeder initiieren kann. Wie der Name schon sagt, geht es dabei nur um das Begehren des Volkes. Kommt der Initiator des Volksbegehrens innerhalb einer Woche auf mehr als 100.000 Unterschriften von Wahlberechtigten, dann muss das Thema im Nationalrat diskutiert werden: Mehr nicht. Wenn also alle Parteien für einen Verbleib in der EU sind (und machen wir uns keine Illusionen: Auch die FPÖ ist grundsätzlich für einen Verbleib), dann hat das Begehren bestenfalls symbolischen Charakter.
Und was die Behauptung betrifft, die Krone hätte das Begehren ignoriert:
1. Glaube ich das nicht, da die Krone wohl das eu-kritischste Boulevard-Blatt Europas ist und
2. Muss ich hier auch mal eine Lanze für die Krone brechen:
Die Krone scheint in meinen Augen eines der unabhängigsten Medien zumindest im deutschsprachigen Raum zu sein. Man kann vom Niveau der Krone halten was man will, aber dafür dass sie ein Massenblatt ist (und soweit ich weiß das auflagenstärkste Massenblatt Europas in Relation zur Gesamtbevölkerung eines Staates) ist das Niveau sehr hoch (z.B. verglichen mit der deutschen Bild-Zeitung ist es ein Qualitätsblatt) und es werden zu allen Themen echte Hintergrundinformationen geliefert, die man sonst in keinen anderen Medien findet, sobald sie der transatlantischen Propaganda widersprechen.
Was die Krone für dieses Land getan hat, sollte man nicht unterschätzen und sieht man noch heute an dem bei weitem offeneren Umgang mit allen Themen, die beispielsweise in Deutschland völlig tabuisiert sind. Die Krone war das erste - zumindest deutschsprachige - Blatt, dass offen und kritisch über TTIP und TISA informierte und sogar eine Petition (samt Plakaten) dagegen ins Leben rief. Erst danach kamen transatlantische Propaganda-Blättchen wie "Der Standard" in Zugzwang überhaupt darüber berichten zu müssen (die hätten es am liebsten verschwiegen). Der Krone haben wir es zu verdanken, dass Österreich das TTIP-kritischste Land der gesamten EU ist. Auch im Ukraine-Konflikt wurde die russische Position - soweit ich das mitbekommen habe - miteinbezogen und fair berichtet und gerade jetzt läuft die Krone in der Sonntags-Ausgabe regelmäßig Sturm gegen das Bargeldverbot, das bereits in der Luft liegt.
Nicht umsonst führte der alte Dichand (mittlerweile verstorben) jahrelang einen Kampf gegen den deutschen WAZ-Konzern (der jetzt vom jungen Dichand fortgeführt wird), der die Krone für sich vereinnahmen wollte und will (das Blatt ist den Transatlantikern wohl schon sehr lange ein Dorn im Auge).
Das alles sollte man im Hinterkopf behalten, wenn wieder irgendein Möchte-gern-Intellektueller über die Krone lästert und dabei erhaben sein transatlantisches Propaganda-Medium durchblättert. Intellektuell zu sein bedeutet ja heute nichts anderes als für Feminismus und gegen Homophobie und Nazis zu sein - wenn man sich dieses Mäntelchen als Zeitung umhängt, kann man daneben Kriegshetze betreiben, Propaganda verbreiten und Lügen auftischen ohne Ende: Die "Intellektuellen" werden applaudieren.
Beste Grüße
Phoenix5