Technisch überholt? Sachlich wertlos?
Guten Tag Udo!
Ich frage mich ernsthaft, warum die ganzen Medienhäuser mit ihren
Entwicklungsredaktionen (ich hab das ja etwa bei Gruner & Jahr von innen
erlebt) nicht ein neues Produkt auf den Markt bringen, welches sich seriös
(!) an jene Massen von Kunden wendet, die von den traditionellen Produkten
doch mehr und mehr angewidert sind.
Das frage ich mich schon lange und über die tatsächlichen Gründe kann, zumindest ich, nur spekulieren, was ich aber unterlasse.
Offensichtlich wäre ein Magazin in Deinem Sinne die logische Konsequenz aus eindeutigen Zahlen, hinter deren Trend bekanntermaßen im Wesentlichen zwei Gründe stehen: Veränderte Gewohnheiten in Folge der Digitalisierung einerseits und nahezu kompletter Vertrauensverlust andererseits. Kurz könnte man evtl. sagen:
(A) Technisch überholt
(B) Sachlich wertlos
Wenn (B) zutrifft, ist (A) ohne weitere Bedeutung.
Dabei wäre Abhilfe konzeptionell doch einfach möglich: Ein Internetangebot, daß AUCH als Heft erhältlich ist und - m.E. viel entscheidender - daß die längst nirgendwo zu findende Zitierfähigkeit mit jeder Ausgabe unter erneuten Beweis stellt. Um diesen Kern herum sollte sich doch ein wirtschaftliches Angebot stricken lassen.
Ich bin etwas erstaunt über den bisherigen Tenor der Antworten hier. Mir fehlt eine vertrauenswürdige Quelle mit breitem Themenspektrum und ich würde diese gerne, je nach Situation, AUCH in Heftform lesen und ich würde dafür bezahlen. Dabei bin ich weder ein Fossil noch irgendwie besonders und vermute daher, es gibt durchaus noch viele solcher Kunden.
Während etwa 30 Jahren war eine solche Quelle für mich der Spiegel, jede Woche. Er passte zu meinem allgemeinen Informationsbedürfnis und ich vertraute mit kritischer Grundhaltung auf dessen Verlässlichkeit. Nu´ ist letztere für mich längst futsch, ebenso wie meine Knete für den Spiegel.
Bei der Gelegenheit eine Frage dazu in die Runde: Mit meinem halbseidenen Hintergrund“wissen“ von heute denke ich, daß frühere Informationen weitestgehend zutreffend waren und einige „besondere“ Themen eben ausgespart blieben, oder bleiben mußten.
Ausgespart wird heute nach wie vor. Was jedoch berichtet wird, ist vielfach zwischen gefärbt, verfärbt und gelogen anzusiedeln – wider besseres Wissen.
Das manche Themen immerwährend „besonders“ sind und andere, je nach Spielplan auf der großen Bühne, kurzfristig zu solchen werden, ist dabei nur eine bedauerliche Randnotiz.
Wie beurteilt Ihr die Glaubwürdigkeit der Informationen? War diese nie gegeben oder ist sie abhanden gekommen?
Viele Grüße