Sorry , dass ich mich einmische, aber das Energiethema moechte ich nicht unkommentiert lassen ...

CrisisMaven ⌂, Sonntag, 07.06.2015, 19:23 (vor 3875 Tagen) @ helmut-13768 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 07.06.2015, 19:34

Was die Grünen betrifft, - da bin ich mir sehr unsicher, - ob das alles eine strukturierte und gezielte Bewegung war

Es waren sehr, sehr viele kleine Rinnsale, die sich dort vereinigten, u.a. gab es ja sehr viele gruen-alternative (im Nachhinein betrachtet) Waehlergemeinschaften, die auf kommunaler Ebene erfolgreich waren. Manchmal gingen die dann Anfang der Achtziger in den Gruenen auf, dann waren sie dort vor Ort teil-identisch. Manchmal konstitutierten sich die Gruenen in einem andern Ort, wiewohl ansonsten alles aehnlich schien, unabhaengig voneinander, d.h. als Konkurrenten, traten zur naechsten Wahl gegeneinander (!) an und am Ende musste i.d.R. die Waehlergemeinschaft weichen. In der naechsten Wahl waren dann oft die Waehler der Waehlergemeinschaft teilweise zu den Gruenen uebergelaufen, teilweise fern geblieben, waehrend das Fuehrungspersonal ploetzlich Leute waren, die man bis vor kurzem gar nicht mit Umweltthemen in Verbindung gebracht haette (warum waeren sie denn sonst nicht schon vorher in der Waehlergemeinschaft aktiv gewesen - so etwas entwickelt man doch nicht "ueber Nacht"?). Alles sehr verworren, am Ende setzten sich aber haeufig sehr schnell die rhetorisch geschulten K-Gruppen-Agitprop-Funktionaere durch. Siehe Kosmetiker Kretschmann (KBW) oder Sozialwirt Trittin (KB) u.v.a.m.

... ob das Ganze als ursprüngliche Protestbewegung nicht einfach nur aus dem Ruder gelaufen ist

Meiner Beobachtung nach wurden sie gezielt uebernommen.

und sich in verschiedene Richtungen verlaufen hat.

Nein, umgekehrt, davor gab es Richtungs-Vielfalt, danach nur noch: Kriegshetze, undemokratische Buergerbevormundung, Industriezerstoerung unter Foerderung unproduktiver Industrieanlasgen in Naturschutzgebieten und Pro-Atom.

Das Hauptanliegen der Grünen, die Energiepolitik, ist ins Hintertreffen geraten, - effizient haben sie hier nichts bewegt.

Doch. Leider.

Für mich war die Tätigkeit auf dem Gebiet des Energiewandels wichtig.

Hm???

Und da siehts mit dem Ergebnis sehr mau aus. Allerdings reduziere ich das nicht auf Atomkraftwerke,

Sie waren FUER Atomkraft. Haetten sie nicht unter Fischer die Atomaufsicht zu uebernehmen abgelehnt und sie unter Trittin dann genutzt, die Atom-Laufzeiten zu verlaengern ... Aber das sind so "unglaubliche" Vorgaenge, dass selbst den Gruenen kritisch gegenueber Eingestellte sie nicht wahr-nehmen ...

sondern sehe das Ganze breiter gestreut.

Sie waren stets:

- PRO Atom

- Pro Wind (zur Landschaftszersiedelung in Gebieten, die man sonst nicht bebauen haette duerfen und um gegen den Tierschutz vorgehen zu koennen [Fledermaeuse, Voegel, Infraschallbelastung, Landschaftszerstoerung durch Zufahrtswege usw.])

- GEGEN Sonnenenergie.

- Nahrungsmittelverknappung/Preisinflation/Lebensmittelverschlechterung und Bodenzerstoerung durch Biokraftstoff-Monokulturen, die mehr CO2 ausstossen als "einsparen", nicht zu vergessen.

Ein erstaunliches Programm, das Herrn Morgenthau vor Neid haette erblassen lassen.

Ist schon über ein Jahr her, als ich da einen Artikel in einem anderen Blog ins Netz gestellt habe.
http://www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/2336-energieverbrauch-mal-anders-gesehen/#f...

Hierzu ein paar Anmerkungen:

"Jeder weiß heute, daß man Energie sparen soll." - Nee, siehe Jevons Paradox.

"Dann fings an, sich um Alternativen Gedanken zu machen. Wer will denn schon abhängig sein. Dann kamen die AKWs auf, ..." NEIN, absolut nichts, aus zwei Gruenden:

- die Kernkraft gab es vorher schon und

- Strom ersetzt nicht Benzin. Das waren nur sehr lose Zusammenhaenge.

"Auch hier gabs im Laufe der Zeit einen Wandel, hauptsächlich durch den Preis diktiert. Es entwickelte sich Solar, Windenergie, Erdwärme, Biosprit, usw." NEIN, denn die verteuerbaren Energien sind ja teurer. Bestimmt als letztes war der Preis ein Argument. UND: wie schon bei Kernkraft: Benzin und Strom haben wenig miteinander zu tun. [Und: wenn man nur ueber den Preis haette den Verbrauch reduzieren wollen, haette man konventionelle Energien ja einfach nur noch hoeher besteuern muessen.]

"Solar, Windenergie, Erdwärme" sind nur Stromerzeuger, und "Biosprit" verbraucht mehr Liter Erdoel pro erzeugtem Liter "Biosprit", heizt den Verbrauch also hoechstens an, falls er ihn nicht ueber den Preis (zufaellig) daempft ... Gleiches gilt fuer Biogasanlagen.

"Seltsamerweise geht der Stromverbrauch nicht nennenswert zurück." Nein, weil Lampen und Staubsauger wenig, Aluminiumwerke und Glasschmelzen usw. dagegen viel Strom verbrauchen [[freude]] ...

Mit dem Rest Deines o.g. Forenbeitrages hast Du natuerlich i.W. recht.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English


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