D.h. es gibt ihn

Kurz_vor_Schluss, Freitag, 22.05.2015, 21:26 (vor 3890 Tagen) @ nemo2626 Views

Servus Nemo,

Hallo KvS,

nein, erstmal ist keine Manipulation in dem Hinweis, den eigenen Fehler
zu erkennen und umzukehren – sondern die Wahrheit. Der Sündenfall
besteht in dieser winzig kleinen Hybris, sich selbst über ALLES zu
stellen
und zu glauben, man könne ALLES beurteilen und beherrschen.

Das paradiesische Gleichgewicht besteht jedoch darin, zu erkennen,
dass wir Teil des Universums sind. Ganz wortwörtlich – aus dem selben
Stoff sind.

Da stimme ich zu. Poetisch ausgedrückt könnte man sagen – wir sind Sternenkinder. Tragen das Weltall in uns. Oder wie jemand anders sagt: Wir sind unendliches Bewusstsein.

Die Geschichte von Dostojewski hat nur den Haken, dass es keinen Teufel
gibt. Der Teufel ist eine Erfindung des Menschen. Deswegen kann Jesus
nicht mit ihm gesprochen haben.

Denke doch nicht so gradlinig. Der Teufel steht auch sinnbildlich für etwas (s. Deine Ausführungen weiter unten).

Es gibt auch eine esoterische Bedeutung des Teufels: Er ist die
personifizierte
Lüge – das Sinnbild oder die Spiegelung des Menschen, der in Lüge
lebt.

Das Wort Lüge hat jedoch eine zweifache Bedeutung – die erste und
wichtigste
Bedeutung ist die oben genannte Illusion, in der der Mensch dadurch, dass
er sich über das Universum gestellt hat, unwissend ist und alles in einem

falschen Lichte sieht. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass er nichts
über
sich selbst oder die Wahrheit weiß und daher lügt, ohne es zu wissen.

Wenn Jemand jedoch in dieser Lüge lebt, muss er immer weiter lügen,
denn
es gibt keinen Ausweg aus diesem Teufelskreis, außer er
erkennt seinen
Fehler.

Gutes Bild. Der Kreis kann zur Spirale werden. Und die führt nach oben.

Die Unbelehrbaren haben daraus einen Satanismus-Kult entwickelt. Im
Zentrum dieses Kultes steht die Lüge, die nur durch Macht, Gewalt
und weitere
Lügen aufrecht erhalten werden kann. Das was man gemeinhin Psychopathen
nennt. Und diese Psychopathen beten tatsächlich den Teufel an, da sie
immer noch mehr Macht brauchen. (Das Orakel aus Matrix-Reloaded:
Männer mit Macht wollen immer noch mehr Macht.) Aber eben nicht
über sich selbst, sondern über andere.

So ist es.

So könnte man aus esoterischer Sicht die Weltlage betrachten:
Die Lüge – die Illusion – muss weiter gehen, bis zum Ende.

Das wird sie ja wohl auch (seufz).

Auf der Tarot-Karte des Teufels sieht man eine junge Frau und einen
jungen Mann, die sich freiwillig mit Ketten an den Teufel – die Lüge
–
gebunden haben. Es sind dieselben Liebenden, die im Paradies von
der Schlange versucht wurden und ihrer Schwäche erlegen sind.

Gruß
nemo

Wenn genügend Menschen an den Teufel glauben, dann gibt es einen Teufel. So etwa. Mir kommt es wie ein Drama vor, Nemo, dass wir hier inszenieren – mich würde mal interessieren, wer uns dabei zuschaut, wenn wir unser Theaterstück aufführen…. http://www.mayanmajix.com/art4836.html
Und ich würde gerne mal auf das Ende spicken. :-) Aber da heisst es Geduld. Danke jedenfalls für Deine Gedanken – jetzt freue ich mich aufs Wochenende und ein paar weitere Tage in der Komödie „Mensch“.
Hab ein schönes Wochenende
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin


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