Aus der Verschmelzung der Gegensätze entsteht das Leben
Mir scheint aber, dass da hinter noch mehr steckt – über das rationale
Wissen hinaus UND es ergänzend bzw. rund machend (s. meinen Beitrag an
Silke)….. Dottore und Jesus in einer Person? Vielleicht.![]()
Was meinst Du?
Hallo KvS,
das will ich mal zum Anlass nehmen, etwas Persönliches zu schreiben. Es hat nichts mit
dem Emmentaler Treffen zu tun.
Das Wissen ist meiner Ansicht nach nur noch schwer zu erkennen. Denn es ist
nicht mehr Bestandteil dieser Gesellschaft. Es war auch schon zu Heraklits
Zeiten, bei den alten Griechen, nicht mehr Bestandteil der Gesellschaft. Es
wurde nur noch in einigen okkulten Lehren weiter vermittelt.
Und es ist immer ein und dasselbe, was in uns wohnt, Lebendes wie Totes, Waches
und Schlafendes und Junges und Altes. Aus der Verschmelzung der Gegensätze
entsteht das Leben, aus dem Gegensatz zwischen Mann und Frau: das Kind.
Das Leben besteht aus dem Kampf der Gegensätze, denn: Gott ist Tag und Nacht,
Winter und Sommer, Krieg und Frieden, Sattheit und Hunger.
Heraklit
Aus den scheinbaren Gegensätzen – Missklang – entsteht die höchste Harmonie.
Daher gibt es keinen Widerspruch zwischen Rationalität und Gefühl. Beides
muss vereint werden um zu einem höheren Ganzen zu gelangen. Zu einem höheren
Verstand. Ist eigentlich ganz einfach, aber eben nur theoretisch. Die Verschmelzung
von Gedanke und Gefühl ist die Aufgabe. Das wussten schon die Alchemisten.
Nun hat der Mensch Angst vor seinen Gefühlen. Er fürchtet andere zu verletzen und
sich selbst ins Abseits zu stellen. Und er hat Angst vor seinen Gedanken, denn sie
würde den Common Sense zerstören. So lebt er lieber sicher innerhalb seiner
Begrenzungen.
Es gab Menschen, die einen anderen Weg beschrieben haben. Neben Heraklit,
insbesondere Nietzsche mit seinem Übermenschen. Wobei Nietzsche den Weg beschrieben
hat, jedoch nicht in der Lage war, ihn zu verwirklichen. Der Übermensch ist nichts anderes
als die Möglichkeiten, die im Menschen selber vorhanden sind. Diese Thematik und
viele weitere wurden sehr erhellend in einem lesenswerten Buch behandelt:
P.D.Ouspensky - Ein neues Modell des Universums - 1929
Auch Ouspensky wurde von einem okkulten Lehrer eingeweiht. Wobei man verstehen
muss, dass das Wort okkult nichts anderes bedeutet als verborgen – nicht offensichtlich.
Es gab immer Menschen, die erkannt haben, dass die Wirklichkeit nur erfahrbar
ist, wenn man sich selbst erforscht und die eigenen Gegensätze in etwas Größerem
vereinigt. Als Quintessenz könnte man sagen: Jede Entwicklung findet nur bewusst
statt. Es gibt keine mechanische, automatische Entwicklung.
Und das ist der Fehler im Denken der heutigen Zeit. Es gibt immer höhere
Zusammenhänge und Erkenntnisse, aber nur Wenige sind in der Lage das heraus-
zufinden. Sie bleiben in bestehenden Konzepten hängen. Carlos Castaneda sagte
dazu: Die Menschen sind wie Schallplatten, die einen Sprung haben und ihr
ganzes Leben dasselbe Stück abspielen.
Das beobachtet man überall.
Das Wissen, dass man sich selbst entwickelt,
indem man daran arbeitet sich selbst zu vervollständigen, ist vergessen und
nicht mehr aktuell. Das liegt hauptsächlich daran, dass man glaubt, man wüsste
bereits alles wichtige. Ein anderer Trugschluss ist der Gedanke, dass äußere
Einflüsse dem Menschen bei der Vervollkommnung helfen könnten. Wie man
aber sehen kann, verwirren die äußeren Einflüsse nur. Und daher leben wir
in einer verwirrten Welt, in der die Verwirrung stetig zunimmt. Jetzt werden
Kampfpanzer gebaut, die für schwangere Frauen geeignet sein müssen. Ein
höherer Grad an Verwirrung ist kaum noch möglich. Aber auch das wird noch
mehrmals überboten werden.
Gruß
nemo