Aus heutiger Sicht wohl wenig
Das mag provokant klingen, aber jede Revolution begann doch seit jeher mit
Hass - nur wird diese Emotion mit "guten" Revolten nicht mehr in
Zusammenhang gebracht, während die Geschichtsbücher den "bösen" Revolten
dieses Kainsmal anhängen.
Guter Punkt Phoenix - ich würde noch etwas weiter gehen und sagen, dass eine Gesellschaft, die sich selber gefühlsmäßig "kastriert" hat bzw. vor wirklichen, starken Gefühlsbekundungen (außer in Ausnahmesituationen wie beim Fussball) Angst hat, nicht mehr wirklich zu unterscheiden weiss, was Hass ist und was nicht.
Erich Fromm - ein äußerst kluger Kopf - erklärte "reaktiven Hass" lt.
Wikipedia folgendermaßen:"Er ist immer das Ergebnis einer tiefen Verletzung oder einer
schmerzlichen Situation, der man ohnmächtig gegenübersteht, da man sie
aus eigener Kraft nicht verändern kann. Erich Fromm schreibt: >Unter
reaktivem Hass verstehe ich eine Hassreaktion, die aufgrund eines Angriffs
auf mein Leben, meine Sicherheit, auf meine Ideale oder auf eine andere
Person, die ich liebe oder mit der ich identifiziert bin. Reaktiver Hass
setzt immer voraus, dass jemand eine positive Einstellung zum Leben, zu
anderen Menschen und zu Idealen hat. Wer stark lebensbejahend ist, wird
entsprechend reagieren, wenn sein Leben bedroht ist.<"
Schade, dass RogRog nicht mehr hier ist - er hätte wohl was interessantes zum Hass zu sagen..... ich kann nur meinen Senf dazu geben: Ich halte Hass für was zerstörerisches. Ein starkes Antriebsmittel - sicherlich. Aber lange auf Hass zu laufen - daraus kommt nichts gutes, denke ich. In Zorn und starke Wut zu fallen - warum nicht. Aber Hass hat für mich eine andere, negativere Qualität. Indes- persönliche Glaubenssätze - statistisch kann ich das nicht belegen.
Ah - Du könntest mal den Scharlachroten Buchstaben von Hawthorne lesen - da beschreibt er, wie ich finde recht gut, was jahrelanger Hass mit einem Menschen macht.
Alle Voraussetzungen diese Eliten zu hassen sind doch erfüllt, weshalb
Hass in jeden gesunden Kopf eine natürliche Gefühlsregung auf diese Form
der völker- und menschenverachtenden Politik sein darf.Schlimmer sind dann doch eher jene, die den Hass zu einem Großteil
transzendiert haben und den Beginn großer Bewegungen, ebenso wie das
Aufhängen der Eliten am Ende der Bewegung, als völlig natürliches Auf
und Ab patriarchalischer Geschichte erachten - denn die verändern nie
etwas.
Stimmt, zuviele Beobachter an vielen Stellen (schön, dass Du Dich dazu zählst - ich meine damit, schön, im Sinne von ehrlich). Ich fürchte da nur, Phoenix, dass eine Zerstörung der alten Eliten aus Hass neue und eben hasserfüllte Eliten hervorbringen wird. Oder: What you fight, you become.
Über den Ursprung von Revolutionen hat ja schon BBouvier das seinige gesagt, dem ich mich nur anschließen kann. Plus: Wir brauchen eine Revolution IN UNS! Dann gäbe es vielleicht wirkliche Änderung. Na, warten wir mal ab - der Nazarener soll ja am Ende der Zeiten wieder erscheinen, ob nun per Bluebeam oder auf Wolke 7 - dat wern mehr sehn....
Beste Grüße
Einer, der nie etwas verändern wird.
Beste Grüße und n schönen Abend
K_v_S
https://www.youtube.com/watch?v=jjpxh_t_nD4
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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin