Stimmt - und so sieht das dann aus, wenn sich die FAZ des ernsten Themas annimmt
Hintergrund: Am Sonntag hatte ich nach langer Zeit anlässlich eines Besuchs bei Verwandten mal wieder Muße, in eine FAZ am Sonntag hineinzuschauen. Wollte sehen, ob dahinter bzw. in mir immer noch ein kluger Kopf steckt, doch fürchte ich, es ist eher ein widerspenstiger. 
Was mir nämlich auffiel, waren drei verschiedene Berichte.
Im Wirtschaftsteil gab es einen großen Artikel zur AfD und dass diese mehr und mehr nach rechts abdrifte. Tenor: Viele Mitglieder würden sich schämen, da der rechte Durchmarsch kaum mehr zu verhindern sei.
Im Feuilleton fand ich dann einen Bericht zum Nazi-Rap. Dieser, ein eher neues Phänomen, sei eine wachsende und auch beunruhigende Erscheinung, da es mittlerweile Rapper wie Makss Damage gebe, die es verstünden, krude Texte und gute Beats zu verbinden.
Es sei wohl der Wunsch nach Radikalität, der Leute antreibe, solche Musik zu hören – oder PEGIDA zu folgen oder einer Gruppe wie Haftbefehl.
Etwas kopfschüttelnd wieder im Wirtschaftsteil gelandet, fand ich dort dann noch einen interessanten Artikel von einer gewissen Karen Horn, Vorsitzende der Friedrich Hayek Gesellschaft. Die Dame, eine Liberale laut eigenem Bekenntnis, warnte eindringlich vor der Unterwanderung der Liberalen durch…… die Rechten (wen auch sonst).
Anzeichen für reaktionäre Tendenzen innerhalb der Liberalen gebe es viele; so habe erst kürzlich einer der Mitbegründer der „Achse des Guten“, Michael Miersch, seinen Rückzug von dieser Plattform wegen eben dieses Phänomens erklärt.
Mit den Reaktionären kämen überdies unschöne Dinge: So hätten sie dramatisch schlechte Manieren, seien hasserfüllt und teilten gemeinsam (und würden sich darin wohl fühlen) Dinge wie Vereinfachung, Demagogie, Intoleranz, Dogmatismus und Sektierertum.
Sie träten in der Sprache aggressiv, eifernd, maßlos und apodiktisch auf, schrieben und sprächen mit Dauerschaum vor dem Mund, doch wären ihre Argumente gegen oder betreffs „Tugendterror“, „Gender-Wahn“, „Lebensfeindlichkeit“ etc. ohne begriffliche Schärfe und auf kluge Abwägungen könne man lange warten.
Kurz: Einen freiheitlichen Geist (den die Dame wohl auch sich selber zuschreiben würde), müsse all dies stören.
Hier legte ich die Zeitung dann amüsiert zur Seite. Schon ulkig, dachte ich. Brennt da irgendwo die Hütte derart, dass man es mit reinen Verunglimpfungen probieren muss?
Keine Namen – keine sachlichen Argumente – keine Bereitschaft zum Dialog bzw. es dem anderen absprechen, dass er dazu in der Lage ist – die Unterstellung niedriger Motive etc.
Einen klugen Kopf vermochte ich nun hinter diesem Artikel (bezogen auf die Schreiberin) nicht zu erkennen. Vielleicht einen unter Druck gesetzten und/oder dogmatischer werdenden. Indes hat der Irrsinn Methode - mit hasserfüllten Menschen muss man nicht reden…..
Schönen Gruß
K_v_S
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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin