Bericht aus Negativ-Land
Hallo Rybezahl,
ob der Omnipräsenz in den Medien habe ich wohl vergessen, was zu verlinken.
Hier als Beispiel ein Link:
http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/kfw-prueft-negativzinsen-bekommen-schuldner-bald...
"Die staatliche Förderbank KfW lässt eine Bombe platzen: Sie will sich darauf vorbereiten, Kredite mit negativen Zinsen ausgeben zu können. Das würde die Spar- und Schuldenkultur in Deutschland auf den Kopf stellen.
...
Im Klartext heißt das: Wer sich über Geschäftsbanken mit öffentlich subventionierten KfW-Krediten etwa für die energieeffiziente Sanierung seines Eigenheims eindeckt, könnte dafür zur Belohnung bald Zinsen kassieren. Eine verkehrte Welt in einem Wirtschaftssystem, in dem es schon immer als selbstverständlich galt, dass Gläubiger von ihren Schuldnern eine Gegenleistung für das geliehene Geld verlangen."
Da es Sonntag war und viel Zeit zum Diskutieren, haben wir das hier nun alles durchgekaut und glauben tut es immer noch keiner, jedenfalls dass da keine Fäden dran hängen...
Die Quintessenz langer und interessanter und hitziger Gespräche mit gelegentlicher Rotweinkühlung: Im Negativ-Land ist alles anders, aber mit ein paar kleinen technischen Hilfsmitteln ist es natürlich machbar.
Im Negativ-Land, sagen wir mal in Europa, begann alles damit, dass auf Kredite Negativ-Zinsen gezahlt werden, also der Schuldner bekommt jeden Monat Geld für seinen Kredit. Eine erste Einnahmequelle für die Bürger - die sie aber nicht brauchen, wie sich gleich rausstellt.
Irgendwann passten sich auch die Läden an und zahlen nun Geld aus, wenn jemand etwas kauft.
Und wer sich die Haare schneiden lässt, bekommt anschließend Geld aus der Kasse zum Mitnehmen und der Figaro überreicht dankend einen Euro Trinkgeld.
Usw. usw.
Alte Leute, die nichts mehr kapieren, freuten sich sogar darüber, aber sie machten die Rechnung ohne den Wirt, den Zwang, kein Geld halten zu dürfen.
Auch gibt es neue Straftatbestände: Geldverzicht ist im Negativ-Land strafbar, etwa wenn jemand Waren in der Jackentasche versteckt, deren Kaufpreis er an der Kasse nicht entgegennimmt.
Es sammelt sich also täglich mehr Geld im Portemonnaie des Bürgers, was er aber dann am Monatsletzten seinem Arbeitgeber abliefert, abliefern muss, damit das System funktioniert. Dieser Zwang muss sein, sonst würde niemand arbeiten.
Clevere und arbeitsscheue Bürger haben allerdings Wege gefunden, Ihr Geld ohne Arbeit loszuwerden. Sie kippen es einfach im Schutz der Dunkelheit am Waldrand ab, wo man früher alte Kühlschränke fand.
Daher wurde nach kurzer Zeit Bargeld ausnahmslos abgeschafft und das Geld sammelt sich auf dem Konto. Wieder haben arbeitsscheue Bürger einen Ausweg gefunden: Sie kümmern sich nicht um ihren Kontostand.
Die einzig mögliche Abhilfe war die totale Vernetzung des Bankensystems mit den unter die Haut gepflanzten Chips, die jeder Bürger trägt:
Wer nach Monatsende noch Geld auf dem Konto hat, erhält übers Internet Zahnschmerz auslösende Signale auf seinen Chip gesendet. Zuerst leicht, aber dann immer stärker und stärker. Auch die Hartgesottensten geben nach einiger Zeit auf und suchen nach Wegen, ihr Geld loszuwerden, und das heißt, eine Arbeit zu finden, wo sie am Monatsende ihr Geld an die Firma überweisen können. Mit Glück finden sie auch einen Arbeitgeber, der ihnen ein Up Payment genehmigt (wie heißt das Gegenteil von Vorschuss auf Deutsch?) .
Arbeitsunfähige können beim Amt die Genehmigung erhalten, alles Geld von ihrem Konto absaugen zu lassen, sogar die Miete, egal wie viel der Hausbesitzer jeden Monat überweist.
Es geht soweit alles reibungslos im Negativ-Land, aber eine Gruppe von Menschen hat ein Problem, für das noch keine Lösung gefunden wurde ...