Benzodiazepine können auch sinnvoll sein
"Denn nur, wenn die
Menschen anfangen zu begreifen, welches Leid die kriminellen Machenschaften
der Pharmaindustrie anrichten, kann diesen Verbrechern irgendwann das
Handwerk gelegt werden."
Eine etwas differenzierte Betrachtungsweise wäre vllt. doch angebracht.
Benzodiazepine können auch lebensrettend sein und gehören ua. zur (kurzfristigen) Standardtherapie beim Status epilepticus (10 % Letalität).
http://de.wikipedia.org/wiki/Status_epilepticus
Sie wirken nicht antidepressiv und nicht suizidal, sondern angstlösend, muskelrelaxierend und antikonvulsiv (wirken gegen epileptische Anfälle) machen aber schläfrig (sedierend) und haben ein hohes Abhängigkeitspotential. Lorazepam hat eine lange Halbwertzeit, weshalb es zum Überhang kommen kann, wenn es als Schlafmittel missbraucht wird und deshalb ist man auch am Folgetag nicht voll fahr- oder verkehrstüchtig. Midazolam / Dormicum hat eine sehr kurze Halbwertzeit und ist sehr gut in der Anästhesie steuerbar (ist doch schön, wenn man von einer Magenspiegelung nichts mitbekommt und trotzdem schnell wieder wach wird, oder etwa nicht ?).
Benzos sind wegen dem Suchtpotential nur in der Anästhesie oder im stationären Rahmen (wo man sie vor Entlassung des Patienten wieder ausschleichen kann) sicher einsetzbar. Wer sie als Schlafmittel ambulant verschreibt, begeht einen ärztlichen Kunstfehler. Das Problem sind akute Angst- oder Erregungszustände, die damit gerne behandelt werden. Ich bin kein Psychiater, würde Benzos jedoch nur stationär dazu einsetzen und ambulant auf andere Substanzen ausweichen.