Grundumsatz (mT)
Hey CalBaer,
zumal die
Kosten fuer menschliche Arbeit auf Grund der Roboter-Konkurrenz dann sinken
wuerden.
Diese Argumentation mag nun ein wenig zynisch (Neumann / Dr Strangelove) klingen, aber ist nicht so gemeint:
Eine Arbeitskraft hat einen Grundumsatz, der bei Lohnarbeit neben dem Leistungsumsatz immer bezahlt werden muss. Diese minimalen Kosten für die Lebenserhaltung fallen immer an. Weiterhin ist der menschliche Metabolismus etwas "anspruchsvoller" in der Energieversorgung.
Dadurch gibt es erstens ein Kostenminimum bei menschlicher Arbeit (das bloße Überleben der Arbeitskraft), das über die Arbeitsproduktivität hinaus geht und zweitens hast du das Problem, dass das Fallen der Kosten für menschliche Arbeit auch ein Einbrechen der Gewinne bedeutet. Wie gesagt, die Ökonomen werden irgendwann kapieren müssen, dass nur Lohnarbeit Wert erzeugt, da Löhne der Konsum ist. Das Sparparadoxon ist nur deshalb ein Paradoxon, weil man die falsche Werttheorie statt der richtigen hat. Ohne einen hohen Beschäftigungsgrad führt der Kapitalismus zu einer massiven (künstlichen) Produktivitätsverknappung und wird noch ineffizienter als der Sozialismus (oder wird immer mehr zu Pseudosozialismus: Subventionen, Lohnaufstocker, Grundeinkommen, Tittytainment)
Weiterhin geht es gerade nicht um strunzdumme Roboter, die nach simplen Schemen arbeiten, sondern wir kommen wirklich in den Bereich von menschlichen kognitiven Fähigkeiten. Das sind keine Utopien oder Science Fiction, sondern realistische Prognosen anhand der bisherigen technischen Entwicklung der Leistungsfähigkeit sowie den Fortschritten bei den Algorithmen. Die Fortschritte sind gerade so gravierend, dass man jetzt schon vordenken muss, denn unsere Gesellschaftsordnung wird daran zugrunde gehen - die Frage ist, in welcher Weise.
Es gibt so viele Technologien, die in der Vergangenheit euphorisch
gefeiert wurden, sich nie richtig durchgesetzt haben und teilweise sogar
wieder verschwunden sind. Nebenbei hinterlassen sie manchmal noch jede
Menge Altlasten, die nachfolgende Generationen bezahlen muessen, ohne dass
sie noch irgendwelchen Nutzen bringen. Aus dieser Erfahrung muss man den
Technik-Hype eher sehr kritisch sehen.
Google hat die Speerspitze im KI Bereich übernommen. Die wollen es gerade wissen und in der Vergangenheit hat Google bewiesen, dass Google kann.
Und du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Amazon sich nicht durchsetzten
kann, wenn die ihre Drohnen wollen.
Und UPS, FedEx, DHL, USPS haben fuer ihre etablierten Prozesse keinerklei
Lobby?
Selbstfahrende Autos sind in Unterhaltungskosten prinzipiell billiger als Autos mit menschlichem Fahrer. Die in den Prototypen momentan eingesetzten Laserscanner sind noch sehr teuer, aber hier gibt es auch rapiden Preisverfall. Google hat Smartphone Entwicklergeräte, die schon sehr solides SLAM können, das hauptsächlich über geschickte Sensorfusion von IMUs und analytischer Photogrammetrie läuft. Ich sehe keine Gründe, dass selbstfahrende Autos mittel- bis langfristig nennenswert teuer in der Anschaffung sein müssen.
Im Bereich Computing gibt es natuerlich gewaltige Fortschritte. Das hat
aber nichts mit Robotik zu tun.
DOCH! Gerade das sind die ja relevanten Durchbrüche. Wenn Computer Kontext verstehen, schaffen sie das, worin sie dem Mensch noch unterlegen sind. Es geht ja gerade um die bessere Steuerung der Roboter.
Grüße
melethron
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„It’s the Second Law of Thermodynamics: Sooner or later everything turns to shit.“ - Woody Allen