Warum die Edelmetallpreise steigen und die Aktien- und Bondmärkte crashen werden
Moin moin in die gelbe Runde,
die Auswahl dieser Überschrift soll ein breites Interesse wecken oder auch entsprechende Reflexe des Widerspruchs aktivieren. Nur so gibt es eine umfassende Betrachtung der Lage aus verschiedenen Blickwinkeln.
Ich gehe davon aus, dass das aktuelle wirtschaftliche Handeln der FED und der verantwortlichen oder einflussreichen Kreise in den USA nicht zufällig geschieht, sondern mit einer Absicht verbunden ist.
Die entsprechenden Personen handeln jedenfalls nicht dumm oder gar planlos.
Wenn ich planvolles Handeln unterstelle, dann muss ich die Puzzleteile, die ich finden kann, zu einem Bild zusammensetzen, um den Plan zu verstehen. Das Bild, das ich für Euch zusammensetze, könnt ihr dann betrachten, ergänzen oder unpassende Teile entfernen oder austauschen.
Zum zeitlichen Ablauf des Geschehens kann ich leider keine Aussagen machen, da ist die ELLIott Wave Analyse besser geeignet.
Anlass für diesen Beitrag ist das scheinbar widersprüchliche Verhalten der FED, die trotz genauer Kenntnisse aller Wirtschaftsdaten den Dollar stärkt, indem sie Zinserhöhungsängste/-phantasie erzeugt.
Unzweifelhaft bringt eine handelsgewichtete Steigerung des Dollarkurses amerikanische Unternehmen, die auf dem Weltmarkt konkurrieren in eine nachteilige Position. Ca. 2/3 der Unternehmen des Dow Jones dürften erheblich unter dem gestiegenen Dollar leiden.
Der Anteil der arbeitenden Bevölkerung der USA an der Gesamtbevölkerung (vermutlich ist die arbeitsfähige Bevölkerung gemeint) ist von 1999 mit über 67% auf 2014 unter 63% zurückgegangen und liegt damit auf dem Niveau vom Ende der 1970er Jahre. Die Gruppe der arbeitsfähigen nicht in Arbeit befindlichen Personen umfasst knapp 93 Mio. Amerikaner. (Zahlen Claus Voigt - Krisensicher Investieren, 07.03. 2015) Die aktuelle Politik wird dieses Problem verschärfen. Den größte Jobzuwachs der letzten Jahre gab es im Öl- & Gasbereich. In diesem Sektor führen die Preisrückgänge zu umfangreichen Investitionskürzungen und Entlassungen.
Die wirtschaftliche Situation in den USA scheint momentan jedoch hinter machtpolitischen Interessen zurückzustehen. Schließlich ist die halbe Welt short in Dollar (Kredite) und hat mit der Rückzahlung Schwierigkeiten, wenn die wirtschaftliche Entwicklung stagniert. - Außerhalb der USA gibt es Dollarschulden von mehr als 10 Billionen Dollar. Bei einer handelsgewichteten Abwertung von 20% ergeben sich für die Kreditnehmer Währungsverluste von 2 Billionen Dollar, was konjunkturdämpfend wirken sollte. Unternehmen in China haben Schulden in Höhe von ca. 3 Billionen $. Das entspricht ca. 250% Schulden vom BSP. China muss gut 7% Zinsen, das entspricht ungefähr 18% des Bruttoinlandsprodukts für Zinszahlungen aufbringen, was bei wirtschaftlicher Schwäche schwerer ist, als in Zeiten hohen Wirtschaftswachstums: Zins, den die Industrie zahlt: 4,8% Deflation plus 7,2% Zins entspricht 12% Realzins. (Zahlen aus der Finanzwoche Nr. 09 - 2015, Dr. Jens Ehrhardt) - Wie lange kann das funktionieren?
Aufgrund der globalen Situation bleibt die Nachfrage nach Rohstoffen und Energie zurückhaltend und die Preise in dem Sektor könnten weiter bröckeln. - Auf mittlere Sicht ist ein deutlicher konjunktureller Einbruch weltweit zu erwarten.
Der einzige Sektor, der von diesem Szenario profitiert sind Edelmetallminen. Verminderte wirtschaftliche Aktivität im Rohstoffsektor führt zu einem Preisrückgang der entsprechenden Inputs: Energiekosten, Bohrgeräte, Transportfahrzeuge, Labordienstleistungen, geologische Messverfahren usw.. Zudem gibt es dann eine Menge qualifizierte Leute, die in dem Bereich Arbeit suchen. - Ich erwarte überraschend starke Kostensenkungen. Besonders Gesellschaften, bei denen ein großer Teil der Kosten nicht in Dollar anfällt, sollten daraus Gewinnwachstum schöpfen.
Auf der anderen Seite entsteht Bedarf an sicherer Geldanlage, da industrielle und private Schuldner in höherem Maße in einer Rezession von Insolvenz bedroht sind. Geldanlage in Schulden, egal ob staatlich, industriell oder privat (Hypotheken, Auto- oder Studentenloans) könnte sich dann als Fehler erweisen. Schulden haben einen Termin und müssen zu diesem bedient werden, was in einer Rezession schwierig sein kann. In einem solchen Umfeld könnte die Nachfrage nach Sicherheit die Edelmetallpreise auf überraschende Höhen bringen. - Gold statt Bonds!
Wenn den Verantwortlichen die Arbeitslosigkeit und Armut von fast 93 Mio. Bürgern so am Arsch vorbei geht, was könnten dann die übergeordneten Ziele sein?
Der Angriff der USA auf den Euroraum
Zitat von Kissinger: "Amerika hat keine Freunde, Amerika hat Interessen."
Wer Schulden hat, ist „Sklave“ der Bank - er muss zum Termin liefern.
Das wichtigste Exportgut der USA ist der Dollar - die Bereitstellung von Investitionskapital. Wer $-Schulden hat, muss grüne Zettel liefern und zusätzlich zur geliehenen Summe auch die Zinsen. Das wird erschwert, wenn politische Vorgaben die Geldpolitik bestimmen. Der Dollar ist die schärfste (nicht militärische) Waffe der amerikanischen Machtpolitik.
Der Euro hat das Finanzierungsmonopol des Dollars in Frage gestellt. Die Eurozone/Kernländer brauchten für ihr Wachstum die neuen Mitglieder, die als Sicherheit für ihre Kredite normalerweise beleihbare Sicherheiten hätten stellen müssen. - Da hat man z.B. bei Griechenland nicht so genau hingesehen.
Auch russische Unternehmen haben Euro Kredite aufgenommen. Russland bot den europäischen Unternehmen hervorragende Wachstumsaussichten, zumal die Verschuldung des Landes gering ist und entsprechende Sicherheiten für Kredite vorhanden sind. Dies gefährdete die Vormachtstellung des Dollars und damit der wichtigsten Waffe der USA im globalen Wirtschaftskrieg.
Die jahrelange Vorbereitung des Putsches in der Ukraine durch die USA hat als ein wichtiges Ziel die nachhaltige Störung der europäisch-russischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Die Europäer halten dieses unausgesprochene Ziel amerikanischer Politik nur für eine unvermeidbare Nebenwirkung der amerikanischen Politik und lassen sich naiv vor den amerikanischen Karren spannen. Sie haben nicht bemerkt oder wollen sich nicht eingestehen, dass der Euro und die Länder Europas Opfer amerikanischer Hegemonialpolitik sind.
Die aktuelle Phase der Kapitalverknappung ist, aus machtpolitischen Erwägungen, genau so gewollt. Da spielen auch Aktienkurse, Bondpreise oder die Gewinne amerikanischer Unternehmen für eine gewisse Zeit nur eine Nebenrolle. Die Wirtschaftsdaten werden gnadenlos schöngerechnet, um den wirtschaftspolitischen Kurs zu rechtfertigen. Man ist intelligent genug, das passende zeitliche Setup zu wählen.
Daraus schließe ich, dass die aktuellen Marktbewegungen, wie die Aufwertung des Dollars und die Korrektur an den Börsen noch deutlich weiter gehen werden. Die in die Strategie involvierten US-Banken werden glänzende Gewinne für das erste Quartal abliefern.
Bedanken möchte ich mich bei azur für seinen Beitrag zum amerikanischen Finanzkrieg.
Bei GodmodeTrader habe ich dieses sehr sehenswerte und bewegende Youtube Video von Eisenhauer und Kennedy zum militärisch industriellen Komplex gefunden.
Herzliche Grüße in die gelbe Runde
Vatapitta
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Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/