Wachstum, Inflation, Regulation ..
Hallöchen pigbonds!
Was ich gesagt habe, gilt auch für die Schweiz:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/216721/umfrage/inflationsrate-in-der-schw...
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/14555/umfrage/wachstum-des-bruttoinlandsp...
Auch da kann eine positive Korrelation zw. 2004 bis 2014 festgestellt werden.
Dann müssten wir uns einigen, was eine hohe Teuerung bedeutet. Oben gibt es für die Schweiz einen Ausreisser mit über 2% Teuerung - was für mich immer noch (knapp) als tiefe Teuerung gilt. Alles andere fällt für mich in den Bereich der 0%-Teuerung.
Ja, für dich. Die statistischen Korrelationen zwischen Inflation und Wachstum sehen das aber anders.
Wichtig ist, dass nicht praktisch ALLES teurer wird, denn so können Ressourcen von unrentablen Branchen in die rentableren Branchen verschoben werden, um diese auch wiederum günstiger (=unrentabler) zu machen. Die ständige Optimierung sorgt dann für eine funktionierende Wirtschaft.
"Ständige Optimierung", durch wen? Wenn das der Staat nicht macht, dann bekommst Du Monopole, Preisabsprachen, Schmiergelder ohne Ende, Sabotage an den Mitbewerbern, Industriespionage usw. usf. .. was dann zu entsprechend verzerrten Preisentwicklungen führt. Da optimiert sich nichts von selbst .. es sei denn durch Bürgerkrieg.
Ich finde, die durchschnittliche (allgemeine) Inflationsrate sagt so gut wie gar nichts. Z.B. können die Preise für Premiumprodukte sinken, während sie im niedrigen Preissegment steigen, oder umgekehrt.
Zudem, wir haben es meistens mit inflationären und deflationären Märkten nebeneinander und gleichzeitig zu tun. Deshalb hielte ich es für sinnvoll, wenn getrennte Raten für die unterschiedlichen Warenkörbe berechnet und veröffentlicht würden . . so z.B. für die Nahrungsmitteln, Drogerieprodukte, Textil & Schuhe, die Haushaltselektronik, die Wohnungsmiete, die Energie, die persönliche Mobilität, die Gesundheit, und für die grundlegenden Freizeit-/Kultur- und die Bildungsausgaben. Wir hätten dann 10 Infla.raten für die Konsumwaren, die eine aufschlussreichere Aussagekraft hätten und eine differenziertere Wirtschafts- und Steuerpolitik ermöglichen würden.
Ein "System" kann wohl nicht mit tiefer Teuerung starten (z.B. China), weil Angebot und Nachfrage anfangs noch zu wenig ausdifferenziert sind - ebenso die einzelnen Systemteilnehmer.
Ja, VoWi-en starten meistens mit einer relativ hohen durchschnittlichen Inflation, während sie zunächst schnell wachsen (wollen). Siehe z.B. Mittel- und Ost-Europa nach 1990. Bereits nach ca. 25 Jahren beginnt dann eine tendenziell chronisch deflationäre Phase (mit stetig sinkender Infla.rate), da die Einkommensverteilung zunehmend schiefer wird und die Sparquote bei den Privaten wächst bzw. hoch bleibt. Nun wird die Geldmenge ständig überproportional erhöht (auf Kosten der Staatsverschuldung), um Rezession zu vermeiden und den Systemkollaps hinauszuzögern. Dies kann weitere 50 Jahre dauern .. zuletzt seit ca. 1975 in DE.
Der Staat sollte dabei die Rahmenbedingungen stellen und die Einhaltung überprüfen: und dies ist just das, was in vielen Ländern der EU nicht funktioniert. Ich behaupte mal: typische Schwachwährungsländer sind nicht einfach wirtschaftlich schwach, sondern vor allem institutionell schwach und können die eigenen Regeln nicht einhalten.
So ist es. Ohne den starken Staat und dessen Wirtschaftspolitik kann es keine Wirtschaft geben, wie wir sie kennen .. zumal die diversen privaten Seilschaften (z.B. die Parteien, die Mafia etc.) fast immer die stärkeren Akteure bleiben.
Giesst man in solche Staaten Finanzhilfen, dann mästet man damit nur die fetten Schweine, die dann ihre Kohle zurück in die Kernzone schaffen und die dann dort im schlechtesten Fall ob ihrer Finanzkraft noch Einfluss gewinnen.
So ist es.
Zurück zur Teuerung, meine These ist also: Eine tiefe, weder negativ noch positiv ausschlagende, Teuerung sorgt dafür, dass Private wie Staat die Ressourcen kontinuierlich optimal einsetzen können.
Das bestreite ich. Bei 0% Inflation ist die Sparquote (relativ zum BIP) einfach zu hoch, zumindest im heutigen System, sowohl bei den Konsumenten (= Konsumverzicht) als auch bei den Unternehmern (= Investitionsverzicht). Das bringt die Wirtschaft definitiv zum Stillstand. Es fehlt der Ausgabeimpuls.
Dabei sollte auf den Vermögen eine Steuer erhoben werden, die sich irgendwo leicht über der Teuerung befindet, damit Vermögen wirtschaftlich eingesetzt werden muss. Die Schwierigkeit besteht natürlich darin, diese Vermögen vollständig zu erfassen.
Genau, unter anderem .. sofern Du die Geldvermögen meinst! Hütte Dich aber vor monokausalen Erklärungen und Lösungen in der Wirtschaft.
Mit Gruß, Beo2