Danke für die Klarstellung.
Ich kenne z.B. etliche Türken, die Alkohol trinken und
sich nicht an die Ramadanregeln halten, obwohl der Islam ihnen etwas
anderes vorschreibt. Wie es in deren Schlafzimmern aussieht, weiß ich
nicht und du sicherlich auch nicht" />?
Hallo siggi,
nur zum besseren Verständnis: Wenn ich von Muslimen spreche, dann meine
ich die Strenggläubigen, die z.B.ganz nach den Richtlinien des türk.
Religionsministeriums leben, also das was Ditib unter der AKP-Führung z.B.
vorgibt.Ich kenne relativ gut Personen beider Seiten, die streng Gläubigen und
diejenigen, die genauso muslimisch sind wie die meisten Deutschen
christlich, also ohne feste Bindung zu Religion oder Kirche,die es eher als
Gewohnheit oder unter folkloristischen Gesichtspunkten sehen.
Ich kenne musl. Frauen, die mir als Chef oder Vermieter niemals die Hand
geben würden, genauso wie welche, die gerne ein Drauf machen (mit
Alkohol). - und deren Eheanforderungen sind unterschiedlich.Natürlich sind es immer nur Einzelfälle, aber im Kontext mit Lehren die
als Unverrückbar gelten, ergibt sich m.E. schon ein halbwegs
allgemeingültiges Bild.
Allgemeingültig für die von dir im 1. Absatz angesprochenen Personengruppe. Ich habe da keine Zahlen, aber ich schätze, dass von denen in Deutschland lebenden Moslems allerhöchstens 50 % streng gläubige Moslems in deinem Sinne sind.
Der Prozentsatz war Anfang 2015 sicherlich noch niedriger, ist aber aber durch den starken Anstieg von syrischen Flüchtlingen in den letzten 12 Monaten wohl gestiegen.
Syrische Moslems sind, nach dem was ich dazu gelesen habe, im Allgemeinen gläubiger, aber andererseits auch erheblich toleranter als Moslems anderer Nationen aus dem Nahen Osten.
Das könnte mit der wechselhaften Religionsgeschichte Syrien zu tun haben, mit dem eigentlich unproblematischen Zusammenleben der verschieden Religionen dort, bis zum Bürgerkrieg.
So sind z. B. dort auch Weihnachten und Ostern gesetzliche Feiertage und die Gesichtsverschleierung oder gar Vollverschleierung ist dort fast völlig unüblich.
Der Vergleich mit der Bibel, sowie der kath. Kirche hingt natürlich, da
die Worte der Bibel unter zeitgeschichtlichen Aspekten interpretiert werden
können, auf heutige Verhältnisse angepaßt werden können.
Etwas was im Islam nun einmal ausdrücklich untersagt ist. Insofern
scheitern auch sämtliche Reformversuche, so wird es ggf. einen europ.
aufgeklärten Islam in Versuchen geben, aber letztenendes wird er als
Irrlehre verworfen und in die Bedeutungslosigkeit geschickt.
Ich bin da weniger pessimistisch. Aus dem letzten Link meines Vorpostings:
"Obwohl streng genommen weder vom Islam noch vom Hinduismus sanktioniert, wissen sowohl Seyran AteÅŸ als auch Vilwanathan Krishnamurthy, dass sexuelle Kontakte außerhalb der Ehe zur Alltagsrealität ihrer Glaubensgemeinschaften gehören. Für Seyran AteÅŸ findet die sexuelle Revolution bereits längst im Untergrund statt: "Was den Islam und die westliche Welt betrifft, leben wir in verschobenen Jahrzehnten. Ich bin optimistisch, dass die sexuelle Revolution kommen wird. Gerade im Zuge des arabischen Frühlings hoffe ich, dass die jungen Menschen am Ball bleiben. Vor allem sind sie viel weiter als ihre Gesellschaften, und die Revolution in Sachen Sexualität wird eh schon gelebt, ohne Grenzen. Das weiß auch die ganze Welt bereits." Die Jugend habe die Eigenverantwortung für ihr Sexualleben an sich gerissen. Ob die Gesellschaft folge, werde sich noch zeigen."
Dies nur zur Verdeutlichung, woraus sich meine Ansicht u.a. speist.
Und gehen wir mal gut 100 bis 200 Jahre zurück, dann haben wir trotz
Aufklärung auch in Europa noch ein Bild, wo man durchaus davon ausgehen
kann, daß Frauen aufgrund von Kirche und Gesetzen genötigt wurden zum
Sex, ob gewollt oder hirnmanipuliert oder ungewollt war dabei recht
bedeutungslos.
Du musst gar nicht zurück gehen:
http://www.anwaltseiten24.de/rechtsirrtuemer/teil-3.html
Daraus:
"...es gibt durchaus eine "Sexpflicht" in der Ehe. Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht vor, dass die Ehepartner einander zur „ehelichen Lebensgemeinschaft“ verpflichtet sind und damit zur so genannten Geschlechtsgemeinschaft."
Vor der Reform des Scheidungsrecht in den 70igern war das sehr oft eine Möglichkeit des Mannes, die Schuld an der Scheidung alleine der Frau anzulasten und somit der Unterhaltsverpflichtung zu entgehen.
Nach der Reform des Scheidungsrechts hat dieser Umstand aber sicherlich an Brisanz verloren, aber es gibt tatsächlich noch Urteile aus jüngere Zeit, wo der Unterhalt für die Frau nach der Scheidung gekürzt wurde, weil diese ihren ehelichen Beischlafpflichten nicht ausreichend nachgekommen ist.
LG
siggi
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