Guter, aufklärender Beitrag!
Sehr richtig:
Der Mann war NIE beim Wachregiment, wie er behauptet. Denn bei dem gab es
KEINE Offiziersausbildung.
Beim Wachregiment gab es zuerst ein halbes Jahr militärischen Drill, wie bei den Mot-Schützen der DDR üblich. Und dann, der Rest der drei Jahre: Das war ödes 24-Stunden-Wache-Schieben im Wald, an immer dem gleichen Zaun, bei jedem Schiet-Wetter, Schichtbetrieb, "Ruhepausen" statt zu schlafen.
Was ich noch weiß: Diese 18 bis 22-Jährigen bekamen etwa nach einem Viertel Jahr ihren ersten Ausgang, zum Treffen mit ihren Familien zur Feier ihrer Vereidigung, ein kurzer Nachmittag, in exakt vorgegebenen Lokalen!
Wie in der NVA oft, waren sie in original Wehrmachtskasernen untergebracht, mit gut 20 Mann auf der Bude. Das jeden Tag und jede Nacht, ab und an mal ein Ausgang genehmigt von 17 bis 22 Uhr (da haben es ja "die Flüchtlinge" heute hier besser, oder?!).
Nach zwei Jahren ohne Vorkommnis wurden sie Unteroffizier und durften erst dann über Nacht endlich mal weg bleiben ("Sechs-Uhr-Ausgang"). Erst ab Unteroffiziersdienstgrad gab es das!
Das heißt, die mit mehr als 20 Mann belegten Stuben verließ man erstmals über Nacht nach zwei Jahren und Beförderung zum Uffz. - OK, es gab auch Jahresurlaub.
Aber man bedenke, das waren eingesperrte junge Männer - von Vergewaltigungen ist mir nichts bekannt
Er beim Wachregiment - als Offiziersschüler des ganz normalen MfS - nur
seine Grundausbildung absolviert, war aber nie einfacher Angehöriger von
Mielkes Wachtruppe aus Wehrdienstleistenden, sondern immer reguläres
Mitglied der regulären Stasi-Bezirksverwaltung Berlin, also hauptamtlicher
Stasi-Mann im Sinne des Stasi-Unterlagengesetzes.
So ist es. Er hat da einen guten Monat Gleichschritt gelernt und Schießen, vermutlich danach oft "Ausgang" in Zivil? In Berlin schwoofen, dann nach Hause zum Abendbrot bei Papa ...?
Nicht zu vergleichen jedenfalls mit dem Wehrdienst.
Normalerweise könnte er mit dieser Akte nicht mal Klomann im Roten
Rathaus werden, er bekäme keinen Job irgendwo in einer deutschen
Verwaltung.
Genau dies aber passierte den dort Wehrdienstleistenden später tausendfach, als angeblich vom Unrechtssystem profitierende, m. E. unfair. Arbeitsplatzverlust "als es raus kam", oder Ende der Karriere, als Landrat zum Beispiel.
Ich kann ja vielleicht noch verstehen, dass er versucht, mit dieser Masche durchzukommen. Aber ich verstehe nicht, dass ihm das offenbar zu geling en scheint.
Wieder ein Vorgang, wo ich nicht Blödheit (in diesem Fall der Journalisten), sondern Vorsatz behaupte.
Danke für den Beitrag!
H.
--
Eine Hand für den Mann und eine Hand für das Schiff.