Bezugsmöglichkeiten für Schwefelblüte/Schwefelsalbe gegen Krätze (Scabies, Räude) und Anwendung

Literaturhinweis, Montag, 05.12.2016, 23:51 (vor 3383 Tagen) @ SevenSamurai9523 Views

[Bei medizinischen Themen nochmal der gesonderte Hinweis, daß all dies ohne Haftung und Gewähr erfolgt!]

Bekommt man die Suspension von Schwefelblüte in geeigneter Salbengrundlage als fertige Salbe?

Ja, es gibt in Apotheken jedenfalls fertige Präparate.

Ich habe allerdings wegen des besseren Preises pro Volumen das hier genommen für Tiere (egal, ob Katze, Hund, Pferd etc., aber eben auch für den Menschen), vgl. den Preisunterschied zu z.B. "Skin-eze 50g". Allerdings neigen gerade Katzen natürlich dazu, sich sofort zu putzen/zu belecken. Wenn das in den Magen kommt, ist es zwar nicht schlimm, höchstens kommt es zu Rülpsern, die etwas nach fauligen Eiern riechen (teilweise Umwandlung in Schwefelwasserstoff), aber es ist mit manchen Tieren halt nervig. Im Prinzip muß man denen dann den bei Hunden manchmal auch auf der Straße zu sehenden Leck- bzw. Beißschutz, auch Halskrause genannt, anziehen, vgl. Schutzkragen L–XL.

Speziell für den Menschen gibt es auch jede Menge Schwefelsalben, das wirksame Prinzip ist überall dasselbe.

Bei pelzigen Tieren ist es halt schwierig, das in erforderlicher lückenloser Deckung wirklich auf die Haut zu bekommen, wobei man bei echtem Räude-Befall das Tier ohnehin gleich rasieren kann, denn nach dem Vollbild der Scabies ist das Fell eh weg:

[image]

(Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4ude).

Die menschliche norwegische Scabies ist auch lecker:

[image]

(Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4tze)

Wichtig ist jedoch vor allem - wenn man das mit der Schwefelcreme/-salbe macht: die Wirkung beruht ausschließlich darauf, daß die Milben durch das sich an Luft bildende Schwefeldioxid abgetötet werden, in gewissem Grad auch durch Diffusion in die Hautschichten die schwer zu bekämpfenden Eier, die ebenfalls luftdurchlässig sind. Damit sich das SO2 aus dem amorphen Schwefel (Schwefelblüte) effektiv und in ausreichender Menge bildet, muß die Salbe wirklich hauchdünn aufgetragen werden. Das wiederum bedingt, daß man es täglich mehrmals, ggf. sogar z.B. halbstündlich, und das u.U. über Wochen und Monate, machen muß. Was das für die Kleidung bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen. Zudem sind wegen der möglichen Bleichwirkung von Schwefeldioxid auch Aufhellungen an empfindlichen Stoffen nicht auszuschließen.

Und letztlich wird auch beim Menschen mit Kopf- und Gesichtsbehaarung die Behandlung an diesen Stellen erschwert. Allerdings sind die Hauptbefallsstellen anfänglich vor der Generalisierung, die bei Nicht- oder verzögerter Behandlung auftritt, eher z.B. die Zehen- und Fingerzwischenräume und andere Hautstellen, aber das ist individuell sehr unterschiedlich.

Diese Schwefelsalben-Therapie ist jedoch heute nicht mehr 'Mittel der Wahl', beim Menschen werden eher z.B. das Pyrethrum-Derivat Permethrin u.a. Mittel eingesetzt. Der Vorteil andererseits ist, dass es gegen Schwefeldioxid vermutlich niemals Resistenzen geben wird. Das Schwefeldioxid reagiert bei Kontakt mit wasserhaltigen Oberflächen weiter zu schwefliger Säure, und das verätzt eben die Atemwege dieser Tiere, auch der Eier.

Zudem gibt es, da die Reizung, das 'Jucken' bei Scabies/Krätze eine Wirkung des Milbenkots ist, Folgeinfektionen, insbes. beim Kratzen, und SO2 wirkt gleichzeitig antibakteriell und antimykotisch, vgl. auch Schwefelseife.

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