Trump und das Imperium
Hallo Nico,
Hallo nemo!
Erkenntnis an sich ist schon anstrengend. In diesem Sinne gebührt der
Respekt
in diesem Forum Dottore, der diese Anstrengung – das zu Ende denken und
auf-
schlüsseln des debitistischen Kettenbriefes – geleistet und damit
zumindest
einige Menschen zum Nachdenken angeregt hat.
Deinen Respektbekundungen gegenüber PCM/dottore schließe ich mich gerne an. Wie aber der von ihm verwendete Begriff des Kettenbriefs zu verstehen ist, scheint mir nicht eindeutig. Dass monetäres Wirtschaften prinzipiell auf ein Ponzi-Schema/ Schneeballsystem hinausläuft bestreite ich. Aus meiner Sicht entspricht es einer natürlichen Ordnung, dass sich die Öffentliche Hand über ihre eigene Staatsbank zins- und tilgungsfrei (und das bedeutet schuldfrei) ihre Defizite finanziert (bei Bedarf hier ein Aufsatz von mir) . Dieses politische Instrument wurde gekapert, und befindet sich in nicht demokratisch legitimierten Händen. So erleben wir – das gilt offenbar für alle maßgeblichen Nationen – einen Staat im Staate, und solange bleibt Demokratie eine Illusion.
Die Schlussfolgerung dieser
Erkenntnis müsste dahin führen, den Machtfaktor Geld zu erkennen und
Maßnahmen zu treffen, damit diese Schuldenspirale nicht das Leben
sämtlicher
Menschen auf diesem Planeten bestimmt und in den Abgrund reißt.
Sehr richtig …
Wir
betrachten
diesen Vorgang in Zeitlupe und glauben immer noch daran, dass jemand
kommt
und die Situation ändert.
Wir kennen nichts anderes als diesen Vorgang, und deshalb glauben auch längst nicht alle, dass da jemand kommen wird. Im Gegenteil hätte ein großer Teil Hillary am liebsten gewinnen sehen wollen, obwohl wohl kaum eine Person glaubhafter hätte versprechen können NICHT diese Person zu sein, auf die eben auch kaum jemand hier wartet.
Diese Bewusstlosigkeit müsste hierzulande erst noch durchbrochen werden …
Aber genau das geschieht nicht. Trump müsste
die
Banken abschaffen oder ihnen zumindest einen großen Teil ihrer Macht
nehmen.
Das wird er nicht tun. Bisher ist er nur ein Großmaul, der vollmundige
Töne
spuckt. Wir werden mit der Zeit sehen, ob er wenigstens einige dieser
Versprechen
halten kann. Ich würde es mir wünschen. Aber an dem Glauben, dass Trump
die
Banken-Mafia zu Fall bringen wird, habe ich meine Zweifel.
Dass die Banken entmachtet werden müssten, sehe ich ja nicht. Nur das Monopol der Noten-/Zentralbank wäre so einzusetzen, dass es dem jeweiligen Volk dient und Staatsschulden obsolet macht. So würden die Geschäftsbanken automatisch auf ihr wichtiges und achtungswürdiges Geschäftsfeld zurückgeführt.
Die Heilung findet meiner naiven Vorstellung nach nur dann statt, wenn:
– Jemand geistig in der Lage ist, über das Finanzsystem hinaus zu
denken
– Das Finanzsystem so verändert, dass Schulden nicht mehr der Haupt-
faktor des Wirtschaftens sind
– Ein System entwickelt wird, das sich den Wohlstand nicht auf Kosten
der
Zukunft erkauft, sondern in der Lage ist, einen Ausgleich zu schaffen
Das größte Problem scheint einmal mehr darin zu liegen, dass sich die meisten Menschen nicht vorstellen können, dass alles so einfach ist.
Dies alles traue ich Trump nicht zu.
Vielleicht verkörpert gerade Trump den nötigen Charakter, die Dinge nicht unnötig kompliziert zu sehen, und sich nicht von intellektuellen Geschwätz beirren zu lassen.
Wenn ihn das vielleicht hilft, meinen Seegen hat er.
Es ist meiner Meinung nach nicht
seine Aufgabe
und nicht sein Ziel. Er wird versuchen den Größenwahn der Clintons und
Co.
einzudämmen um wenigstens einen Teil der US Macht zu retten. Und damit
Revolten im eigenen Land verhindern. Denn das wäre das Ende des
Imperiums.
Ich hoffe, er will überhaupt kein Imperium, und ich will auch keines. Hier hätte sich Trump wohl zu entscheiden, entweder ein Imperium oder das Wohl der Menschen.
Seine Aufgabe ist meiner Ansicht nach nur, das Imperium neu aufzustellen
und
den ganzen sozial-romantischen Sektor abzuschaffen. Er ist immerhin nicht
so
dumm wie die Clintons, die sich in globalen Kriegen aufreiben und nur
durch
ihre Hybris, ihre permanenten Medienlügen und Kriminalisierung
Andersdenkender
über Wasser halten können.
Diese versuchen sich und das Imperium welches sie verkörpern über Wasser zu halten.
Er ist halt der ehrlichere Typ, aber keiner
der sich
gegen die Geldmacht stellt, sondern bestenfalls mit ihr verhandelt. In
beider-
seitigem Einvernehmen selbstverständlich. Wahrscheinlich ist er auch nur
der
nützliche Idiot, der das System kontrolliert in den Abgrund führt, so
dass die Elite
sich noch vorher in Sicherheit bringen kann. Die Rolle des Revoluzzers ist
bloß
sein Image, von PR Beratern zusammen konstruiert.
Ganz im Sinne deines eigenen Titels „die Hoffnung stirbt zuletzt“ sei gesagt, dass ja auch weiter vieles weniger Wünschenswertes möglich erscheint, aber auch das Wünschenswerte. Dieses mal aber erscheinen die Vorzeichen besonders günstig, und so ist Zuversicht dieses mal eine nicht mehr so schwirige Übung.
Btw:
Hier bin ich noch über die Aufzeichnung einer kontroversen Diskussion über die uns am meisten beschäftigende Frage gestoßen. Und zwar stritten sich noch unmittelbar vor dem schicksalhaften 8. November Oliver Janich und Tilman Knechtel über die von ihnen als "Armageddon oder Zeitenwende?" formulierte Frage aller Fragen. Teilweise finde ich diese Diskussion hochwertig und sachkundig. Allerdings wäre zu diesen Kontrahenten anzumerken, dass sie sich beide als „Libertäre“ verstehen. Solch eine Form von Fehlorientierung kann sich aber mit der Zeit legen, wie ich aus eigener Erfahrung zu berichten weiß.
https://www.youtube.com/watch?v=Hmi0RXI9N3E
Gruß
nemo
Schöne Grüße
--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...