Verwechsle nicht den Technologisierungsgrad mit dem Empfinden der Volksseele

Phoenix5, Sonntag, 23.10.2016, 14:48 (vor 3424 Tagen) @ Mephistopheles3005 Views

Hallo Mephistopheles,

Bis jetzt hat die asiatische Zivilisation weder politisch, noch
wissenschaftlich, und damit auch wirtschaftich nicht eine einzige
Basisinnovation hervorgebracht, wovon die westliche Zivilisation Dutzende
gegenüber Vorgängerkulturen vorzuweisen hat.

Ja, aber das haben die Germanen auch für viele Jahrhunderte nicht zusammengebracht, als sie das römische Reich nach und nach übernahmen. Da unsere zukünftigen Okkupatoren (China, Russland) weder in Stämmen leben, noch einer jungen Kultur aus Bauern entsprechen, trübt das den Blick, wie es in ihrer Volksseele aussieht. Ich persönlich habe mich damit noch gar nicht beschäftigt, glaube aber, dass uns einerseits deren Technologisierungsgrad den Blick verstellt und wir es durch die Globalisierung mit dem Phänomen "Pseudomorphose" zu tun haben. Wenn der Westen abdankt, werden sich die Asiaten selbst finden und ihre Zyklen abspulen. Es sei denn - und das halte ich persönlich ja für wahrscheinlicher - der Untergang des Abendlandes war der Endpunkt eines übergeordneten Zyklus´ (der Untergang des Patriarchats nach rund 10.000 Jahren).

Ein Niedergang des Westens bedeutet eine Machtübernahme des bis in die
Haarspitzen westlich geprägten Russlands oder Chinas.

Pseudomorphosen. Ist der Einfluss des Westens weg, ist die Volksseele frei zur persönlichen Entwicklung.

(Meine Privattheorie ist ja seit jeher, dass die Russen Westeuropa
übernehmen (müssen), nicht etwa von den Amerikanern, sondern, um es nicht
China zu überlassen).

Interessante These, der ich viel abgewinnen kann. Die USA haben sich schließlich auch überdehnt und letztlich ist es ja eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung, ob sie Europa halten wollen und finanziell überhaupt können (da befinden wir uns ja gerade in der kritischen Phase), oder sich, weil sie ihren Zenit bereits überschritten haben, auf ihren Kontinent zurückziehen und die Welt Welt sein lassen.

Das einzige, was die Chinesen oder die Russen auslassen werden, ist der
energie- und kräftezehrende Umweg über die Demokratie, ansonsten wird
Russland oder China sich im Zeitraum eines Jahrhunderts nur in Nuancen, und
nur mit scharfem Bick erkennbar, sich von Deutschland oder USA heute
unterscheiden.

Ich kann nicht einmal genau sagen, wo diese beiden Länder im Spenglerschen Zyklus stehen. Glaube aber nicht, dass der Unterschied nur Nuancen betragen wird, wenn der Westen mal abgedankt hat. Die Technologie verstellt den Blick.

Ein Niedergang des Westens, der immer auch ein wirtschaftlicher Niedergang
und in der Folge des wirtschaftlichen Niedergangs auch ein militärischer
Niedergang ist, wird allerdings nicht dazu führen, dass hier arabische
Clans sich mit dem Reststaat um die Macht streiten, sondern dazu, dass hier
russische oder chinesische Panzer für die Aufrechterhaltung der
öffentlichen Ordnung sorgen werden.

Auch für Spengler war es Russland, das Europa übernehmen würde. Ich glaube nicht, dass arabische Fellachenvölker während der Ära ihres Fellachentums je irgendetwas Wichtiges in Europa zu sagen haben werden (ihr Einfluss auf die Politik und damit auf das gesellschaftliche Leben wird aber mit Sicherheit wachsen und wachsen). Aber sie werden lästig sein und da kann ich mir schon ganz gut vorstellen, dass man die Fundis isoliert in einer Enklave besser in Schach halten kann, als über das Land verstreut. Demographisch wird der Islam aber wohl die Europäer überwachsen, die Intelligenzia aber bleibt den Europäern/Eurasiern, weshalb ich mir im Laufe der nächsten 200 Jahre durchaus vorstellen kann, dass der Islam Staatsreligion wird, allerdings unter eurasischer Führung (so wie Konstantin das Christentum zur Staatsreligion machte, weil es einfach zu viele Christen gab).

Da braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, wir werden keinesfalls uns
selbst überlassen werden, sondern wir werden geholfen werden. [[freude]]

Ein Niedergang der Ptolemäer in Ägypten hat seinerzeit keineswegs dazu
geführt, dass arabische Clans sich um die Herrschaft stritten, sondern
dazu, dass die öffentliche Sicherheit eben von römischen Legionen - für
ein paar Jahrhunderte bzw. ein Jahrtausend - aufrecht erhalten wurde.

Dieses Szenario halte ich derzeit für den wahrscheinlichsten Ausgang des
Abendlandes. (Spenglers Werk sollte ursprünglich nicht "Der Untergang
des...", sondern "Der Ausgang des Abendlandes" heißen.

Sehe ich auch so.

Beste Grüße
Phoenix5


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