Dann musst du deine Argumentation aber anders aufziehen

Mephistopheles, Datschiburg, Dienstag, 27.09.2016, 12:44 (vor 3444 Tagen) @ vegan1690 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 27.09.2016, 14:40

Hallo Mephistopheles,

in "freier Wildbahn" wäre ich wohl nicht Veganer, könnte ich mir dort
bestimmt nicht leisten. Mein Engagement richtet sich in erster Linie gegen
die (Massen-)tierhaltung unserer Gesellschaft, welche für mich, aus einem
persönlichen Gerechtigkeitsgefühl heraus, völlig inakzeptabel ist.
Natürlich ließen sich rationale Gegenargumente diesbezüglich finden,
insbesondere wenn man den religiös geprägten Schuldbegriff ablehnt. Aber
all diese Argumente verpuffen zugunsten der Tiere in meinem Kopf, Tiere
sind mir sympathisch.

Die Massentierhaltung ist eine Folge der staatlichen Abgabenquote von 70 - 90 % des erwirtschafteten Wertes.

Ich habe die Preise noch im Kopf, in 60er Jahren kostete ein Liter Milch 60 Pf., ein halbes Pfund Butter 2 DM, ein Kilo gutes Fleisch 8-10 DM, in der Freibank 2-3 DM.
Die Milch wurde roh/unbehandelt in der Dorfmolkerei abgegeben, und die Kühe wurden morgens auf die Weide getrieben und abends in den Stall. Von minderjährigen Mädchen.

Umgerechnet auf heutige Verhältnisse wären das 2-3 €/l Milch, 8-10 € für 1/2 Pfund Butter und 40-50 € für 1 kg Fleisch.
Und genau das würde es heute auch kosten ohne Massentierhaltung.
Wenn sogar Biobauern ihre Produkte billiger abgeben, dann kann da etwas an dem "Bio" nicht stimmen.

Das kann sich heutzutage kein Normalverdiener mehr leisten. Massentiererhaltung ist eine Folge der wahnsinnigen Steuern und Abgaben.

Wenn du etwas gegen Massentierhaltung unternehmen willst, dann musst du zuerst gegen die Steuern und Abgaben vorgehen.

Was Du bei den Urvölkern eventuell nicht berücksichtigst, ist der
knallharte Auslesemechanismus einer unmittelbaren, nicht durch Zivilisation
geglätteten Umwelt, welchem diese Menschen von Kindesbeinen an ausgesetzt
sind. Du siehst nur deshalb ausschließlich Kerngesunde, weil die weniger
robusten Menschen bereits im Vorfeld von Natureinflüssen hinweggerafft
wurden. Ich habe das empfohlene Buch nicht gelesen, wird dort auch
Sterberate thematisiert?

Nein, aber es wird thematisiert, dass es sehr wohl alte Menschen gab mit zwar abgeschliffenen, aber voll funktionsfähigen Zähnen und dass die selbst in hohem Alter noch voll leistungsfähig waren.

Grob gesagt kann in unserer Gesellschaft doch jeder körperlich noch so
"Untaugliche" erst einmal überleben, während in freier Natur nicht der
Hauch einer Chance dazu bestünde. Ist das nicht gesellschaftliche
Hauptfunktion, nämlich das eigentlich Unvermeidliche so weit wie möglich
nach hinten zu schieben?

Untauglich ist einer, der Karies hat und an Fehlsichtigkeit leidet.

Und es funktioniert, 7 Milliarden! Für Urvölker eine unvorstellbare
Zahl, unerreichbar. Das Hinwegraffen dieser vielen Menschen wird die Natur
bestimmt ebenfalls in Angriff nehmen. Vermutlich schlagartig, desaströs
und ironischerweise durch die Menschen selbst. Aber funktioniert hat es bis
zu diesem Zeitpunkt.

Tja, dann wird die Ernährung eben umgestellt werden müssen auf Langschwein. Von wegen vegan.

Ich verzichte möglichst auf sogenannte "processed foods", bin allerdings
bei den Grundnahrungsmitteln auf Zulieferer angewiesen. Vielleicht war die
Webseite schon mal verlinkt, wer Fertiggerichte lecker findet, kann hier
seine aufgetischten Zusatzstoffe (soweit deklariert) mal genauer
recherchieren.


http://www.zusatzstoffe-online.de/home/

Ich bin am Überlegen, mein Leben erneut drastisch zu ändern und mir meine Nahrung selber zu erzeugen.
Rein pflanzlich dürfte es aber schwierig sein.
Etwas Gemüse, Karnickel (meine Schwester hat Kaninchen, meine Eltern und die Verwandtschaft früher auch), Fisch (im Dorf gibt es 2 Fischzüchter) und eine Geiß wegen der Milch und Käse müsste aber machbar sein. In der Nachbarschaft gibt es ein paar Leute, die eine Handvoll Hühner haben. Werden übrigens immer mehr. Erst dieses Jahr hat sich ein Nachbar ein paar Hühner zugelegt.
Übrigens:Als ich einzog vor 2 Jahren, da hatte in der ganzen Straße keiner einen Hund. Mittlerweile dürfte es ein halbes Dutzend sein, aber leider nur kleine Kläffer, die nichts taugen.

Gruß Mephistopheles

PS: Vielleicht sollte man das wieder mal studieren und die hirngewaschenen Ideologen ihrem Untergang überlassen.


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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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